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Formel-1-Verkauf Metro-Chef sagt im Gribkowsky-Prozess aus

Metro-Chef Eckhard Cordes ist als Zeuge im Prozess gegen den Ex-BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky aufgetreten. Er bestätigte, dass die Autokonzerne im Jahr 2004 über eine Konkurrenz zur Formel 1 nachdachten.
14.11.2011 - 11:27 Uhr Kommentieren
Eckhard Cordes im Münchener Gericht. Der heutige Metro-Chef war früher Leiter der Mercedes Car Group und sagte deswegen im Prozess gegen Gribkowsky aus. Quelle: Reuters

Eckhard Cordes im Münchener Gericht. Der heutige Metro-Chef war früher Leiter der Mercedes Car Group und sagte deswegen im Prozess gegen Gribkowsky aus.

(Foto: Reuters)

München Der Prozess um Schmiergeldzahlungen beim Formel-1-Verkauf gegen den ehemaligen BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky ist am Montag mit der Vernehmung ehemaliger Automanager fortgesetzt worden. Der frühere Leiter der Mercedes Car Group und heutige Metro-Chef Eckhard Cordes bestätigte den Richtern, dass es im Jahr 2004 Überlegungen der Autohersteller für eine Konkurrenzveranstaltung zur Formel 1 gab. „Es ist richtig, dass das nicht nur eine Idee am Schreibtisch war“, sagte er als Zeuge vor dem Landgericht München.

Hintergrund sei gewesen, dass es immer wieder Diskussionen mit Formel 1-Chef Bernie Ecclestone gegeben habe. „Die Hersteller waren unzufrieden mit der Einnahmenverteilung.“ Nach Cordes sollte der frühere BMW-Vorstand Burkhard Göschel als Zeuge zu dem Thema befragt werden.

Auch der frühere DaimlerChrysler-Vorstand Jürgen Hubbert hatte als Zeuge in dem Prozess bereits von dem Konkurrenzprojekt Grand Prix World Championship berichtet, das den Teams der Autohersteller mehr Rechte einräumen sollte als die Formel 1. Im Februar 2005 hatten Hubbert zufolge alle Teams mit Ausnahme von Ferrari ihren Wechsel unterschrieben. Für die BayernLB hätte das Projekt vermutlich einen massiven Wertverlust ihrer Anteile an der Formel 1 bedeutet.

Gribkowsky verkaufte sie jedoch im Jahr 2006 zu einem Preis von 840 Millionen Dollar an den britischen Investor CVC und erzielte damit wesentlich mehr Geld als erhofft. Er steht wegen Untreue und Bestechlichkeit vor Gericht, weil er bei dem Geschäft 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld von Ecclestone kassiert haben soll.

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