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Französische Großbank Société Générale schließt 600 Filialen und baut Onlinebank aus

Die Société Générale baut ihr Onlineangebot aus und verringert im Gegenzug das bestehende Filialnetz. Kurzfristig kostet der Schritt aber viel Geld.
07.12.2020 Update: 07.12.2020 - 15:33 Uhr Kommentieren
Die Kundenzahl der Onlinebank soll um zwei Millionen steigen. Quelle: Reuters
Société Générale

Die Kundenzahl der Onlinebank soll um zwei Millionen steigen.

(Foto: Reuters)

Paris Die Großbank Société Générale und ihre Tochter Crédit du Nord wollen ihr Netzwerk in Frankreich im Privatkundenbereich zusammenlegen. Das bedeutet die Schließung von 600 Bankfilialen. Die Zusammenlegung soll erhebliche Kostenreduzierungen bringen. Vorausgegangen waren am Wochenende Sitzungen des Verwaltungsrates, die schon zu Spekulationen in der französischen Presse geführt hatten.

Crédit du Nord gehört seit mehr als 20 Jahren der Société Générale, doch bisher hatten beide Institute eigene Bankfilialen. Bei Crédit du Nord fürchten die Mitarbeiter nach der Ankündigung um ihre Jobs. Die Bank ist ein Zwerg im Vergleich zur Société Générale, die 138.000 Mitarbeiter in aller Welt beschäftigt, davon 20.000 in Frankreich.

Die Gruppe Crédit du Nord hat dagegen nur 8200 Mitarbeiter. Das 1848 in Lille gegründete Geldhaus ist besonders stark in Nordfrankreich vertreten. Laut Gewerkschaftsschätzungen könnten 3000 bis 5000 Arbeitsplätze wegfallen. Aber die Société Générale erklärte, dass niemand gezwungen werde zu gehen. Die Arbeitsplätze sollen vor allem durch natürliche Fluktuation verschwinden, weil Mitarbeiter in den nächsten Jahren in Rente gehen.

Das neue Model, genannt „Vision 2025“, soll im ersten Halbjahr 2023 starten und bis Ende 2025 abgeschlossen sein. Nach der Fusion der Filialen würde das neue Netzwerk rund zehn Millionen Kunden umfassen und in denselben Regionen vertreten sein wie bisher, allerdings mit weniger Zweigstellen. Häufig liegen die Filialen der beiden Banken in den Städten dicht zusammen. Ihre Zahl soll von derzeit rund 2100 auf 1500 reduziert werden. Crédit du Nord betreibt rund 600 Filialen.

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    Die Banken sehen erhebliche Sparmöglichkeiten, zu denen auch die Zusammenlegung der IT-Systeme beitragen soll. Die Société Générale stellt durch das Projekt für 2024 dauerhafte Kostensenkungen von über 350 Millionen Euro in Aussicht, die 2025 auf 450 Millionen Euro steigen sollen. Dem stehen einmalige Kosten zwischen 700 und 800 Millionen Euro für die Integration gegenüber, die die Bank im kommenden Jahr verbuchen will.

    Töchter in Polen, Bulgarien und Albanien verkauft

    Darüber hinaus hat die Société Générale den Ausbau ihrer Online-Bank Boursorama angekündigt. Die Tochter betreut mehr als zwei Millionen Kunden. Diese Zahl soll bis 2023 auf vier Millionen und bis 2025 auf 4,5 Millionen steigen. Doch die Kundengewinnung kostet erst einmal Geld, sodass Boursorama bis 2023 insgesamt Verluste von 230 Millionen Euro schreiben werde. 2024 soll die Onlinebank dann einen Gewinn von rund 100 Millionen Euro abwerfen, 2025 soll der Überschuss auf etwa 200 Millionen klettern.

    Der Vorstandschef der Großbank, Frédéric Oudéa, versucht seit Längerem, die Ertragskraft zu steigern. So haben sich die Franzosen aus Bereichen zurückgezogen, in denen sie nicht die nötige Größe hatten. So hat die Société Générale unter anderem Töchter in Polen, Bulgarien und Albanien verkauft und Teile des Investmentbankings eingedampft.

    Die Bank musste im Zuge der Corona-Pandemie Milliardenverluste verkraften und hat bereits den Abbau von 640 Jobs vor allem in der Investmentbank angekündigt. Seit Anfang dieses Jahres ist die Aktie der Société Générale um 41 Prozent gefallen, der Kurs des Lokalrivalen BNP Paribas nur um rund 15 Prozent. Deshalb habe Oudéa handeln müssen, um die Aktionäre zu beruhigen, heißt es in Finanzkreisen.

    Mehr: Großbank Société Générale streicht über 600 Stellen

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