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Fusionen und Übernahmen Investmentbanken leben gut unter Trump

Bei den globalen Investmentbanken klingeln die Kassen. Vor allem das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen läuft rund. Experten rechnen mit einem anhaltenden Boom – und fürchten nur ein großes Risiko.
24.05.2017 - 18:24 Uhr Kommentieren
Im Gegensatz zum Filmvorbild verdienen die Investmentbanken heute auch ganz legal gutes Geld. Quelle: AP
Leonardo DiCaprio als Jordan Belfort in einer Szene aus „Wolf of Wall Street“

Im Gegensatz zum Filmvorbild verdienen die Investmentbanken heute auch ganz legal gutes Geld.

(Foto: AP)

Frankfurt Diese Woche lief so ganz nach dem Geschmack der Deal-Maker in New York, London und Frankfurt. Das Zusammengehen der Spezialchemiekonzerne Clariant und Huntsman zeigt, dass sich das Fusionskarussell munter weiter dreht. Die milliardenschwere Transaktion wird schon in den nächsten Wochen durch noch größere Übernahmen in den Schatten gestellt werden, glauben Experten in Frankfurt. Das Einfädeln von Firmenkäufen gilt als Königsdisziplin im Investmentbanking, und im bisherigen Jahresverlauf brummt das Geschäft.

Laut dem Informationsdienstleister Thomson Reuters liegen die grenzüberschreitenden Deals zwischen den USA und Europa in den ersten fünf Monaten mit 172 Milliarden Dollar um 82 Prozent über dem Volumen im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. „Die Stimmung in den Vorstandsetagen ist gut, gleichzeitig stößt man beim Wachstum aus eigener Kraft an Grenzen. Deshalb wollen viele Konzern über Zukäufe expandieren“, sagt ein US-Investmentbanker.

Besonders viel los war in den vergangenen Monaten im Gesundheits-, Pharma- und Chemiesektor, wobei besonders die Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto durch den deutschen Pharmakonzern Bayer im Wert von 66 Milliarden Dollar die Investmentbanker beglückte. In diesem Jahr könnten auch andere Branchen vom Fusionsfieber gepackt werden, beispielsweise die Technologie- und Telekomunternehmen.

Trotz der „America-First-Rhetorik“ von US-Präsident Donald Trump kaufen die Firmenlenker dies- und jenseits des Atlantiks derzeit ein, was auf den Markt kommt. Die rund laufenden Aktienbörsen und die extrem billige Übernahmefinanzierung sorgen dafür, dass die Pipeline an Mega-Fusionen prall gefüllt bleibt. Aber auch innerhalb Europas kletterte das Volumen der Fusionen und Übernahmen – abgekürzt M&A für Mergers & Acquisitions – auf ein Zehnjahreshoch.

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    Mit 207 Milliarden Dollar von Januar bis Mai wurde der Vergleichswert aus 2016 um das Doppelte übertroffen, sogar der Rekord aus dem Boomjahr 2007 – dem Jahr vor Ausbruch der Finanzkrise – wurde eingestellt. Neben der Fusionsberatung haben die zwölf führenden Investmentbanken – dazu zählen beispielsweise Goldman Sachs, JP Morgan oder die Deutsche Bank – auch mit dem Handel mit Zinsprodukten, Währungen und Rohstoffen gut verdient. Laut dem Analysehaus Coalition lagen die Erträge im ersten Quartal um fast 20 Prozent höher.

    Gute Banken, schlechte Banken
    Frankfurt am Main: neben London wichtiger Finanzplatz
    1 von 12

    Europas Banken stecken in der Krise. Doch ein genauer Blick auf die Kennzahlen zeigt: Das gilt nicht für alle Institute. Im Vergleich von Nettogewinn, Eigenkapitalrendite und Eigenkapitalquote schneiden einige Institute deutlich besser ab als andere.

    Besonders interessant ist dabei das Verhältnis zwischen Kurs und Buchwert pro Aktie (KBV). Der Wert offenbart, inwieweit der Börsenwert einer Bank mit den Aktiva, also den Werten in den Büchern der Bank, übereinstimmt. Bis auf drei Banken liegt das KBV bei allen Geldhäusern unter 1, drastisch fällt dieser Wert bei der Deutschen Bank aus. Ein KBV unter 1 bedeutet, dass sich die Aktionäre entweder von einer Zerschlagung der Bank mehr Geld versprechen würden als von der Fortführung des Geschäfts, – oder, dass sie den Qualitäten der Bilanzen, also der verzeichneten Aktiva, nicht vertrauen. Im Folgenden werden die Kennzahlen für die wichtigsten europäischen Banken dargestellt, sortiert nach den Nettogewinnen im 2. Quartal 2017. Aktienkurse vom 3. August 2017

    (Foto: dpa)
    Platz 10: Commerzbank
    2 von 12

    Nettoverlust: 643 Mio. Euro

    Eigenkapitalrendite: –3,1 Prozent

    Eigenkapitalquote: 13 Prozent

    KBV (Aktienkurs vom Stichtag/Buchwert pro Aktie): 0,50

    (Quelle: Bloomberg)

    (Foto: Reuters)
    Platz 11: Barclays
    3 von 12

    Nettoverlust: 1.440 Mio. Euro

    Eigenkapitalrendite: –4,6 Prozent

    Eigenkapitalquote: 13,1 Prozent

    KBV: 0,63

    (Foto: Reuters)
    Platz 7: RBS
    4 von 12

    Nettogewinn: 791 Mio. Euro

    Eigenkapitalrendite: 5,6 Prozent

    Eigenkapitalquote: 14,8 Prozent

    KBV: 0,66

    (Foto: Reuters)
    Platz 9: Credit Suisse
    5 von 12

    Nettogewinn: 280 Mio. Euro

    Eigenkapitalrendite: 4,4 Prozent

    Eigenkapitalquote: 13,3 Prozent

    KBV: 0,88

    (Foto: Reuters)
    Platz 8: Deutsche Bank
    6 von 12

    Nettogewinn: 447 Mio. Euro

    Eigenkapitalrendite: 3,2 Prozent

    Eigenkapitalquote: 14,1 Prozent

    KBV: 0,48

    (Foto: dpa)
    Platz 5: Société Générale
    7 von 12

    Nettogewinn: 1.058 Mio. Euro

    Eigenkapitalrendite: 9,5 Prozent

    Eigenkapitalquote: 11,7 Prozent

    KBV: 0,65

    (Foto: Reuters)

    Neben den Hochzeiten unter den Industriekonzernen dürften in diesem Jahr auch die Finanzinvestoren wieder besser ins Spiel kommen. Einen Vorgeschmack gab schon mal die angestrebte Übernahme des Arzneimittelherstellers Stada durch die Private-Equity-Häuser Bain und Cinven. Wegen der hohen Bewertungen im Markt bauen sich die Konzernlenker heute größere Einheiten, um dann durch weitere Akquisitionen noch stärker expandieren zu können

    „Alle sind angehalten, neue Ideen zu entwickeln. Eine vielversprechende Strategie ist der Bau von Plattformen, das heißt, man übernimmt ein Unternehmen und vergrößert die Geschäftsbasis durch weitere Zukäufe“, sagt Sven Baumann von der US-Großbank Citi. Angst haben die meisten Deal-Maker derzeit nur vor den sogenannten geopolitischen Risiken. Die Brennpunkte Nordkorea, Syrien oder ein verheerender Terroranschlag könnten die Fusionsmaschine zum Stottern bringen. „Eine politische Eskalation an einem der Krisenherde der Welt wird am meisten gefürchtet, danach kommt lange nichts“, sagt ein Investmentbanker.

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