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Geldhäuser Schweizer Banken konkurrieren um Asiens Millionäre

Kampf um Asiens Millionäre: In der Schweiz buhlen die traditionsreichen Banken um potentielle Kundenschwergewichte aus Fernost. Um ihr Revier zu markieren, ist den Kreditinstituten fast jedes Mittel recht.
10.08.2015 - 15:49 Uhr Kommentieren
Schweizer Banken konzentrieren sich aktuell verstärkt auf das Geschäft mit asiatischen Millionären. Quelle: dpa
UBS-Zentrale in Zürich

Schweizer Banken konzentrieren sich aktuell verstärkt auf das Geschäft mit asiatischen Millionären.

(Foto: dpa)

Zürich/Hongkong Das Schweizer Bankgeheimnis ist Geschichte – jetzt schauen die Geldhäuser des Landes in der Vermögensverwaltung verstärkt nach Fernost. Dort geht der Wettkampf um die Reichen und Schönen in eine weitere Runde, nachdem der neue Chef der Credit Suisse, Tidjane Thiam, die Region Asien-Pazifik gleich bei seinem Amtsantritt zum wichtigen Wachstumsmarkt erklärt hat.

Dort hängen die Trauben nicht hoch: Nach Schätzungen der Boston Consulting Group (BCG) dürfte der private Reichtum in Asien-Pazifik, ohne Japan, bis 2019 im Schnitt um 9,7 Prozent pro Jahr wachsen - mehr als doppelt so schnell wie in Westeuropa. Das weckt Begehrlichkeiten, nicht nur bei den Schweizer Adressen, deren Geschäft auf dem Heimatmarkt unter Druck gekommen ist. Auch Institute wie die Deutsche Bank sehen in Asien große Chancen und wollen angreifen.

Schon im kommenden Jahr, so schätzen die BCG-Experten, dürfte Asien-Pazifik die reichste Region der Welt sein und damit Nordamerika vom Thron stoßen. Das Interesse der Großbanken an Asien sei im Grunde zwar nicht neu, sagt Analyst Andreas Brun von der Zürcher Kantonalbank. „Aber plötzlich erklären es alle zur wichtigsten Strategie.“

Einfach sei der Markt nicht, weiß er zu berichten. Es gebe zwar immer mehr Selfmade-Millionäre und -Milliardäre. Aber sie seien auch sehr viel anspruchsvoller und spielten die Banken gerne gegeneinander aus, um das beste Angebot zu bekommen.

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    „Es ist schließlich ihr eigenes, selbst verdientes Geld, nicht das ihres Vaters oder Großvaters“, sagt Brun. Darin liege der wichtigste Unterschied zu den Reichen etwa in Europa, wo große Familienvermögen einfach oft an die nächste Generation vererbt würden und die Kunden passiver seien.

    Reiche Asiaten, die mehr als eine Million Dollar an liquidem, sofort investierbarem Vermögen haben, seien häufig mit mehreren Instituten gleichzeig im Geschäft. „Sie probieren gerne mal eine neue Bank aus, aber man muss gut erklären, was man zu bieten hat“, berichtet Claude Haberer, der bei der Schweizer Bank Pictet das Geschäft mit vermögenden Privatkunden in Asien verantwortet.

    Das hat Folgen: Der Wettbewerb um die Kundschaft ist genauso hart wie der Wettbewerb um gute Berater. Die Banken müssen viel Geld in die Hand nehmen, um in der Region Experten an Bord zu kriegen, vorzugsweise noch mit wechselwilligen Klienten.

    „Die, die es in Asien schaffen, sind diejenigen, die willens sind, erheblich zu investieren“, sagt Haberer.

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