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Geldhäuser Welche Banken in der Coronakrise die Vorstandsvergütung kürzen – und welche nicht

Die Bankenaufseher fordern in der Coronakrise einen Bonus-Verzicht. Die Briten gaben dem Druck nun nach, die deutschen Banken sperren sich noch.
09.04.2020 - 16:30 Uhr Kommentieren
Die britischen Banken haben inzwischen eingelenkt. Quelle: ddp images/Bernhard Classen
Finanzviertel Canary Wharf

Die britischen Banken haben inzwischen eingelenkt.

(Foto: ddp images/Bernhard Classen)

London Immer mehr Spitzenbanker in Europa verzichten in der Coronakrise auf Gehalt oder Bonus. Diese Woche gaben auch die britischen Großbanken ihren Widerstand auf. HSBC, Barclays, Lloyds, RBS und Standard Chartered kündigten Millionenspenden für verschiedene Corona-Hilfsfonds an.

Die größte Einzelsumme kommt von RBS-Chefin Alison Rose. Sie verzichtet auf 25 Prozent ihres Gehalts für den Rest des Jahres und erhält keinen Cash-Bonus. Das sind insgesamt rund 2,3 Millionen Pfund. Deutlich geringer fällt hingegen der Beitrag von Barclays-Boss Jes Staley aus. Dieser gibt nur 33 Prozent seines Gehalts für sechs Monate auf – eine Summe von 392.000 Pfund. Beim Bonus hingegen macht er keine Abstriche.

Die Institute handeln unter dem Druck der Bankenaufseher. „Die PRA erwartet, dass Banken keine Cash-Boni an das Management zahlen“, hatte der Chef der britischen Bankenaufsicht PRA, Sam Woods, vergangene Woche gesagt. Auch die europäische Bankenaufsicht Eba hatte alle Institute aufgefordert, die Vorstandsvergütung auf einem „konservativen Niveau“ festzulegen.

Als Vorbild war die Verwaltungsratschefin Ana Botin der spanischen Bank Santander am 23. März vorangegangen. Vergangene Woche waren dann die spanische BBVA und die italienischen Banken Intesa Sanpaolo und Unicredit gefolgt. Mit der Geste der britischen Institute steigt nun der Druck auf die Banken in der Schweiz und Deutschland. Diese sperren sich bislang gegen einen Verzicht.

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    Dies haben ausgewählte Großbanken bisher angekündigt:

    Santander: Verwaltungsratschefin Ana Botin und Vorstandsvorsitzender Jose Antonio Alvarez verzichten auf 50 Prozent ihrer Gesamtvergütung für 2020, also Fixgehalt und Bonus. Der Rest des Verwaltungsrats verzichtet auf 20 Prozent.

    Intesa Sanpaolo: Vorstandschef Carlo Messina spendet eine Million Euro an Corona-Hilfsfonds. 21 weitere Topmanager, die an ihn berichten, spenden insgesamt fünf Millionen Euro.

    Unicredit: Vorstandschef Jean-Pierre Mustier und sieben weitere Vorstände verzichten auf ihre Cash-Boni für 2020.

    HSBC: Chairman Mark Tucker spendet sein gesamtes Jahresgehalt von 1,5 Millionen Pfund. Vorstandschef Noel Quinn und Finanzvorstand Ewen Stevenson verzichten für sechs Monate auf 25 Prozent ihres Festgehalts und erhalten keinen Cash-Bonus. Bei Quinn beläuft sich die Summe auf rund 1,4 Millionen Pfund, bei Stevenson sind es 800.000 Pfund.

    Barclays: Chairman Nigel Higgins, CEO Jes Staley und Finanzvorstand Tushar Morzaria verzichten sechs Monate lang auf 33 Prozent ihres Gehalts. Boni werden jedoch gezahlt. Insgesamt spenden all drei Manager zusammen 800.000 Pfund.

    Standard Chartered: Vorstandschef Bill Winters spendet 50 Prozent seines Gehalts bis Jahresende und seinen Cash-Bonus für 2020 – insgesamt über zwei Millionen Pfund. Der Finanzvorstand Andy Halford und Mitglieder des Verwaltungsrats üben ebenfalls Verzicht. Die Höhe ist allerdings unklar.  

    Lloyds: Vorstandschef Antonio Horta-Osorio und weitere Manager verzichten auf den kompletten Bonus, sowohl Cash als auch Aktienoptionen. Sie bekommen jedoch ihr volles Gehalt.

    Die RBS-Chefin verzichtet auf rund 2,3 Millionen Pfund. Quelle: Reuters
    Alison Rose

    Die RBS-Chefin verzichtet auf rund 2,3 Millionen Pfund.

    (Foto: Reuters)

    RBS: Chairman Howard Davies und Vorstandschefin Alison Rose verzichten auf 25 Prozent ihres Gehalts für den Rest des Jahres und erhalten keinen Cash-Bonus. Die RBS war in der Finanzkrise vom Staat gerettet worden und ist immer noch mehrheitlich in Staatsbesitz.

    UBS: Die Schweizer Bank kündigte am Donnerstag an, ihre Dividende dieses Jahr in zwei Tranchen zu zahlen. Sollte die zweite Tranche im Herbst wegen der Coronakrise ausfallen, werde man auch den Cash-Bonus für die Vorstände streichen, teilte die Bank mit. Man werde „je nach Bedarf“ im Laufe des Jahres weitere Vergütungsentscheidungen treffen.

    Credit Suisse: Vorstandschef Thomas Gottstein sagte vergangene Woche dem Schweizer Rundfunk, man denke im Vorstand über eine Solidaritätsgeste nach.

    Deutsche Bank: Bislang halten sich die Vorstände bedeckt, es heißt lediglich, „man sei sich der Gesamtlage in der Wirtschaft und Politik bewusst.“

    Commerzbank: Die Vorstände haben bislang noch nicht auf ihre variable Vergütung verzichtet.

    Mehr: Wegen Coronakrise: Immer mehr Vorstände verzichten auf Teile ihres Gehalts

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