Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Deutsche Bank

Die Deutsche Bank begrüßte den Einstieg der Capital Group.

(Foto: Reuters)

Geldhaus Frustrierte Mitarbeiter: Sparpolitik der Deutschen Bank sorgt intern für Ärger

Es ist eine Maßnahme, die für Ärger sorgt: Weil die Deutsche Bank Gehaltserhöhungen aufschiebt, erntet sie ungewöhnlich scharfe Kritik.
04.02.2020 - 17:40 Uhr Kommentieren

Frankfurt Weniger Bonus, erst später mehr Gehalt. Der Sparkurs der Deutschen Bank trifft die Mitarbeiter des Instituts an vielen Stellen. Von Investoren wird Vorstandschef Christian Sewing dafür gelobt, dass er die Kosten des Instituts zuverlässig senkt. Intern sorgt der Sparkurs allerdings für Ärger.

Wie empfindlich die Belegschaft derzeit auf alles reagiert, was mit ihrer Vergütung zusammenhängt, zeigen die jüngsten Äußerungen von Mitarbeitern im Intranet des Instituts, die dem Handelsblatt in Teilen bekannt sind.

Mehr als 200 Deutschbanker hatten auf die Ankündigung der Bank reagiert, dass Gehaltserhöhungen künftig erst ab dem 1. April eines Jahres wirksam werden und nicht mehr rückwirkend zum 1. Januar. Die Zahl der Rückmeldungen, die alle unter den Klarnamen der Mitarbeiter erschienen sind, ist für das Institut ungewöhnlich hoch.

„NegativeImpact“, postet ein Deutschbanker in ironischer Anlehnung an den Slogan der Bank #PositiveImpact. „Es ist nicht gut, ein Jahr mit schlechten Nachrichten zu beginnen“, heißt es an anderer Stelle.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Schon, dass die Bank die Entscheidung nur im Intranet kommuniziert hatte, anstatt eine E-Mail zu schicken, erhitzt die Gemüter. „Das durch das Intranet zu kommunizieren ist sehr unprofessionell“, schreibt eine verärgerte Mitarbeiterin. Ihre Kritik teilen mehrere ihrer Kollegen. „Sehr enttäuschend und demotivierend“, kritisiert eine andere Bankerin.

    Die Namen der Diskutanten legen nahe, dass sich inländische wie ausländische Mitarbeiter zu Wort gemeldet haben. Neben dem großen Ärger über die Entscheidung an sich ärgern sich viele über den Zeitpunkt der Veröffentlichung.

    Es sei nicht fair, so etwas erst kurz vor den Beförderungs- und Gehaltsentscheidungen bekanntzugeben, kritisiert ein Mitarbeiter. „Wenn man diese Ankündigung vor sechs Monaten erhalten hätte oder wenn sie erst für 2021 gelten würde, hätte sie positive Unterstützung erhalten“, so eine Mitarbeiterin. „Das ist so enttäuschend für Angestellte, die der Bank in schwierigen Zeiten loyal geblieben sind. Warum müssen immer die Angestellten die Auswirkungen der Kostensenkungspläne zu spüren bekommen“, kommentiert ein anderer.

    Nur vereinzelt gibt es Verständnis. „Ich schätze die Entscheidung wirklich. Es ist Zeit für jeden, der Bank zu helfen“, heißt es in einem positiven Beitrag. Er sei überrascht, dass jenseits Deutschlands so viele Mitarbeiter Gehaltserhöhungen erhalten hätten, ohne dass sie das nötige Engagement für die Bank zeigen würden.

    Deutsche Bank: So viel Substanz steckt hinter Sewings Optimismus

    Zumindest bei vielen deutschen Mitarbeitern hat sich die Aufregung mittlerweile gelegt. Der Grund: Inzwischen hat sich herumgesprochen, dass für die inländischen Deutschbanker anders als für die ausländischen Kollegen Sonderregeln gelten, die mit dem Konzernbetriebsrat vereinbart wurden. Sie schützen den Großteil der Mitarbeiter in Deutschland in diesem Jahr.

    Die Arbeitnehmervertreter hatten sich nämlich die bereits im Vorjahr zugesicherten Mittel für Beförderungen und Gehaltserhöhungen in voller Höhe gesichert. Außertariflich bezahlte Angestellte ohne Leitungsfunktion bekommen dadurch das Geld, das sie sonst rückwirkend für das erste Quartal erhalten hätten, verteilt auf die restlichen Monate dieses Jahres. Diese Sonderregel bekamen viele aber zunächst nicht mit, weil man sich zu der Extraregel erst einmal durchklicken musste.

    Die Bank hat intern reagiert. In einem Video entschuldigte sich Kommunikationschef Jörg Eigendorf und versprach Besserung. Einige Mitarbeiter bedankten sich, dass ihre Kritik an der Kommunikation ernst genommen werde, bedauern aber, dass sich an dem Beschluss nichts ändert.

    Wenig Kritik an Chef-Boni

    Über die Halbierung der Vorstandsboni wird in der Bank dagegen kaum debattiert. Vizeaufsichtsratschef Detlef Polaschek, ein Arbeitnehmervertreter, hatte den Teilverzicht des Vorstands auf seine variable Vergütung gegenüber dem Handelsblatt gelobt. Damit habe das Management einen „signifikanten Beitrag zum Transformationsprogramm“ geleistet. Das verdiene Respekt.

    Es gibt Mitarbeiter, die Polascheks Sicht teilen. Doch nicht jeder mag ihm da folgen. „Warum verdient eine Selbstverständlichkeit Respekt“, fragt ein Kritiker. Und ein Kollege monierte, noch bevor der Jahresverlust der Bank offiziell wurde: „Um auf einen vollen Anspruch zu verzichten, muss man ihn – diesen vollen Anspruch – erst einmal sachlogisch haben. Vor dem Hintergrund möglicher Verluste durchaus fragwürdig. Unverständliche, aber interessante Hauptversammlungsentscheidung.“

    Mehr: In der anstehenden Saison der Aktionärstreffen werden Managergehälter wieder eine große Rolle spielen. Das Vergütungssystem funktioniert einfach nicht. Über die Mär vom freiwilligen Verzicht.

    Startseite
    Mehr zu: Geldhaus - Frustrierte Mitarbeiter: Sparpolitik der Deutschen Bank sorgt intern für Ärger
    0 Kommentare zu "Geldhaus: Frustrierte Mitarbeiter: Sparpolitik der Deutschen Bank sorgt intern für Ärger"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%