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Genossenschaftsbanken Apobank will trotz Coronakrise Dividende auszahlen

Die Apotheker- und Ärztebank will die Ausschüttung an ihre Eigner reduzieren, aber nicht ganz streichen. Aufseher hatten Zurückhaltung bei den Dividenden angemahnt.
01.04.2020 Update: 01.04.2020 - 15:14 Uhr Kommentieren
Die Apobank will in diesem Jahr eine Dividende von zwei Prozent auszahlen. Quelle: picture alliance / Bildagentur-o
Deutsche Apotheker- und Ärztebank

Die Apobank will in diesem Jahr eine Dividende von zwei Prozent auszahlen.

(Foto: picture alliance / Bildagentur-o)

Frankfurt Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) will trotz Mahnungen der Finanzaufsicht an einer Dividendenzahlung festhalten. Der Vorstand schlage vor, eine Dividende in Höhe von zwei Prozent aller Mitgliederanteile zu beschließen, sagte Bankchef Ulrich Sommer am Mittwoch: „Diesen Vorschlag werden wir in den anstehenden Gremiensitzungen intensiv diskutieren.“ Der Vorschlag würde einer Ausschüttung von 24 Millionen Euro entsprechen.

Ursprünglich hatte die Genossenschaftsbank laut Sommer eine Auszahlung von vier Prozent aller Mitgliederanteile geplant. Angesichts der Coronakrise und der Forderung europäischer Aufsichtsbehörden, eine Dividendenausschüttung mindestens bis zum 1. Oktober auszusetzen, will die Apobank nun weniger als zunächst angepeilt ausbezahlen. Sie wird dabei nichts vor Oktober auszahlen.

„Wir sind der Meinung, dass eine Grundverzinsung berechtigt ist“, sagte Sommer. Damit könne die Bank mehr Geld in die Rücklagen legen und weise zugleich eine auskömmliche Rendite aus, damit sie weiteres Genossenschaftskapital einwerben könne. Ihre Kunden sind größtenteils Ärzte und Apotheker – die auch zugleich vielfach Anteile gezeichnet haben und somit Mitglieder der Genossenschaftsbank sind. Die Dividende sei die einzige Verzinsung, die die Mitglieder bekämen.

Die Düsseldorfer Apobank ist nach dem Spitzeninstitut DZ Bank die zweitgrößte Genossenschaftsbank in Deutschland. Sie kommt auf eine Bilanzsumme von 50 Milliarden Euro und wird daher direkt von der EZB beaufsichtigt. Die EZB hat Banken, die sich nicht an die empfohlene Dividendenaussetzungen halten wollen, aufgefordert, ihr die Gründe dafür umgehend darzulegen.

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    Die Europäische Bankenbehörde Eba hat die Geldhäuser erst am Dienstag mit deutlichen Worten dazu aufgerufen, die europäische Wirtschaft in der Coronakrise zu unterstützen – im Zweifel zulasten von Boni und Dividenden. Vor der Eba hatten bereits mehrere Bankenaufseher, darunter auch die deutsche Aufsichtsbehörde Bafin, ähnliche Appelle an die Branche gerichtet.

    Deutsche Banken haben bislang zögerlich auf die diversen Appelle der Bankenaufseher oder auch der Politik reagiert. Die Commerzbank hat erst nach der Empfehlung der EZB angekündigt, ihre geplante Ausschüttung zu streichen. Der Immobilienfinanzierer Aareal Bank hat sich diesbezüglich noch immer nicht wirklich festgelegt. Die britischen Geldhäuser Barclays, HSBC, Lloyds, Royal Bank of Scotland, Standard Chartered sowie die britische Tochter der spanischen Santander dagegen stoppten ihre Ausschüttungen.

    Apobank steigert Gewinn

    2019 verdiente die Apobank unterm Strich 64 Millionen Euro und damit einen Tick mehr als im Vorjahr. Sommer sagte, die Auswirkungen der Coronakrise seien für die Kunden der Bank sehr unterschiedlich. „So können Apotheken und Allgemeinmediziner möglicherweise sogar betriebswirtschaftlich profitieren.“

    Fachärzte oder Zahnärzte dagegen würden temporär auch negative Effekte verzeichnen müssen, so der Apobank-Chef. „Aktuell beobachten wir, dass oft nur akut medizinische Fälle in den Praxen vorstellig werden und viele Behandlungen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Dadurch entstehen Umsatzverschiebungen und der Bedarf von Liquiditätsbrücken durch höhere Kreditlinien. Die Apobank werde in den nächsten Monaten, wahrscheinlich Jahren, stark gefordert sein bei der Unterstützung der Heilberufe.

    Finanzvorstand Thomas Siekmann sagte, die mittel- und langfristigen Auswirkungen der Corona-Pandemie seien noch nicht abschätzbar. Eine verlässliche Prognose für das Jahr 2020 falle daher schwer. Gleichwohl sehe sich die Apobank grundsätzlich gut gerüstet für die Herausforderungen.

    Mehr: Immer mehr Geldhäuser in Europa streichen die Dividenden ganz.

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