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Genossenschaftsbanken Berliner Volksbank geht auf Sparkurs

Die größte deutsche Volksbank hat ihr Filialnetz in den vergangenen Jahren eingedampft. Nun soll mit dem Abbau von Geschäftsstellen Schluss sein.
08.05.2019 - 12:36 Uhr Kommentieren
Berliner Volksbank auf Sparkurs Quelle: Imago
Berliner Volksbank

Die Berliner Volksbank hat in den vergangenen beiden Jahren vermehrt Stellen gestrichen.

(Foto: Imago)

Frankfurt Die größte deutsche Volksbank, die Berliner Volksbank, ist weiter auf Sparkurs. Das Geldhaus hat im vergangenen Jahr 14 von rund 75 Filialen geschlossen, zudem sank die Zahl der Mitarbeiter um mehr als 140 und damit um rund acht Prozent auf etwa 1650 Personen.

Sowohl der geplante Wegfall personenbesetzter Geschäftsstellen als auch ein angepeilter Jobabbau war bereits bekannt. Beides zeigt jedoch, unter welchem Veränderungsdruck traditionelle Kreditinstitute stehen. Auch andere private und genossenschaftliche Banken sowie Sparkassen schließen Filialen in großem Stil und bauen Jobs ab.

Gleichwohl ist der Rückgang bei der Berliner Volksbank besonders stark. Binnen drei Jahren hat sie rund 40 Filialen von zuvor gut 100 Geschäftsstellen gestrichen. „Das veränderte Kundenverhalten stellt uns vor große Herausforderungen“, sagte Carsten Jung, der seit Jahresbeginn an der Spitze des Geldhauses steht. Zwar seien Beratungsleistungen weiterhin stark nachgefragt, die Filialen würden aber weniger besucht.

Auch die Stellenstreichungen hatte die Volksbank vor einem Jahr damit begründet, dass Kunden immer seltener in die Geschäftsstellen kämen. 2017 waren bereits rund 80 Stellen weggefallen. Die Genossenschaftsbank versucht, mit einem Bank-Bus, der über Land fährt, sowie Video-Beratung und Chat per WhatsApp den direkten Kontakt zu den Kunden dennoch möglichst zu halten.

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    Mit dem Filialabbau soll nun aber Schluss sein. Die bestehenden Filialen sollten erhalten bleiben, kündigte die Berliner Volksbank an. Auch ein systematischer Personalabbau sei nicht geplant, teilte das Geldhaus auf Anfrage mit. Die Zahl der Mitarbeiter dürfte gleichwohl weiter sinken. Man habe bereits Vorruhestandsverträge geschlossen, die erst in der Zukunft wirken würden.

    Die Berliner Volksbank hat ein sehr großes Geschäftsgebiet, es umfasst Berlin sowie Teile Brandenburgs. Sie ist mit einer Bilanzsumme von 14 Milliarden Euro die größte Volksbank und die drittgrößte deutsche Genossenschaftsbank überhaupt. Mit Abstand am größten ist das Spitzeninstitut der Volks- und Raiffeisenbanken, die DZ Bank, die auf eine Bilanzsumme von 520 Milliarden Euro kommt. Es folgt die Apotheker- und Ärztebank mit knapp 46 Milliarden Euro.

    Wie andere deutsche Genossenschaftsbanken und Sparkassen spürt die Berliner Volksbank die Wirkung des Nullzinses in der Euro-Zone. Er sorgt dafür, dass die Zinsmarge im Kreditgeschäft sinkt und dass Geldhäuser mit Eigenanlagen weniger Rendite erzielen. Der wichtige Zinsüberschuss fiel 2018 erneut leicht.

    Zugleich versucht die Bank, sich gegen die Folgen der Minizinsen zu stemmen, indem sie – wie viele Volksbanken und auch Sparkassen – mehr Geschäft macht und mehr Kredite vergibt. Der Kreditbestand stieg im vergangenen Jahr um fast zehn Prozent auf 9,9 Milliarden Euro. Das ist ein rasantes Wachstum, das auch deutlich über dem Schnitt der knapp 900 deutschen Genossenschaftsbanken liegt, die ihr Kreditgeschäft 2018 um knapp sechs Prozent ausgebaut hatten.

    Operativ verdiente die Berliner Volksbank im vergangenen Jahr mit 99 Millionen Euro sogar rund 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Das lag in erster Linie daran, dass sie ihre Kosten 2018 deutlich drückte, nämlich um 37 Millionen. Zum einen sanken die Sach- und die Personalkosten jeweils deutlich, zum anderen hatte sie im Vorjahr für einen Sozialplan im Zuge des Jobabbaus rund 22 Millionen Euro extra aufgewendet.

    Der Jahresüberschuss betrug gut 21 Millionen Euro und somit etwas mehr als im Vorjahr. Die Gewinnzahlen sind aber aufgrund diverser Umbuchungen in die Kapitalrücklagen kaum miteinander vergleichbar. Die Berliner Volksbank hat Vorsorgen so umgestellt, dass sie nun zum harten Kernkapital gerechnet werden. Die Kernkapitalquote der Bank, ein Indikator für die Widerstandskraft von Geldhäusern in Krisen, betrug Ende 2018 knapp 14 Prozent, was unter dem Wert des Sektors von 15 Prozent liegt.

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