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Greensill Bank Hypo Real Estate legte Millionen bei Greensill an – Konflikt um mögliche Entschädigung

Die in der Finanzkrise gerettete HRE fordert 75 Millionen Euro vom Einlagensicherungsfonds des Bankenverbandes. Dieser wehrt sich gegen eine Entschädigung.
18.03.2021 Update: 18.03.2021 - 15:50 Uhr 2 Kommentare
Der Einlagensicherungsfonds des Bankenverbands weist die HRE darauf hin, dass Spareinlagen von Finanzinstituten nicht geschützt seien. Quelle: Imago
Hypo Real Estate in München

Der Einlagensicherungsfonds des Bankenverbands weist die HRE darauf hin, dass Spareinlagen von Finanzinstituten nicht geschützt seien.

(Foto: Imago)

Frankfurt Die in der Finanzkrise mit Milliarden an Steuergeldern gestützte Hypo Real Estate (HRE) ist von der Pleite der Bremer Greensill Bank betroffen. Die vollverstaatlichte Hypo Real Estate Holding GmbH hat nach eigenen Angaben 75 Millionen Euro bei dem Institut angelegt, das seit Anfang der Woche insolvent ist.

Mit dem Bankenverband BdB ist nun ein Streit darüber entbrannt, ob die Einlagensicherung der privaten Banken für diese Einlagen gerade stehen muss oder nicht. Finanzinstitute und Kommunen werden nicht entschädigt, Privatanleger und Unternehmen dagegen schon.

„Die HRE erwartet eine Entschädigung innerhalb der Sieben-Tages-Frist“, erklärte ein HRE-Sprecher am Donnerstag. In diesem Zeitraum sollen die Einlagen von Privatanlegern und anderen berechtigten Investoren ausbezahlt werden.

Die HRE beruft sich darauf, dass sie seit der Abspaltung der Deutschen Pfandbriefbank (pbb) Mitte 2015 kein Finanzinstitut mehr sei, sondern ein Vermögensverwalter. Der Bankenverband geht jedoch davon aus, dass die Einlagen der HRE nicht für die Entschädigung in Frage kommen. „Der Einlagensicherungsfonds kann auf Nachfrage nicht bestätigen, dass es sich bei der HRE nicht um ein Finanzinstitut handelt“, sagte ein Verbandssprecher.

Die Bafin bestätigt auf Anfrage, dass die HRE nicht mehr als Bank eingestuft wird. Vor der Finanzkrise war die HRE in der Immobilien- und Infrastrukturfinanzierung tätig. Sie war wegen eines Liquiditätsengpasses fast in die Insolvenz gerutscht. Der Staat rettete das Institut mit vielen Milliarden Euro, um für andere Banken negative Folgen zu verhindern.

HRE-Mitarbeiter kümmern sich um Forderungen

Inzwischen hat die HRE noch rund zwei Handvoll Mitarbeiter, die sich um die Abarbeitung der Altlasten wie Forderungen von Gläubigern und Rechtsfällen kümmern. Laut Jahresabschluss 2019 steht der Gesellschaft ein zu verwaltendes Vermögen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro zur Verfügung.

Die Greensill Bank hat jahrelang über Zinsportale wie „Weltsparen“ und „Zinspilot“ Millionen von Privatanlegern eingeworben. Ihre Einlagen sind geschützt, weil die Bank Mitglied in dem Einlagensicherungsfonds der Privatbanken ist. Dagegen zittern zahlreiche Kommunen um ihre Einlagen, da diese nicht abgedeckt sind von dem Fonds. Ob sie ihr Geld wiedersehen, hängt davon ab, wie viel der Insolvenzverwalter noch rausholen kann. Bislang bekannt sind Einlagen von 255 Millionen Euro von 26 deutschen Städten und Gemeinden, darunter Monheim am Rhein und die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden.

Insgesamt stellt sich der Bankenverband darauf ein, gut drei Milliarden Euro auszuzahlen. Der Fonds muss dann wieder aufgefüllt werden, was Institute wie Deutsche Bank und Commerzbank teuer zu stehen werden dürfte.

Mehr: Die Einlagensicherung muss Konsequenzen aus der Pleite der Greensill Bank ziehen

  • rtr
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2 Kommentare zu "Greensill Bank: Hypo Real Estate legte Millionen bei Greensill an – Konflikt um mögliche Entschädigung"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Herr Hans Henseler
    Nein, nein, die HRE wird nicht entschädigt:
    Haben Sie schon mal von einem Pleitier die Zusicherung erhalten: Ihr Geld ist sicher!
    Dann ging der Pleitier, wie der Name schon sagt, pleite. Dann fragen Sie brav, was denn mit Ihrem Geld sei. Die Antwort lautet: Futsch!
    Es ist doch der Kern der Pleite, dass jene Menschen, die die Pleite verursachen, keine Ahnung haben und irgendetwas zusagen oder zusagten - ob es stimmt oder nicht ist wurscht.
    Und dann kommt die HRE auf die abstruse Idee den Einlagensicherungsfond zu fragen!!!! Hat wohl der Scholz gefordert, wo für den Staat Knete zu holen ist, ist er an erster Stelle! Der PRIVATE Einlagensicherungsfond soll zahlen - letztlich der Privatkunde, der Bürger, der Steuerzahler.
    Gruß an die HRE - Ihr wart schon immer unfähig!
    HRE entschädigen??? So weit kommt´s noch.

  • Die Kommunen verlieren ihr Geld - und eine Bank, die es am besten Wissen muesste,
    wird von der Einlagensicherung entschaedigt?

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