Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Griechenland und die deutschen Banken Kann das Griechen-Virus überspringen?

In Athen stehen die Menschen vor den Geldautomaten Schlange. In Deutschland scheint alles zu sein wie immer. Die Banken hierzulande geben sich gelassen. Doch was, wenn die Ansteckungsgefahr größer ist als gedacht?
29.06.2015 Update: 29.06.2015 - 16:21 Uhr 22 Kommentare
Die Krise in Griechenland könnte auch auf deutsche Banken übergreifen. Quelle: Reuters
Mann mit Schutzmaske

Die Krise in Griechenland könnte auch auf deutsche Banken übergreifen.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Banken funktionieren nur deshalb, weil ihre Kunden darauf vertrauen, dass sie ihre Ersparnisse tatsächlich wiedersehen, wenn sie gebraucht werden. Was geschieht, wenn dieses Vertrauen wegbricht, zeigte sich am Wochenende in Athen: Die Menschen versuchten, ihr Geld am Automaten abzuheben – und brachten die ohnehin schon klammen griechischen Banken noch weiter in Schwierigkeiten.

Manch einer mag sich da fragen, wie gut die deutschen Institute darauf vorbereitet sind, sollte Griechenland den Euro verlassen. „Nur keine Panik“, lautet die Sprachregelung der deutschen Banken. Doch daran kann man zumindest zweifeln. Das zeigt die Reaktion am Aktienmarkt, an dem Deutsche Bank und Commerzbank zu den größten Verlierern zählen. Kein Plan – so die Befürchtung – ist so gut, dass er nicht vom Schicksal durchkreuzt werden könnte.

Die großen Banken indessen sagen, sie seien auf einen Grexit gut vorbereitet, die nötigen Pläne lägen in der Schublade: „Wir haben in den vergangenen beiden Monaten alle Szenarien durchgespielt“, sagte etwa der Topmanager einer europäischen Großbank dem Handelsblatt. Seine Mitarbeiter haben „Trockenläufe“ durchgeführt, um sich gegen die Folgen eines Grexits zu wappnen.

Auch die Deutsche Bank verbreitet Zuversicht. Sie habe „ausreichende Sicherheitsmechanismen, um ihre Geschäftsaktivitäten sowie Kundenservices zu gewährleisten“, heißt es bei Deutschlands größtem Institut. Am Nachmittag melden sich auch die deutschen Privatbanken als Verband zu Wort.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Zwar könnten „die mit Kapitalverkehrskontrollen einhergehenden Beschränkungen im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr den Handel mit Griechenland kurzfristig beeinträchtigen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken, Michael Kemmer. Doch seien diesmal keine Ansteckungseffekte auf andere Euro-Staaten zu befürchten.

    So spotten Griechen über ihre Geldautomaten
    Geldautomat statt Monstranz
    1 von 10

    Die Situation im Land sei nur mit Humor zu ertragen, meint der griechische Journalist Vagelis Theodorou, der diese Fotomontage ins Netz stellte.

    Spott im Netz
    2 von 10

    "Herr, erbarme dich!" schreibt er zu einem Foto, dass ein überarbeitetes Bild einer Prozession zeigt. Statt einer Monstranz trägt eine Gruppe Männer im Anzug einen Geldautomaten spazieren.

    Einer der Träger: der ehemalige griechische Ministerpräsident Antonis Samaras, Amtsvorgänger von Alexis Tsipras. Das Originalbild der Prozession scheint aus dem Jahr 2011 zu stammen.

    Säcke voll Geld?
    3 von 10

    Vielfach geteilt wurde in Griechenland am Wochenende dieses gestellte Foto.

    Geldautomat in Athen am Sonntag, 28. Juni
    4 von 10

    „Nur Abhebungen über 500 Euro. Wir haben keine 50, 20 und 10 Euro-Scheine. Gehen Sie für Wechselgeld zur deutschen Botschaft."

    (Foto: Savvas Karmaniolas)
    Pacman
    5 von 10

    Ein beliebtes Spiel: Die Anzeige eines Geldautomaten mit einem anderen Motiv austauschen. Ein griechischer Experte für Gasgeräte teilte diese Bildmontage, die auf den Videospiel-Klassiker Pacman im Geldautomaten-Display zeigt.

    Massenansturm
    6 von 10

    Der griechische Comedian „Blink Mike“ wählte ein anderes Motiv. Er kombinierte Bilder von riesigen Rockkonzerten und einem Truppenaufmarsch aus dem Filmepos „Herr der Ringe“ und verglich sie mit dem Gedränge vor griechischen Geldautomaten.

    Kein Geld hier. Nur Liebe!
    7 von 10

    Das Foto eines Geldautomaten auf der Insel Mykonos, geschmückt mit einem ironischen Zettel: „Kein Geld hier. Nur Liebe!“

    Viele deutsche Banken haben alle Zahlungen über griechische Institute am Montag vorerst gestoppt oder versuchen sie über andere Institute umzuleiten, wie mehrere hochrangige Manager Reuters erklärten. „Die Kunden sind da recht verständnisvoll“, sagte ein Bankvorstand. Überweisungen im Zahlungsverkehr, die normalerweise automatisiert abliefen, würden in dieser Situation „auf Handbetrieb umgestellt“, müssten also in jedem Einzelfall überprüft werden.

    So sind die unmittelbaren Effekte einer Griechenland-Pleite also ein Management-Problem: Welche Kunden sind überhaupt betroffen? Wo gibt es Zahlungsströme, die umgeleitet werden müssen? Dass schon hier einiges schiefgehen kann, zeigt ein Fehler aus dem Jahr 2009, die der staatlichen Förderbank KfW bis heute anhaftet. Auf deren Computer war Verlass: Pünktlich am Montagmorgen des 15. September 2009 überwiesen sie rund 300 Millionen Euro in die USA.

    Die Ansteckung: die eigentliche Gefahr?
    Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
    Mehr zu: Griechenland und die deutschen Banken - Kann das Griechen-Virus überspringen?
    22 Kommentare zu "Griechenland und die deutschen Banken: Kann das Griechen-Virus überspringen?"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ansteckung? Die Deutschen lieben Frau Merkel dafür, daß Sie alles unternimmt um Deutschland zu vernichten! Nur ein paar Beispiele: Energiekosten, Infrastruktur und unsere Zukunft: Kinder und Erzieher!!!!

    • Sie sprechen mir aus der Seele

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

    • Ich möchte auf die Titelfrage eine Antwort zu versuchen:

      Ich sehe zwei Weisen, wie das "Griechenlandvirus" überspringen kann.

      1. Das "Virus" der Demokratie kann sehr wohl überspringen. Wenn die Völker in den von den Brüsseler Eurokraten autokratisch regierten EU-Staaten erkennen, daß es die Möglichkeit gibt, das Volk über elementare Fragen selbst entscheiden zu lassen und sich nicht der Willkür der politischen Klasse auszuliefern, kann das "Virus" sehr wohl überspringen. Nicht nur schlechte Beispiele verderben gute Sitten, sondern auch gute Beispiele können zu Vorbildern werden.

      Der Weg der griechischen Regierung, daß sie in einer gewissen Demut und Achtung vor dem Souverän, nämlich dem Volk, das Volk bestimmen läßt, ist ein gutes Beispiel. Es sollte Schule machen in Europa.


      2. Das Virus kann auch dann überspringen, wenn sich die griechische Wirtschaft nach einem Grexit, nach den damit verbundenen Härten und Turbulenzen und einem angemessenen Schuldenschnitt außerhalb des Euro gewissermaßen auf der freien Wildbahn des Marktes erholt und wieder auf Wachstumskurs geht.

      Wenn das geschieht, werden auch andere Eurostaaten, die unter ihrer Schuldenlast zusammenbrechen und unter den Strangulierungsauflagen Brüssels immer weniger Luft zum Atmen haben, denken, daß das griechische Beispiel ein Erfolgmodell auch für sie sein könnte.

    • Kann das Agitations-Virus auch auf andere Medien überspringen? Es kann.

      Übertragungsweg: Schnell und schlecht geschriebene Artikel mit mäßiger ökonomischer Hintergrundkenntnis.

    • BILD 03.06.15

      "
      politik Cameron kritisiert EU- Menschenrechtskonvention Mi. 3.06.2015, 21:52

      Vergrößern London – Der britische Premierminister David Cameron (48) hat eine Aufkündigung der Europäischen Menschenrechtskonvention durch sein Land ins Spiel gebracht.
      „Wir wissen sehr genau, was wir wollen”, sagte er im Parlament. „Das sind britische Richter, die ihre Urteile in britischen Gerichten fällen.” Zwar gebe es keine konkreten Pläne, die Konvention aufzugeben, sagte Cameron. Er warnte jedoch: „Wenn wir nicht bekommen, was wir brauchen, schließe ich nichts als Mittel dafür aus.” Konkret kritisierte er, dass ausländische Gesetzesbrecher eine Abschiebung verhindern könnten, indem sie sich auf ihr europäisches Recht auf eine intakte Familie beriefen.

    • 80 % ist eine bekannte Größe!

      Über 80 % der deutschen Bundestagsabgeordneten stimmten für den den ESM.

      Der ESM, eine Institution, die keine Rechenschaft ablegen muss. Gegen dessen Amtsträger strafrechtlich nicht ermittelt werden darf und, wenn ich richtig informiert bin, Herr Dr. Wolfgang Schäuble im Governeursrat sitzt (oder doch besser ist?).

      Ob den Virus noch als "griechischen Virus" bezeichnen kann, stelle ich in Frage.

    • Nun mal ernsthaft – Glaubt irgend Jemand, der auch nur halbwegs bei Sinnen ist (von dem Professor Un-Sinn reden wir hier nicht), daran, dass die Bundesrepublik Deutschland oder einer der anderen europäischen Staaten, oder gar die Griechen, irgendwann in einer überschaubaren Zukunft ihre Schulden zurückzahlen wird ? Nein, natürlich nicht ! Und wenn die dummen „Investoren“, die nach Staatsanleihen kaufen, DAS endlich begriffen haben – und die Griechenkrise kann da ja hoffentlich mal etwas nachhelfen -, dann gehen die Kosten des Lebens auf Pump hoffentlich durch die Decke und dieses dummdreiste Leben auf Kosten der Anderen und der Wettbewerbsfähigkeit unserer Kinder und Enkel hat endlich ein Ende. Wir können uns diese Sozialgeschenke nicht mehr leisten. Die Kosten eines parasitären Sozialsystems in Gestalt von Sozialabgaben und Steuern bewirken, dass unsere Arbeit so teuer kommt, dass sie nicht mehr bezahlbar und konkurrenzfähig ist. Da liegt doch das Problem. Arbeit gibt es zu Hauf, nur kann man davon nicht mehr leben, weil demjenigen, der arbeitet, zu wenig von seinem Gesamtverdienst oder dem Preis verbleibt, zu dem er seine Arbeit anbieten müsste. Wir müssen die Steuern und Sozialabgaben genauso radikal senken, wie wir die Sozialgeschenke streichen müssen.

      Und noch etwas lehren uns die Griechen: Demokratie heisst, dass nicht Mutti Merkel, sondern die Griechen selbst bestimmen, wo es lang geht. Alle reden vom Sparen zu Lasten der Schwächsten, die eh schon kaum über die Runden kommen können und die das Geld nicht erhalten haben. Keiner fragt sich aber beispielsweise, wozu die Griechen Milliarden für Militärgüter ausgeben müssen. Gegen wen sollen die sich denn mitten in der Nato verteidigen ? Könnte das nicht vielmehr daran liegen, dass Mutti Merkel die Interessen der deutschen Rüstungsindustrie wichtiger sind, als eine halbwegs menschenwürdige Grundversorgung der Mehrheit der griechischen Bevölkerung ?

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

    Alle Kommentare lesen
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%