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Großbank UBS baut nach Gewinnrückgang Investmentsparte um

Angesichts der Flaute an den Märkten greift die Großbank zu Sparmaßnahmen. An ihrer Gesamtstrategie wollen die Schweizer jedoch festhalten.
22.10.2019 Update: 22.10.2019 - 08:11 Uhr Kommentieren
UBS mit Gewinnrückgang im Sommer – Umbau der Investmentsparte Quelle: dpa
UBS

Die Bank baut das zweite Mal seit der Finanzkrise die Investmentbank um.

(Foto: dpa)

Zürich Ist das Glas bei der UBS halb voll oder halb leer? Bei solchen Fragen gibt sich Sergio Ermotti normalerweise optimistisch, doch die Antwort des UBS-Chefs fiel am Dienstag denkbar schwammig aus: „Halb-halb“, sagte der Tessiner im Interview mit dem Nachrichtensender Bloomberg.

Zwar konnte die größte Schweizer Bank mit einem Quartalsgewinn von 1,05 Milliarden US-Dollar (940 Millionen Euro) die pessimistischen Erwartungen der Börse übertreffen – soweit die eine Hälfte. Doch angesichts des schwierigen Umfelds an den Märkten blieben die Schweizer unter dem Vorjahresergebnis.

Auch dürfte die Bank ihre selbst gesteckten Ziele in diesem Jahr kaum noch erreichen. Ermotti reagiert mit Umbauten im Investmentbanking, will an seiner Strategie jedoch nicht rütteln.

Die UBS hatte sich nach der Finanzkrise auf die Vermögensverwaltung konzentriert und das Investmentbanking bereits eingedampft. Im Kerngeschäft mit vermögenden Privatkunden schlugen sich die Schweizer im Sommer wacker.

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    Der bereinigte Vorsteuergewinn der Vermögensverwaltung ging lediglich um zwei Prozent zurück. Zudem konnte die Bank rund 15,7 Milliarden Dollar an frischem Geld einsammeln.

    Doch im Investmentbanking, wo die UBS den Abgang des prominenten Managers Andrea Orcel zu verdauen hatte, brach der Vorsteuergewinn um 59 Prozent ein.

    So machte Bankchef Ermotti am Dienstag amtlich, worüber Medien bereits seit Monaten spekuliert hatten. Die beiden bislang getrennt geführten Handelssparten für Aktien und festverzinsliche Papiere werden zusammengelegt, zudem will die UBS im Geschäft mit Übernahmen und Börsengängen fokussierter vorgehen.

    Über die Zahl der betroffenen Mitarbeiter schwieg sich der Bankchef aus. Angesichts der Restrukturierungskosten von 100 Millionen Dollar dürfte es um eine überschaubare Zahl gehen. Ermotti machte zudem deutlich, dass er die Investmentbank grundsätzlich für richtig dimensioniert hält.

    Die Sparte, die nach Orcels Abgang von Robert Karofsky und Piero Novelli geführt wird, beschäftigt rund 5300 Mitarbeiter.

    UBS sieht keine Auswirkungen der Spitzelaffäre

    In der Vermögensverwaltung soll der ehemalige Credit-Suisse-Manager Iqbal Khan für neue Impulse sorgen. Vor seinem Wechsel zur UBS war Khan im Auftrag seines alten Arbeitgeber von Privatdetektiven beschattet worden. Die Affäre brachte die Credit Suisse weltweit in die Schlagzeilen, soll auf Khans Start bei der UBS aber keine Auswirkungen haben, heißt es bei der UBS.

    Der Neue sei derzeit damit beschäftigt, sich einen Überblick zu verschaffen, sagte Ermotti. Zugleich ließ der Tessiner aber durchblicken, dass er hier nicht mit einer Revolution rechnet.
    Auch zum milliardenschweren Gerichtsverfahren in Frankreich ließ sich der UBS-Chef keine Neuigkeiten entlocken.

    Im Februar hatte ein Pariser Gericht die Bank wegen Steuerhinterziehung zur Zahlung von insgesamt 4,5 Milliarden Euro verdonnert. Die UBS hat eine halbe Milliarde Dollar für den Fall zurückgestellt und gegen das Urteil Berufung eingelegt.

    Eine erste Anhörung dazu soll Anfang November in Paris stattfinden, doch der Fall könnte die Gerichte noch Jahre beschäftigen.

    Mehr: Anhaltende Negativzinsen setzen die Credit Suisse unter Druck. Firmenkunden der Schweizer Bank müssen bereits in diesem Jahr mit Minuszinsen rechnen.

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