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Großbritannien Finanzaufsicht bestraft Ex-Händler der Deutschen Bank

Die Manipulation des Referenzzinssatzes Libor verfolgt die Deutsche Bank: Ein Ex-Händler – „Spitzname „Gollum“ – erhält jetzt Berufsverbot.
05.03.2018 - 14:21 Uhr Kommentieren
Deutsche Bank zahlt weitere Millionensumme im Libor-Streit Quelle: dpa
Deutsche Bank

Der Libor-Skandal verfolgt das Geldhaus weiterhin.

(Foto: dpa)

London Sein Spitzname war „Gollum“: Jetzt hat die britische Finanzaufsicht FCA den ehemaligen Händler der Deutschen Bank wegen Zinsmanipulationen zu einer Strafe von 180.000 Pfund (rund 200.000 Euro) verdonnert und ein Berufsverbot erlassen.

Der Händler, dessen wenig schmeichelhafter Spitzname an den von der Gier nach seinem verlorenen „Schatz“ zerfressenen Hobbit aus J.R.R. Tolkiens Epos „Der Herr der Ringe“ angelehnt ist, sei an der Manipulation des Referenzzinses Libor beteiligt gewesen, sagte der zuständige FCA-Direktor Mark Steward am Montag. „Er sollte in der Finanzindustrie keine Rolle mehr spielen.“

Der einstige Mitarbeiter des größten deutschen Geldhauses ist der jüngste Verurteilte in einer Reihe von Händlern, die wegen nachgewiesener Libor-Manipulation hohe Geldbußen zahlen, die Branche verlassen oder gar eine Gefängnisstrafe antreten mussten. Die London Interbank Offered Rate (Londoner Interbanken Zinssatz) ist ein wichtiger Referenzzinssatz. An solchen Zinssätzen hängen weltweit Geschäfte in einem Volumen von vielen hundert Billionen Dollar.

Deutsch-Banker habe mehrfach Libor-Angaben fehlerhaft zu seinen Gunsten beeinflusst, sagte FCA-Direktor Steward, und damit die Glaubwürdigkeit des Referenzzinssystem schwer geschadet. In einem E-Mail-Statement kritisierte der einstige Wertpapierhändler seinen ehemaligen Arbeitgeber: Die Bank habe es versäumt, Mitarbeiter angemessen auf mögliche Interessenskonflikte vorzubereiten und eine Kultur gefördert, die erst später zu Problemen mit der Finanzaufsicht führte.

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    In den Zinsskandal waren Banken rund um den Globus verstrickt. Nach Erkenntnissen von Regulierern hatten sich einzelne Händler bei wichtigen Referenzzinsen wie Libor und Euribor abgesprochen, um Handelsgewinne einzustreichen. An solchen Zinssätzen hängen weltweit Geschäfte in einem Volumen von vielen hundert Billionen Dollar.

    Rund 3,7 Milliarden Dollar an Strafen hat die Deutsche Bank insgesamt in der Libor-Affäre bezahlt. Ende 2017 einigte sich das Geldhaus mit 45 US-Bundesstaaten auf die Zahlung von 220 Millionen Dollar. Damit sind laut der Bank „alle Verfahren von US-Behörden im Zusammenhang mit Libor erledigt“.

    • rtr
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