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Gründungsfinanzierung Diese Geldquellen helfen Start-ups in der Krise

Jungunternehmer haben kaum Finanzpolster, um die Coronakrise zu meistern. Spezialbanken, Sparkassen und digitale Plattformen helfen – aber nicht allen.
12.07.2020 - 10:30 Uhr Kommentieren
Die Bank hat bereits mehr als 30.000 Start-ups finanziert. Quelle: ddp images/Kris Tripplaar/
Silicon Valley Bank

Die Bank hat bereits mehr als 30.000 Start-ups finanziert.

(Foto: ddp images/Kris Tripplaar/)

Frankfurt Für Oscar Jazdowski ist es auch inmitten der Coronakrise wichtig, nicht den Optimismus zu verlieren. Der Deutschlandchef der auf die Finanzierung von Start-ups spezialisierten Silicon Valley Bank (SVB) lässt die Gründer hoffen, dass die Talsohle bald durchschritten ist. In der Finanzkrise 2008 seien die Investments der Venture-Capital-Fonds deutlich gesunken und verharrten für einige Zeit auf dem niedrigeren Niveau. Danach habe eine Erholung eingesetzt.

„Dieses Mal ist es anders, es gibt sehr viel Kapital im Markt, das nach aussichtsreichen Geschäftsmodellen sucht“, sagt Jazdowski. Selbst in den vergangenen Wochen habe es Finanzierungen für Start-ups gegeben, etwa für Infarm und Contentful.

Die beiden Start-ups stehen für die Trendthemen „Vertical Farming“ und digitale Plattformen. Auch bestimmte Bereiche im E-Commerce-Sektor, Anbieter von Unternehmenssoftware und Lösungen im Gesundheitsbereich hätten kaum Probleme, an neue Finanzierungen zu kommen.

Andere Branchen haben jedoch größere Schwierigkeiten: Bei den digitalen Herausforderern der klassischen Banken macht sich etwa der Bilanzskandal um den Zahlungsdienstleister Wirecard bemerkbar. „Bei Fintechs geht im Moment wenig, da spürt man die Unsicherheit der Geldgeber nach dem Wirecard-Debakel“, so Jazdowski. Die wirtschaftliche Detailprüfung – im Fachjargon Due Diligence – stehe jetzt im Fokus, berichtet der 66-jährige Bankmanager.

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    Damit Corona vielversprechende Geschäftsmodelle nicht zerstört, stellt die Silicon Valley Bank ihren Kunden Hilfen in Aussicht: „Als Reaktion auf die enormen wirtschaftlichen Herausforderungen durch die Covid-19-Pandemie haben wir im April weltweit eine Reihe von Initiativen gestartet, um unseren Kunden bestmöglich unter die Arme zu greifen“, versichert Jazdowski.

    So bestehe die Möglichkeit der Stundung von Tilgungszahlungen auf Kredite für sechs Monate. „Zusammengenommen entspricht das einem Wert von 600 Millionen US-Dollar, mit denen wir Unternehmen weltweit unterstützen“, sagt der Bankmanager. „Auch einige unserer deutschen Kunden profitieren davon“, versichert er.

    Die SVB Financial Group ist börsennotiert und wurde 1983 gegründet. Sie ist schrittweise von den USA ins Ausland expandiert und ging 2018 in Deutschland an den Start. Im ersten Quartal erzielte die Bank in der Gruppe einen Nettogewinn von 132 Millionen Dollar bei einer Bilanzsumme von rund 72 Milliarden Dollar. Nach eigenen Angaben betreut die Bank weltweit 24.000 Kunden.

    Staatliche Hilfen

    Hilfe erhalten Gründer nicht nur von spezialisierten Banken sondern auch vom Staat. Die klassischen Existenzgründer hätten die Corona-Förderprogramme des Staates gut in Anspruch genommen, sagt Christian Segal, Leiter des Firmencenters Digitalwirtschaft bei der Berliner Sparkasse. Für Jungunternehmen mit skalierbaren Geschäftsmodellen in Themen wie Informations- und Kommunikationstechnik, Mobilität, Life Science und Kreativwirtschaft komme es jetzt vor allem auf die Start-up-Hilfen der Bundesregierung an.

    Für die Entwicklung der Berliner Start-up-Szene sei dabei die sogenannte Säule 2 der Hilfen besonders entscheidend, denn viele Start-ups in der Hauptstadt seien sehr jung, weiß die Berliner Sparkasse. Im Rahmen der Säule 2 werden insbesondere diejenigen Start-ups unterstützt, die bisher nicht durch bei der KfW akkreditierte Venture-Capital-Gesellschaften finanziert sind.

    Wer bereits profitabel ist, kann in der Krise auch auf ein Entgegenkommen der Banken hoffen. „Je schneller ein Start-up profitabel wird, desto besser. Wenn der Break-even, also die Gewinnschwelle, erst in mehr als vier Jahren absehbar ist, wird es im aktuellen Umfeld schwierig“, sagt Segal.

    Die Risikobereitschaft und der lange Atem der Venture-Geldgeber nähmen ab, beobachtet er. „Wir als Finanzierer klassischer Existenzgründungen schauen genau hin, ob die Konzepte krisenfest sind und zum Beispiel einen Plan B beinhalten“, sagt Segal für die Sparkasse, die ein wichtiger Anbieter von Finanzprodukten für Gründer ist.

    Letzter Ausweg: Verkauf

    Eine weitere Finanzierungsquelle können Crowdfunding-Plattformen wie Seedmatch sein. Dort konnten zuletzt jene Firmen viel Geld einsammeln, deren Produkte und Dienstleistungen in der Coronakrise gefragt waren. Dazu zählten der Digitalmakler Moovin, der Datenbankanbieter Ninox und der Hersteller von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln, Intelligent Fluids. Johannes Ranscht, Manager bei Seedmatch, sagt: „Weitere Krisengewinner waren Unternehmen, die mit ihren Produkten einen gesunden Lebensstil fördern.“

    Wenn all das nicht mehr hilft, bleibt Gründern noch, ihr Heil in Zusammenschlüssen zu suchen. „Die M&A-Aktivitäten werden im zweiten Halbjahr wieder Fahrt aufnehmen. Viele Start-ups, die sich schwer damit tun, benötigtes Eigenkapital zu beschaffen, werden einen Käufer suchen, um nicht in Schwierigkeiten zu kommen, wenn die Liquidität knapp wird“, meint Silicon-Valley-Bank-Manager Jazdowski.

    Die Finanzinvestoren stünden mit ihren Beteiligungsfonds bereit, um eine größere Rolle zu spielen. Nach den Bilanzen für das zweite Quartal werde sich der M&A-Markt beleben. Trotz seines Optimismus ist sich auch Bankmanager Jazdowski darüber im Klaren, dass das Virus Covid-19 Spuren in der Bilanz der Silicon Valley Bank hinterlassen wird. „Wir haben die Risikovorsorge gegen Forderungsausfälle im ersten Quartal deutlich erhöht.“ Das hat auch Folgen für die Gründer. „Die Kapitalkosten werden als Folge der Coronakrise mittelfristig steigen.“

    Mehr: Kooperationen werden für Banken und Fintechs immer wichtiger – und für deren Kunden

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