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Halbjahreszahlen HSBC Deutschland verdoppelt in der Coronakrise den Gewinn

Die Tochter der britischen Großbank erhöht die Risikovorsorge und profitiert von volatilen Märkten. Das zweite Halbjahr dürfte schlechter ausfallen.
13.08.2020 Update: 13.08.2020 - 16:25 Uhr Kommentieren
Die HSBC-Deutschland-Chefin erwartet ein schwächeres zweites Halbjahr. Quelle: dpa
Carola von Schmettow

Die HSBC-Deutschland-Chefin erwartet ein schwächeres zweites Halbjahr.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der rege Wertpapierhandel und eine hohe Kreditnachfrage haben HSBC Deutschland in den ersten sechs Monaten des Jahres zu einem Gewinnsprung verholfen. „Unsere Kosten sind gesunken, während unsere Erlöse deutlich gestiegen sind. Wir hatten ein starkes erstes Halbjahr“, bilanzierte Carola von Schmettow, Chefin des Düsseldorfer Ablegers der britischen Großbank.

Trotz einer mehr als verdoppelten Vorsorge für Kreditausfälle stieg der Nachsteuergewinn auf über 64 Millionen Euro, nach gut 30 Millionen Euro im Vorjahr, wie HSBC am Donnerstag mitteilte. Die operativen Erträge nach Risikovorsorge legten um zwölf Prozent auf 398 Millionen Euro zu (Vorjahreszeitraum: 356 Millionen Euro).

Wegen der Coronakrise vergab HSBC acht Prozent mehr an Krediten, was den Zinsüberschuss um zwei Prozent auf über 115 Millionen Euro anziehen ließ. Der Provisionsüberschuss stieg aufgrund der Begleitung zahlreicher Deals durch die Investmentbanker um 21 Prozent auf 268 Millionen Euro. Im Handel profitierte die Bank von der höheren Volatilität auf fast allen Märkten: Das Handelsergebnis verdoppelte sich fast auf 75 Millionen Euro.

Beim ausgegebenen Ziel, drei Prozent an Kosten pro Jahre einzusparen, sieht sich HSBC auf Kurs: Die Kosten sanken im ersten Halbjahr 2020 um zwei Prozent auf 315 Millionen Euro. Möglich machten das Einsparungen beim Personal; bis zum Jahresende soll die Mitarbeiterzahl auf unter 3000 sinken.

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Standort erkennen

    Die Diagnose Frankfurter Wettbewerber, HSBC habe in der Corona-Pandemie vorsichtiger agiert und sich aus manchen Finanzierungsrunden zurückgezogen, wies von Schmettow mit Verweis auf die gestiegene Kreditvergabe zurück: „Wir haben unsere Kunden in dieser schwierigen Zeit nicht nur mit Liquidität versorgt, sondern sie auch vermehrt an die Kapitalmärkte begleitet und gegen heftige Schwankungen an den Märkten abgesichert.“

    Klar ist: Zahlreiche Unternehmenskunden leiden unter der Krise. HSBC nahm daher Pauschalwertberichtigungen bei Krediten in Höhe von 35 Millionen Euro vor. Hinzu kamen Einzelwertberichtigungen bei Kunden der Einzelhandels- und Automobilbranche.

    Von Schmettows Ausblick auf die zweite Jahreshälfte fiel trüb aus: „Ein Ende der gesamtwirtschaftlichen Durststrecke ist leider noch nicht in Sicht.“ Das Geschäft werde sich deutlich abschwächen, das Vorsteuerergebnis 2020 voraussichtlich leicht unter dem des Vorjahres liegen. 2019 hatte die Bank einen Nachsteuergewinn von 97 Millionen Euro erzielt – das schlechteste Ergebnis seit 2008.

    Bekenntnis zum deutschen Standort

    Der Gewinn der deutschen HSBC sinkt seit Jahren, auch wegen hoher Investitionen in den Ausbau der Wertpapierabwicklung und Kosten für den Stellenabbau. Die laufende Übernahme der Wertpapierabwicklung von der Commerzbank nannte von Schmettow ein „Kernprojekt“. Es soll künftig stetige Erträge bringen. Anfang 2021 soll die Übernahme abgeschlossen sein.

    Bis dahin soll zudem die deutsche HSBC komplett von der britischen Mutter geschluckt werden. Den 18,7-Prozent-Anteil der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat die HSBC-Gruppe bereits gekauft, womit ihr mehr als 99 Prozent der Düsseldorfer Bank gehören. Die restlichen Aktionäre sollen gegen eine Barabfindung herausgedrängt werden.

    Was die Komplettübernahme für die Rechtsform der deutschen Tochter bedeutet, wollte von Schmettow noch nicht bekanntgeben. „Die Entscheidung der HSBC, die LBBW-Anteile zu erwerben, ist ein klares Bekenntnis zum deutschen Standort“, so die Bankchefin. „Wir sehen uns als integraler Bestandteil der Gruppe.“

    Den vieldiskutierten Untergang des Zahlungsabwicklers Wirecard wollte HSBC auf Anfrage nicht kommentieren. Finanzkreisen zufolge ist die Bank aufgrund fehlender Geschäftsbeziehungen zu Wirecard von der Insolvenz nicht betroffen.

    Mehr: Großbank HSBC übernimmt Deutschland-Tochter komplett.

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