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Halbzeit beim Umbau Fünf Themen, die beim Investorentag der Deutschen Bank spannend werden

Trotz Coronakrise könnte 2020 das Jahr sein, in dem der Deutschen Bank die Wende gelingt. Aber Vorstandschef Sewing hat noch viel Arbeit vor sich.
08.12.2020 - 16:52 Uhr Kommentieren
Der Vorstandschef der Deutschen Bank wird am Mittwoch den Investoren en Detail erläutern, wie die Bank mit der Sanierung vorankommt. Quelle: Reuters
Christian Sewing

Der Vorstandschef der Deutschen Bank wird am Mittwoch den Investoren en Detail erläutern, wie die Bank mit der Sanierung vorankommt.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Eigentlich ist die Frage, ob die Deutsche Bank endlich auf dem richtigen Weg ist, ganz leicht zu beantworten. In diesem Jahr ist die Aktie des größten heimischen Geldhauses um gut 35 Prozent gestiegen – mehr als jede andere europäische Bank. Und das, obwohl die Weltwirtschaft wegen der Corona-Pandemie in der schwersten Krise seit Jahrzehnten steckt.

Selbst der schärfste Kritiker der Bank, Analyst Stuart Graham vom Brokerhaus Autonomous, revidierte kürzlich sein kritisches Urteil. „Die Deutsche Bank hat sich in einem extrem herausfordernden Umfeld zum Teil besser geschlagen als Wettbewerber wie JP Morgan“, schrieb der Experte in einer Studie mit der Überschrift „Mea Culpa“.

Eigentlich könnte Vorstandschef Christian Sewing also voller Selbstbewusstsein in den Investorentag des Instituts am Mittwoch gehen. Doch zur Halbzeit des großen Umbaus, der 18.000 Jobs kosten wird, sind noch immer viele Fragen offen. Fünf Punkte, die beim „Investor Deep Dive“ besonders wichtig werden dürften:

1. Wie steht es mit der Rendite?

Bis 2022 hat Sewing den Aktionären eine Rendite auf das materielle Eigenkapital von acht Prozent versprochen. Ein Wert, den viele Analysten und Fondsmanager trotz aller Fortschritte noch immer für ambitioniert halten. „Für uns ist die entscheidende Frage am Investorentag, ob die Bank an diesem Ziel festhält und unter welchen Bedingungen“, heißt es bei einem Großinvestor.

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    Nach den überraschend guten Zahlen in diesem Jahr mit einem Vorsteuergewinn von 846 Millionen Euro nach den ersten neun Monaten wird Sewing zwar voraussichtlich sein Versprechen erfüllen können, am Ende des Jahres schwarze Zahlen vor Steuern zu präsentieren. Aber die Eigenkapitalrendite lag nach den ersten drei Quartalen noch immer bei mageren 0,1 Prozent. Im Schnitt rechnen die Analysten für 2022 mit einer Rendite von lediglich 3,3 Prozent.

    2. Wie geht es mit dem Investmentbanking weiter?

    Das gute Abschneiden in diesem Jahr hat die Deutsche Bank vor allem den Investmentbankern zu verdanken. Die von der Coronakrise ausgelösten heftigen Kursschwankungen sorgen für Hochbetrieb in den Handelssälen. Vor allem in ihrer Paradedisziplin, dem Anleihegeschäft, konnte die Deutsche Bank punkten. Die gesamte Investmentbank konnte ihre Erträge in den ersten neuen Monaten um 35 Prozent steigern, der Vorsteuergewinn sprang auf 2,6 Milliarden Euro.

    Lange hat die Deutsche Bank im Investmentbanking Marktanteile verloren. Das änderte sich allerdings im dritten Quartal 2020. Analyst Graham von Autonomous fragt sich jetzt, wie nachhaltig diese Marktanteilsgewinne sind. Dazu kommt die Frage, wie lange die Sonderkonjunktur im Investmentbanking noch anhält. Sewing selbst räumte ein, dass im Investmentbanking 2021 nicht mehr so starke Ertragszuwächse zu erwarten seien wie dieses Jahr. 

    3. Was wird mit den stabilen Geschäftsfeldern?

    Als Sewing im Sommer 2019 seine neue Strategie vorgestellt hat, versprach er den Investoren ein sehr viel ausgewogeneres Geschäftsmodell. Die „stabileren“ Bereiche Unternehmensbank, Privatkundengeschäft und Asset-Management sollten für 65 Prozent der Erträge sorgen.

    In den ersten neun Monaten dieses Jahres gelang das beinahe. Beim Gewinn sieht die Lage allerdings völlig anders aus. Das Privatkundengeschäft machte einen Verlust von 133 Millionen Euro, die Unternehmenskundensparte einen Gewinn von gerade einmal 399 Millionen Euro. Und die Vermögensverwaltung steuerte 387 Millionen Euro bei. Entsprechend weit sind vor allem die Sparten für die Privat- und Unternehmenskunden von ihren Renditezielen entfernt.

    4. Was machen die Kosten?

    Beim Thema Sparen konnte Sewing die Investoren am schnellsten überzeugen. Für dieses Jahr hat die Bank ein Kostenziel von 19,5 Milliarden Euro ausgegeben. Die Analysten erwarten im Schnitt, dass die Bank mit bereinigten Kosten von 20,3 Milliarden Euro knapp an dieser Vorgabe scheitern wird.

    Das heißt allerdings nicht, dass die Experten am Sparwillen der Bank zweifeln. Denn für 2022 sagen sie beinahe eine Punktlandung bei 17,6 Milliarden Euro voraus. Die selbst gesetzte Zielmarke der Bank liegt bei 17,5 Milliarden Euro.

    5. Wie entwickelt sich die Risikovorsorge?

    Ob die Bank ihre Strategie tatsächlich wie geplant umsetzen kann, hängt vor allem von der weiteren Entwicklung der Coronakrise ab. Noch immer ist die Angst groß, dass eine Welle von Unternehmenspleiten zur Bedrohung für die Bankbilanzen wird. Deshalb beobachten Aufseher und Investoren ganz genau, wie sich die Risikovorsorge entwickelt.

    Die Analysten des Geldhauses rechnen für die gesamte deutsche Bankenbranche für 2020 mit den höchsten Verlusten seit der Finanzkrise. Die Deutsche Bank selbst hat versprochen, dass die Risikovorsorge bei 0,35 bis 0,45 Prozentpunkten des Kreditvolumens bleiben wird. Daran hat sie sich bislang auch gehalten. Analysten gehen davon aus, dass die Risikovorsorge der Deutschen Bank 2020 mit gut zwei Milliarden Euro ihren Höhepunkt erreicht, um 2021 auf knapp 1,8 Milliarden zu sinken.

    Der Chef der deutschen Finanzaufsicht Bafin, Felix Hufeld, warnt allerdings, dass auf die Banken noch mehrere Wellen an Kreditausfällen zurollen. Und Andrea Enria, oberster Bankenaufseher der EZB, hat gerade erst einen Brandbrief an die großen Banken geschrieben, in dem er vor zu viel Leichtsinn bei der Risikovorsorge warnt.

    Mehr: Hohe Kreditausfälle drohen: Die Angst vor einer neuen Bankenkrise wächst

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