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Handelsblatt-Tagung Privatbanken Deutsche-Bank-Manager hält das Thema Filialschließungen für „völlig überschätzt“

Der Chef des heimischen Privatkundengeschäfts der Deutschen Bank, Asoka Wöhrmann, blickt auf die Funktion, nicht die Zahl der Bankfilialen.
15.03.2018 - 17:19 Uhr Kommentieren
Asoka Wöhrmann auf einer Handelsblatt-Tagung. Aus der Sicht des Leiters des Privatkundengeschäfts der Deutschen Bank konzentriert sich die öffentliche Debatte bei der Integration der Postbank in sein Geldhaus auf die falschen Fragen.
„Was ich nicht mehr hören kann, sind die Filialschließungen. Ein völlig überschätztes Thema.“

Asoka Wöhrmann auf einer Handelsblatt-Tagung. Aus der Sicht des Leiters des Privatkundengeschäfts der Deutschen Bank konzentriert sich die öffentliche Debatte bei der Integration der Postbank in sein Geldhaus auf die falschen Fragen.

Frankfurt Als Bankberater braucht man starke Nerven: Ständig wird Sinn und Zweck von Filialschließungen debattiert – und wenn dann noch zwei Banken zusammengehen, stellt sich die Job-Frage gleich doppelt. Asoka Wöhrmann kennt diese Ängste. Er leitet das Privatkundengeschäft der Deutschen Bank in Deutschland und begleitet die Integration der Postbank in die Deutsche Bank. Aus seiner Sicht konzentriert sich die öffentliche Debatte darüber auf die falschen Fragen.

Die Frage, wie viele Stellen dadurch wegfallen, ist für ihn ein Beispiel für einen falschen Fokus. „Es ist klar, dass die Branche noch nicht am Ende der Konsolidierung steht, aber es geht vor allem darum, wie wir unser Geschäftsmodell anpassen. Das Ergebnis führt dann natürlich auch zu Freisetzungen“, sagte Wöhrmann auf der Handelsblatt-Tagung Privatkundengeschäft.

Von den Berichten, dass bei der Integration der Postbank bis zu 6.000 Stellen wegfallen, hält er daher nichts. „Wir sollten uns nicht auf den Abbau konzentrieren.“ Das kreiere nur Ängste bei den Menschen, dabei entstünden ja auch neue Jobs.

Zu den falschen Debatten zählt für ihn auch das Thema Filialen. „Was ich nicht mehr hören kann, sind die Filialschließungen. Ein völlig überschätztes Thema“, sagt er. In den vergangenen 15 Jahren hätten Banken schließlich auch schon dramatisch viele Filialen geschlossen. Wichtig sei es, auf die Kundenwünsche einzugehen, egal über welchen Kanal.

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Standort erkennen

    Das sieht Birte Quitt, Leiterin des Privatkundengeschäfts der österreichischen Erste Group, ähnlich. „Auch ich bin der Frage der Anzahl überdrüssig“, sagt sie. Die Funktion von Filialen werde sich komplett ändern, weg von einfachen Transaktionen hin zur Beratung bei komplexeren Geschäften.

    Es gibt aber auch Situationen, in denen Effizienz an ihre Grenzen stößt. Die Entscheidung, die Zentrale des Privatkundengeschäfts mit der Postbank auf zwei Standorte zu verteilen, hält Wöhrmann für richtig. Man müsse in so einer Situation die Menschen mitnehmen.

    Dass zwei Zentralen kein Nachteil sein müssen, illustriert er mit einem persönlichen Beispiel: „Ich habe 18 Jahre von meiner Frau getrennt gelebt und bin gependelt. Ich bin glücklich und habe vier Kinder. Also zwei Standorte.“

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