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Hauptversammlung Berater stellen Entlastung des Deutsche-Bank-Vorstands infrage

Der Deutschen Bank droht wieder einmal eine stürmische Hauptversammlung. Aktionärsberater sprechen sich gegen die Entlastung des Vorstands aus.
04.05.2019 Update: 04.05.2019 - 17:18 Uhr Kommentieren
Die Bank müsse eventuell weitere Maßnahmen zur Verbesserung treffen, sagt Glass Lewis. Quelle: AP
Deutsche Bank

Die Bank müsse eventuell weitere Maßnahmen zur Verbesserung treffen, sagt Glass Lewis.

(Foto: AP)

Frankfurt Gleich mehrere einflussreiche Stimmrechtsberater melden Bedenken gegen die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat der Deutschen Bank an. Die deutsche Aktionärsberatung Ivox rät ihren Kunden die Entlastung zumindest „kritisch zu hinterfragen“. Der große US-Hauptversammlungsberater Glass Lewis empfiehlt sogar, explizit Vorstand und Aufsichtsrat nicht zu entlasten.

Zwar attestiert Glass Lewis der Bank Fortschritte bei der Abarbeitung ihrer Rechtsrisiken, allerdings stünde noch immer die Frage im Raum, ob die internen Kontrollen und Compliance-Systeme nicht noch effizienter werden müssten, heißt es in dem Bericht, der dem Handelsblatt vorliegt. Ähnlich beurteilen die Experten auch die Strategie und die wirtschaftlichen Aussichten der Großbank.

Auch hier sieht Glass Lewis Fortschritte, allerdings bestehe die Gefahr, dass die negativen Folgen des Umbaus für die Einnahmen der Bank stärker ausfielen und länger anhielten als ursprünglich erwartet. Außerdem monieren die Stimmrechtsberater, dass es auf der Hauptversammlung nur eine Sammelabstimmung über die Entlastung des gesamten Vorstands gibt, und keine Einzelabstimmung über die einzelnen Top-Manager.

Bei der Arbeit des Aufsichtsrats kritisieren die Aktionärsberater unter anderem die Entlohnung der Vorstände. Dabei geht es zum Beispiel um Chefinvestmentbanker Garth Ritchie, der laut Leistungsbewertung im Geschäftsbericht als schlechtester Vorstand abschneidet, aber Dank einer millionenschweren Sonderzulage im vergangenen Jahr trotzdem am meisten verdiente.

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    Spätestens nach den Empfehlungen der Berater, an deren Vorgaben sich viele Großaktionäre halten, dürfte klar sein, dass Aufsichtsratschef Paul Achleitner und Vorstandschef Christian Sewing am 23. Mai auf der Hauptversammlung in der Frankfurter Festhalle wieder stürmische Stunden erleben werden. Die diesjährige Hauptversammlungssaison hat ausgesprochen lebhaft begonnen, erst vor wenigen Tagen verweigerten die Aktionäre vor allem wegen juristischer Risiken dem Top-Management der Schweizer Großbank UBS die Entlastung.

    Der deutsche Aktionärsberater Ivox wurde 2015 von Glass Lewis übernommen, gibt den Aktionären aber nach wie vor eigene Empfehlungen. Im Gegensatz zur Mutter verzichtet Ivox allerdings auf explizite Abstimmungsvorgaben, sondern setzt auf eine Art Ampelsystem, mit den Farben Rot, Blau und Grün. Die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat ist mit einem blauen Symbol gekennzeichnet, was bedeutet, dass der Tagesordnungspunkt „gegen Corporate Governance-Grundsätze, Marktpraxis, die Kundenrichtlinien verstößt, Bedenken aufwirft, und/oder eine individuellen Entscheidung des Investors erfordert“.

    Für Bedenken sorgen bei den Ivox-Analysten vor allem die diversen Altlasten, die sich teilweise über Jahrzehnte aufgebaut hätten, neu dazugekommen sei die Verwicklung der Deutschen Bank in den Geldwäscheskandal rund um die dänische Danske Bank. Für Bedenken sorgt außerdem, dass die Bank im vergangenen Jahr als einziges Institut am Stresstest der US-Aufseher scheiterte. Dazu kommt Kritik an den hohen Bonuszahlungen.

    Auch von Ivox muss sich der Aufsichtsrat und vor allem dessen Chef Achleitner Kritik gefallen lassen. „Innerhalb der letzten sechs beziehungsweise nunmehr sieben Jahre wurde die Vorstandsspitze dreimal ausgetauscht, was entweder die Auswahl der Kandidaten oder die Zusammenarbeit mit den bestellten Kandidaten fragwürdig erscheinen ließ. Dies trifft weiterhin insbesondere den Nominierungsausschuss und insbesondere dessen Vorsitz und somit insbesondere Paul Achleitner“, heißt es in dem Ivox-Bericht.

    Mit einer „blauen“ Empfehlung haben die Ivox-Berater auch den Antrag kritischer Aktionäre für die Absetzung Achleitners gekennzeichnet, genau wie die Misstrauensanträge gegen Risikovorstand Stuart Lewis, Compliance-Chefin Silvie Matherat und den obersten Investmentbanker der Deutschen Bank, Garth Ritchie.

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