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Henriette PeuckerVizechefin des Bankenverbands wirft nach einem Jahr hin

Die Kommunikations- und Bankenexpertin unterlag im Ringen um das Amt des Hauptgeschäftsführers. Nun verlässt sie den Lobbyverband der deutschen Privatbanken zum Monatsende.Andreas Kröner 18.07.2023 - 12:33 Uhr Artikel anhören

Die 53-jährige Frankfurterin hat wiederholt bewiesen, dass sie sich neu orientieren kann.

Foto: Handelsblatt

Frankfurt. Die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Bankenverbands (BdB) verlässt ihren Arbeitgeber nach nur einem Jahr wieder. Henriette Peucker werde den Verband zum Monatsende verlassen, um sich beruflich neu zu orientieren, teilte die Lobbyorganisation der deutschen Privatbanken am Dienstag mit.

Peucker war erst im August 2022 von der Kommunikationsberatung Finsbury Glover Hering zum BdB gewechselt. Dort musste sie sofort als Krisenmanagerin einspringen, weil der damalige Hauptgeschäftsführer Christian Ossig nach einem schweren Unfall ausgefallen war.

Peucker leitete den Verband monatelang kommissarisch und machte dabei nach Einschätzung von Beteiligten einen guten Job. Als Ossig sein Amt Ende Januar niederlegte, bewarb sich Peucker auf seinen Posten – unterlag dabei jedoch gegen den langjährigen Commerzbank-Lobbyisten Heiner Herkenhoff.

Die Chemie zwischen Herkenhoff und Peucker war Finanzkreisen zufolge nicht die beste. Wohl auch deshalb entschied sich die 53-jährige Frankfurterin nun, nach neuen Aufgaben Ausschau zu halten.

Dass sie sich neu orientieren kann, hat Peucker in ihrer Karriere wiederholt bewiesen. Nach dem Abitur in Frankfurt studierte sie Jura und Politik in Paris und heuerte anschließend bei der französischen Politikberatung ESL&Network an.

Ab 1997 arbeitete Peucker als Investmentbankerin in London – zunächst für Schroders, dann für die Citigroup. 2003 wechselte sie zur Deutschen Börse, wo sie die Abteilungen Politik und Regulierung leitete. Ab 2010 baute sie für die Kommunikationsagentur Hering Schuppener die Büros in Berlin und Brüssel auf.

Pendlerin zwischen Kommunikations- und Bankenbranche

„Als Frankfurterin hatte ich immer schon einen Bezug zu Banken“, sagte Peucker dem Handelsblatt Ende 2022. Auch als Kommunikationsberaterin hätten ihr Finanzthemen am meisten Spaß gemacht. „Deshalb bin ich in meiner Karriere mehrmals zwischen beiden Branchen hin- und hergewechselt.“

In welchem Bereich Peucker als Nächstes arbeiten wird, ist bisher nicht bekannt. Aktiv bleiben wird sie in jedem Fall als Aufsichtsrätin beim Online-Arzneimittelhändler Redcare Pharmacy. Beim MDax-Konzern, der früher Shop Apotheke hieß und unter anderem mit Doc Morris konkurriert, sitzt sie seit 2021 im Kontrollgremium.

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Der BdB muss nun eine Nachfolgerin für Peucker suchen, die beim Verband den Geschäftsbereich Politik und Innovation verantwortet. Der BdB vertritt die Interessen von rund 190 privaten Banken und Fintechs. Da große Häuser wie die Deutsche Bank und die Commerzbank häufig andere Prioritäten haben als kleine Privatbanken, kommt es dabei hinter den Kulissen immer wieder zu Reibereien.

BdB-Präsident und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing verabschiedete Peucker mit warmen Worten. „Mit ihrer Expertise, ihrem politischen Gespür und ihren Führungsqualitäten, die sie insbesondere als kommissarische Leiterin des Verbands gezeigt hat, leistete sie einen wichtigen Beitrag für die erfolgreiche Verbandsarbeit.“

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