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HRE-Panne Schäuble erklärt Milliarden-Panne mit „Missverständnis“

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat den Milliarden-Rechenfehler bei der FMS Wertmanagement als „Missverständnis“ bezeichnet. Personelle Konsequenzen wird es aber nicht geben, so der Minister.
02.11.2011 Update: 02.11.2011 - 17:38 Uhr 31 Kommentare
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will nach der Milliarden-Panne keine personellen Konsequenzen ziehen. Quelle: dpa

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will nach der Milliarden-Panne keine personellen Konsequenzen ziehen.

(Foto: dpa)

Berlin Der milliardenschwere Rechenfehler bei der sogenannten Bad Bank der Hypo Real Estate (HRE) beruht laut Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) auf einem „Missverständnis“. Die falsche Verbuchung von 55,5 Milliarden Euro bei der FMS Wertmanagement sei durch Statistik- und Kommunikationsprobleme zwischen der Bad Bank und der HRE entstanden, sagte der Minister am Mittwoch in Berlin nach Gesprächen mit FMS- und HRE-Managern. Der Vorgang sei inzwischen „weitestgehend aufgeklärt“.

Schäuble nannte die Panne „eine wirklich ärgerliche Geschichte“. Die Summe von 55,5 Milliarden Euro sei „schon allein geeignet, die Bevölkerung zu verunsichern“. Es habe aber „niemals ein Vermögensrisiko für die Bundesrepublik Deutschland und die Steuerzahler“ bestanden.

Der peinliche Bilanzierungsfehler hat keine personellen Konsequenzen. Sein Verständnis sei aber nicht, dass nun personelle Opfer gebracht werden müssten, so Schäuble. Im Mittelpunkt stünden die Aufklärung des Sachverhalts und bessere Strukturen, damit sich so etwas nicht wiederhole. „Alle Beteiligten haben Besserung gelobt“, sagte Schäuble. Er betonte zudem, dass sein Ministerium zum frühest möglichen Zeitpunkt umfassend informiert habe.

Nach Angaben von Schäuble soll nun die Bundesbank innerhalb von zwei Wochen Vorschläge machen, wie Zusammenarbeit und Aufsicht bei der HRE-Bad Bank verbessert werden könnten.

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    Die SPD gab sich damit nicht zufrieden. „Die Aufklärung von Schäuble ist keine Aufklärung. Das ist eine Fortsetzung der Vertuschung“, sagte Fraktionsmanager Thomas Oppermann. „Es kann nicht sein, dass niemand für den Fehler von 55,5 Milliarden Euro verantwortlich ist.“

    Auch die Vize-Chefin der Linksfraktion, Sahra Wagenknecht, attackierte den Minister: „Schäuble muss dieser unglaublichen Schlamperei unverzüglich ein Ende setzen.“ Es könne nicht sein, dass sein Ministerium sich mit Kommunikationsproblemen herausrede.

    • dapd
    • dpa
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    31 Kommentare zu "HRE-Panne: Schäuble erklärt Milliarden-Panne mit „Missverständnis“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Witz komm raus, du bist umzingelt!

      Die 55.500.000.000 Euro sind doch keine Einzelposition!
      Lt. Geschäftsbericht 2010 der FMSW "Mehr als 12.000 Einzelpositionen wurden in der Nacht vom 30. September auf den 1. Oktober des vergangenen Jahres von der Hypo Real Estate-Gruppe (HRE-Gruppe) auf die FMS Wertmanagement übertragen."
      Und wenn das jetzt bei der FMS Wertmanagement (schöner Name für die Bad Bank der HRE) keine Schulden mehr sind, stehen dem ja Guthaben von 55.500.000.000 Euro gegenüber und das in der Bad Bank?
      Schön, das wir dann nicht mehr fast 1.900.000.000.000 Euro Schulden haben, sondern 55.500.000.000 Euro weniger.
      Liebe Bad-Banker, liebe Wirtschaftprüfer - danke! Solltet ihr nie über das Wissen des 1. Lehrjahres einer kaufmännischen Ausbildung hinauskommen, oder? Denn: dann lassen sich Schulden auch auf diese Weise reduzieren, oder?
      Einmal ist keinmal, zweimal ist einmal zuviel! Leider war das schon mehrmals!

      Frage an den gesunden Menschenverstand: Kann das sein, was da erzählt und geschrieben wird (allein fehlt mir der Glaube)?

      Mehr zur FMSW: http://www.fms-wm.de/Deutsch/wir-ueber-uns/wir-ueber-uns.html

    • Wenigstens einer, der verstanden hat, was ich mit dem negativen Anreiz gemeint habe :-)
      Auch ich wundere mich über das hohe Maß der Empörung von ganz offensichtlichen Laien, die wohl immer noch der Meinung sind, man hätte versucht 55 Mrd. Euro zu unterschlagen, die jetzt wieder aufgetaucht wären oder das das Ganze eine riesige Vertuschungs-Staatsverschwörung wäre...
      Ich kann mich nur wiederholen: Much ado about nothing.

    • Ich sprach von sogenannten(!) Giftmüllpapieren, treffender wäre wohl das Adjektiv mutmaßlich. Es handelt sich um die verschiedensten Wertpapiere wie z.B. Griechenland-Bonds, Municipal Bonds, MBS, u.v.a. Natürlich ist es schwierig hierfür Käufer zu finden (wäre es leicht, hätte es in den vergangenen Jahren wesentlich weniger Finanzkrisen gegeben). Selbst wenn sich (wider jeder menschlichen Vernunft) kein einziger Käufer finden würde, kann man bei einigen dieser Wertpapiere ganz einfach auf die Auszahlung warten. Daß diese im Falle von "mutmaßlichen Giftmüllpapieren" nicht immer bei 100% liegen wird (im Falle Griechenland-Bonds schonmal maximal 50%), ist natürlich eine Binsenweisheit. Auf ein paar Milliarden Schulden wird Deutschland schon sitzenbleiben müssen.

    • Dieser Schäuble ist mittlerweile ja wohl nicht mehr tragbar. Mit welch einer Unverschämtheit entschuldigt der die 55,5 Milliarden-Panne bei der HRE mit Statistik- und Kommunikationsproblemen. Der Finanzminister hat wohl nicht den nötigen Überblick und ist unfähig in meinen Augen, zumal mit seinen persönlichen Mitarbeitern vor laufenden Kameras wesentlich härter ins Gericht geht. Dieser Mensch will an dieser "ärgerlichen Geschichte" was aufklären? Da habe ich so meine Zweifel. Jeder Beschäftigte würde im Arbeitsleben seinen Job verlieren bei einer solchen Schlamperei ganz zu schweigen von folgenden Konsequenzen der Arbeitsagentur gegenüber ihrem "Kunden". Und da kann sowas ungesühnt passieren. Wo sind wir hier bald....

    • Was ich bei dieser ganzen Diskussion bemerkenswert finde ist doch, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die die falschen Abschlüsse testiert hat, es weitestgehend geschafft hat, nicht namentlich in der Berichterstattung zu erscheinen (unter anderem auch hier in diesem Artikel nicht). Testiert bedeutet, dass die Herren Wirtschaftsprüfer, die nebenbei viel Geld für diesen "Prüfungsauftrag" vom Staat erhalten haben, bestätigen, dass der Abschluss ihrer Meinung nach frei von wesentlichen Fehlern ist. Also entweder sind 55 Mrd. in der heutigen Zeit unwesentlich geworden oder die Prüfer beherrschen ihr Handwerk einfach nicht.

      Ihrem Antlitz soll das aber scheinbar nicht schade. Ein Schelm, wer Böses hierbei denkt und eine gute Vernetzung des Unternehmens mit Medien und Bundesregierung vermutet!

      Einen schönen Gruß an die Nummer eins unter den Big4 WP-Gesellschaften PWC - PricewaterhouseCoopers!

    • Ich bin weder Anhänger von Schäuble noch habe ich mit der HRE zu tun, sondern sitze in der Schweiz als alter Sozi mit Wirtschaftserfahrung und würde mich freuen, wenn Steinbrück Kanzler würde. Von der gegenwärtigen Chaos-Trupp halte ich nicht viel. Aber man muss Herrn Schäuble nicht für jeden Fehler, der unterläuft zum Deppen machen.

    • hardy_22765 Danke für die Blumen. Man muss hier nicht ohne weiteres den Wirtschaftsprüfern Vorwürfe machen (Anm. ich bin keiner!) Die Verrechnung von Aktiv-und Passivposten einer Bilanz ist ein relativ kompliziertes Kapitel, abhängig von der Art der Verrechnungsposten.Das Beispiel war einfachst ausgewählt. 1.Lehrjahr war bezogen auf die Vermögensauswirkung. Der Fehler ist nach meinem Eindruck durch die Überführung der Daten aus der Bilanz in die statistische Meldung des Finanzministeriums entstanden. Hier sollte normalerweise über die kameralistische Buchhaltung auch Wissen über die doppelte Buchführung von Wirtschaftsbetieben und die Interpretation von Bilanzen vorhanden sein. Und wenn man es nicht versteht hilft ja gelegentlich Nachfragen. Ein netter Aspekt von Alexander_Peball ist, dass ein niedrigerer Schuldenstand unsere ausgabenfreudigen/steuersenkenden Minister nur dazu verleitet, wieder mehr Schulden zu machen.

    • Wenn ich 2 Millionen Euro aus Mißverständnis bei der UNI Kredit in der Schweiz ablege, man ist ja so gefordert in diesem Land, hat keiner Verständnis. Wenn meine Steuererklärung um 50000.- Tausend Euro verständnisvoll abweicht und das wird bemerkt, ebenfalls kein Verständnis beim Finanzamt. Aber ab 55 Milliarden Euro dieser läppischen Summe kommen den alten Lichtensteiner Schäuble
      die verständnisvollen Worte über die Lippen.

    • Wenn jemand diese "Giftmüllpapiere", wie Sie sie nennen, kauft, dann wird derjenige wiederum Schaden davontragen. Niemand wird diese Papiere kaufen. Es sei denn, er macht es mit Absicht, um sich seine Verluste hinterher vom Steuerzahler begleichen zu lassen. Die Schulden des Staates werden zu Schulden von Einzelnen. Das ist alles was dabei rauskommt.

    • Na ja, in Griechenland sind ja aus heiterem Himmel auch etliche Milliarden aufgetaucht und das Land kann bis Mitte November weitermachen, obwohl eigentlich Ende Oktober Schluß sein sollte, warum sollen bei der HRE nicht auch Milliarden auftauchen, die vorher keiner auf der Rechnung hatte. Fehlbuchungen hin oder her und das Schönreden derselben, der Eindruck ist ein katastrophaler und passt wie die Faust aufs Auge zur allgemeinen Lage.

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