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HSBC Trinkaus & Burkhardt Großbank HSBC übernimmt Deutschland-Tochter komplett – und erwägt schärfere Einschnitte

Europas größte Bank muss aufgrund der Coronakrise noch stärker sparen als bisher geplant. Auch in Deutschland hat sie dazu nach einem Deal künftig freie Hand.
26.05.2020 Update: 26.05.2020 - 13:37 Uhr Kommentieren
LBBW verkauft Anteile an HSBC Trinkaus & Burkhardt an britischen Mutterkonzern Quelle: dpa
HSBC Trinkaus & Burkhardt in Düsseldorf

Auch die deutsche Tochter der Großbank HSBC wird von dem Sparprogramm wohl nicht verschont bleiben.

(Foto: dpa)

London Die Coronakrise zwingt die britische Großbank HSBC, ihre Restrukturierungspläne zu verschärfen. Der Verwaltungsrat unter Leitung von Chairman Mark Tucker fordert laut „Financial Times“ weitere Einschnitte. Betroffen sind demnach die Operationen in Frankreich und den USA. Zusätzlich werde über einen Rückzug aus kleineren Märkten nachgedacht.

Vorstandschef Noel Quinn hatte im Februar einen weitreichenden Umbau von Europas größter Bank angekündigt. Er will weltweit 35.000 von 235.000 Stellen streichen und 4,5 Milliarden Dollar Kosten einsparen.

Zudem will er die Bilanz um Risiken in Höhe von 100 Milliarden Dollar erleichtern, indem er das Geschäft in Europa und den USA schrumpft. Auch die Investmentbanksparte soll verkleinert werden. Asien hingegen gilt weiterhin als Wachstumsregion und wird ausgebaut.

Aufgrund der Coronakrise wird die Strategie derzeit überarbeitet. Die Bank erwartet Kreditausfälle von bis zu elf Milliarden Dollar allein in diesem Jahr. Das erhöht den Spardruck. Laut „FT“ könnte das gesamte US-Filialgeschäft veräußert werden.

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    Bislang war nur geplant, ein Drittel der Filialen zu schließen. Das französische Privatkundengeschäft mit 4000 Mitarbeitern steht bereits seit längerem zum Verkauf. Die HSBC wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

    HSBC kauft LBBW-Anteile an Deutschland-Tochter

    Auch die deutsche Tochter HSBC Trinkaus & Burkhardt wird von dem Sparprogramm wohl nicht verschont bleiben. Die Londoner Zentrale stellte am Montag die Weichen, um in Düsseldorf künftig durchzuregieren.

    Die HSBC kauft der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) deren Anteile von 18,7 Prozent ab und stockt ihre Beteiligung auf 99,33 Prozent auf, wie die beiden Banken am Montagabend mitteilten. Die restlichen Aktionäre sollen gegen eine Barabfindung herausgedrängt werden.

    Zum Kaufpreis äußerten sich die beiden Banken nicht. An der Börse ist HSBC Trinkaus & Burkhardt aktuell 1,4 Milliarden Euro wert, so dass der Börsenwert des LBBW-Pakets bei rund 260 Millionen Euro liegt. Der Kaufpreis kann allerdings auch höher oder niedriger liegen.

    Der LBBW-Anteil an HSBC Trinkaus & Burkhardt stammt noch aus dem Jahr 1991, als sich eines der Vorgängerinstitute der LBBW an der Düsseldorfer Bank beteiligte. Die Landesbank erklärte, bei der Beteiligung habe es sich um eine reine Finanzbeteiligung ohne geschäftsstrategische Bedeutung gehandelt. Sie durfte sich in den vergangenen Jahren über regelmäßige Dividenden von HSBC freuen.

    Innerhalb der Bank wird die Komplettübernahme der deutschen Tochter als „Bekenntnis zu Europa“ verkauft. Doch gibt es keinen Zweifel, dass die Operationen in ganz Europa auf dem Prüfstand stehen.

    Immerhin läuft das Deutschlandgeschäft besser als andere Märkte. Die bereinigte Eigenkapitalrendite lag im vergangenen Jahr bei 5,1 Prozent – deutlich über dem europäischen Schnitt von 0,6 Prozent. Die Mitarbeiterzahl in Deutschland war in den vergangenen Jahren auf 3000 gestiegen.

    Die HSBC hatte sich zuletzt gegen den Vorwurf gewehrt, sich aus Deutschland zurückzuziehen. Man weite das Geschäft aus und stehe nicht auf der Bremse, hatte der für das Unternehmenskundengeschäft zuständige Vorstand Nicolo Salsano erklärt. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hatte zuvor behauptet, die Auslandsbanken träten in der Krise den Rückzug an.

    Noch ist unklar, wann Quinn das Update zu seiner Strategie verkündet. Vorerst hat er die Restrukturierung wegen der Pandemie auf Eis gelegt. Auch der Stellenabbau ist aufgeschoben. Doch Verwaltungsratschef Tucker ist nicht für seine Geduld bekannt.

    Mit Agenturmaterial.

    Mehr: Aufgrund des Coronavirus warnt die Europäische Bankenaufsicht vor einem massiven Anstieg fauler Kredite.

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