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Immobilienkredite Baufinanzierung ohne Papierkram: Die PSD-Banken vergeben Immobilienkredite komplett digital

Die genossenschaftlichen PSD-Banken gelten als Vorreiter bei der Online-Baufinanzierung. Beobachter gehen davon aus, dass die Entwicklung Auswirkungen auf die Filialen hat.
14.07.2021 - 20:06 Uhr Kommentieren
Die Baufinanzierung boomt und läuft zusehends online. Die PSD-Banken vergeben einen Teil der Immobilienkredite komplett digital. Quelle: imago/Sven Simon
Wohnungsbau

Die Baufinanzierung boomt und läuft zusehends online. Die PSD-Banken vergeben einen Teil der Immobilienkredite komplett digital.

(Foto: imago/Sven Simon)

Frankfurt Die genossenschaftlichen PSD-Banken treiben die volldigitale Baufinanzierung voran. Im vergangenen Jahr haben die 14 PSD-Banken Immobilienkredite im Volumen von fast 350 Millionen Euro komplett digital an ihre Kunden vergeben. Das entspricht zwölf Prozent des gesamten Neugeschäfts, wie Verbandschef Dieter Jurgeit am Mittwoch sagte.

Die PSD-Banken ähneln Onlinebanken. Sie kommen zusammen auf eine Bilanzsumme von 27 Milliarden Euro, betreiben aber insgesamt weniger als 50 Filialen.

Die Baufinanzierung ist mit Abstand ihr wichtigstes Geschäft. 43 Prozent des Neugeschäfts von knapp drei Milliarden Euro lief über Plattformen oder Vermittler wie Interhyp. Im Branchenschnitt lag der Anteil des Baufinanzierungsvolumens zuletzt bei gut 30 Prozent, wie die Beratungsfirma Investors Marketing ermittelt hat. Sie erwartet, dass er bis 2025 auf knapp 50 Prozent steigt.

Mit ihrer volldigitalen Baufinanzierung gelten die PSD-Banken als Vorreiter. Sie haben dabei den Anspruch, gänzlich auf Papierversand zu verzichten. Andere Geldhäuser digitalisieren das Geschäft auch zusehends, aber häufig müssen Unterlagen wie Gehaltsabrechnungen oder Vermögensaufstellungen noch postalisch gesendet werden, vor allem aber der Vertrag samt Unterschrift.

Die Onlinebank ING ist 2020 „den ersten Schritt zu einer volldigitalen Baufinanzierung gegangen“. Kunden könnten über die Website in Echtzeit prüfen lassen, ob und zu welchen Konditionen sie eine Finanzierung bei der ING bekommen, erklärt die Bank. Im Erstgespräch mit den Beratern lägen dann alle grundlegenden Informationen vor.

Bei der Comdirect können Anfrage und Beratung sowie das Hochladen von Dokumenten bis zur Einreichung zur Kreditentscheidung vollständig digital passieren, so die Onlinetochter der Commerzbank. „Ein Vertrag ist dennoch noch physisch mit Unterschrift nötig.“

Für die deutschen Geldhäuser ist die private Baufinanzierung ein lukratives und boomendes Geschäft. Im vergangenen Jahr vergaben die Banken und Sparkassen private Immobilienkredite im Volumen von 273 Milliarden Euro. Allein in den ersten vier Monaten 2021 betrug das Neugeschäft fast 100 Milliarden Euro, wie die Beratungsgesellschaft PwC auf Basis von Bundesbank-Daten berechnet hat.

PSD-Banken sehen sich durch das BGH-Gebührenurteil kaum betroffen

Beobachter gehen davon aus, dass in der Finanzbranche komplett digitale Abschlüsse auch komplexerer Produkte zunehmen werden – und parallel die Zahl der Filialen weiter absackt. Das Beratungshaus Oliver Wyman erwartet, dass im Jahr 2022 rund 60 Prozent der Produktabschlüsse über das Online- oder Mobile-Banking erfolgen. 2019 lag der Anteil bei 47 Prozent. Jurgeit zufolge wünschen gerade jüngere Kunden, dass sie möglichst alle Bankgeschäfte in der Banking-App abwickeln können.

Aus dem jüngsten BGH-Urteil zu Bankgebühren erwarten die PSD-Banken keine nennenswerten Belastungen. „Wir sehen das Thema extrem entspannt“, sagte Jurgeit, dessen Vertrag als Verbandschef gerade erst dauerhaft verlängert wurde. Die 14 Institute seien „so gut wie gar nicht betroffen“.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte Ende April entschieden, dass die Klauseln der AGB, über die Banken üblicherweise Gebühren für Privatkunden erhöhen, unzulässig sind – und damit einen Schock in der Bankenbranche ausgelöst. Bis dahin war es gängige Praxis, dass höhere Gebühren über AGB-Änderungen griffen, wenn Kunden innerhalb einer bestimmten Frist nicht widersprachen.

Für die Geldhäuser ist es nun zum einen aufwendiger, Entgelte anzuheben, weil sie Kunden individuell ansprechen müssen. Für bisherige Gebührenerhöhungen müssen sie die Zustimmung der einzelnen Kunden einholen. Zum anderen müssen sie mit Rückforderungen rechnen.

Unter den 1,2 Millionen PSD-Kunden haben Jurgeit zufolge nur 25 Prozent ein Girokonto bei den PSD-Banken. Zwar haben die PSD-Banken, die lange Gratiskonten angeboten hatten, erst kürzlich Gebühren eingeführt. Doch laut Jurgeit haben sich bei mehreren PSD-Banken, mit denen er gesprochen habe, nur 30 bis 40 Kunden gemeldet, die Geld zurückforderten: „Es sind minimale Beträge, die zusammenkommen.“

Mehr: DIW-Studie: Drei Wege, um aus Mietern Eigentümer zu machen.

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