Inflationsrate: Sparkassen-Kunden haben kaum noch Geld zum Sparen – neue Einlagen brechen um 98 Prozent ein
Der Einlagezuwachs der Sparkassen ist bundesweit im ersten Halbjahr 2022 drastisch gesunken. Kamen im Vorjahr noch 25 Milliarden hinzu, sind in diesem Jahr bisher nur 600 Millionen Euro zugeflossen.
Foto: dpaFrankfurt. Viele Sparkassenkunden können nicht oder kaum mehr sparen. „Die Hälfte unserer Kundinnen und Kunden braucht ihre kompletten Einnahmen für die Deckung der monatlichen Ausgaben“, sagte der baden-württembergische Sparkassen-Präsident Peter Schneider am Donnerstag in Stuttgart.
Bundesweit brachen die neuen Einlagen regelrecht ein. Bei den gut 360 deutschen Sparkassen erhöhten sich die Guthaben der Kunden im ersten Halbjahr 2022 gerade mal noch um 600 Millionen Euro. Im gleichen Zeitraum 2021 waren den Sparkassen noch 25 Milliarden Euro zugeflossen – ein Rückgang um 97,6 Prozent. Im ersten Halbjahr 2020 hatten die Mittelzuflüsse noch bei fast 30 Milliarden Euro gelegen.
Peter Schneider hat für den dramatischen Rückgang des Netto-Einlagenzuflusses, der auch in Baden-Württemberg immens ist, eine eindeutige Erklärung: Die Sparfähigkeit gehe aufgrund der starken Inflation zurück. Mit anderen Worten: Wegen der gestiegenen Ausgaben durch die immer höheren Preise sind viele Kunden schlicht nicht mehr in der Lage, Geld zur Seite zu legen. Zudem biete sich durch den Wegfall der meisten Einschränkungen der Corona-Pandemie wieder die Möglichkeit, mehr Geld auszugeben, beispielsweise für den Urlaub.