Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Insolventer Zahlungsdienstleister Deutsche Bank pokert um die Wirecard Bank

Der Chef der Unternehmenssparte der Deutschen Bank, Stefan Hoops, sieht den Kauf der Wirecard-Tochter weiter als Option. Sie sei allerdings nur eine von vier Möglichkeiten.
31.08.2020 - 18:59 Uhr Kommentieren
FinCEN-Files: Das wissen wir zu den Geldwäsche-Enthüllungen Quelle: REUTERS
Hauptsitz der Deutschen Bank

Laut „Süddeutscher Zeitung" war der heutige Vorstandschef Christian Sewing in seiner früheren Rolle als Leiter der Konzernrevision mitverantwortlich dafür, dass ein Geldwäscheskandal in Russland viel zu spät erkannt wurde. Das Geldhaus widerspricht.

(Foto: REUTERS)

Frankfurt Die Deutsche Bank gibt sich im Rennen um eine Übernahme der Wirecard Bank noch nicht geschlagen. Zumindest lässt sich so ein Post von Stefan Hoops, dem Chef der Unternehmenssparte des Instituts, auf dem Karrierenetzwerk LinkedIn interpretieren. Hoops nennt darin vier Optionen für die Strategie der Deutschen Bank, um im Zahlungsverkehr zu wachsen.

An dritter Stelle nennt er die Prüfung, ob die Übernahme „von Teilen Wirecards“ eine „nützliche Ergänzung“ wäre. Hoops hatte in der Vergangenheit mehrfach signalisiert, dass er im Zahlungsverkehr unbedingt wachsen will.

Mit dem Beitrag signalisiert das Institut, dass es weiter an der Wirecard Bank interessiert ist, ohne aber eine allzu große Bereitschaft anzudeuten, dafür einen höheren Kaufpreis als bislang bieten zu wollen.

Vor Kurzem hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, die Deutsche Bank sowie weitere Interessenten hätten zwar nicht bindende Gebote für das Kerngeschäft des insolventen Zahlungsdienstleisters abgegeben, diese lägen aber alle unter 100 Millionen Euro. Bei 100 Millionen Euro liegt die Schwelle, ab der sich in den Augen von Insolvenzverwalter Michael Jaffé ein Verkauf der Bank eher lohnt als eine Liquidation.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Allerdings ist der Insolvenzverwalter nicht völlig frei in seinen Entscheidungen: Mit der Insolvenz der Wirecard AG hat die Finanzaufsicht Bafin die Kontrolle über die Wirecard Bank übernommen. Sie versucht, das Institut zu stabilisieren.

    Jaffé hat das bereits zu spüren bekommen: Von dem rund 260 Millionen Euro hohen Guthaben des Wirecard-Konzerns bei seiner Banktochter haben die Bankenaufseher zum Beispiel erst 26,8 Millionen Euro freigegeben, wie aus dem nicht öffentlichen Insolvenzbericht Jaffés hervorgeht.

    In einem weiteren Fall verboten die Aufseher einem Manager der Wirecard Bank, seinen Direktorenposten bei einer anderen Wirecard-Tochter fortzuführen, weil sie Interessenkonflikte zwischen beiden Aufgaben witterten. Jaffé war mitten im Verkaufsprozess dieser anderen Wirecard-Tochter gezwungen, sehr kurzfristig nach personellem Ersatz zu suchen.

    Bafin entscheidet mit

    Auch beim Verkauf der Wirecard Bank haben die Bankenaufseher ein Wörtchen mitzureden: Bei einem Eigentümerwechsel müssen sie beurteilen, ob sie den Bankkäufer in spé für zuverlässig und finanziell stabil genug halten. Das schränkt den potenziellen Bieterkreis ein.

    Wie das Verkaufsverfahren in dieser Gemengelage ausgeht, lässt sich deshalb schwer sagen. Sicher ist, dass sich die Deutsche Bank einen Insider gesichert hat, der den Wert der Wirecard Bank gut einschätzen kann: Denn am Dienstag stößt Kilian Thalhammer, bislang Manager im Produktbereich von Wirecard, zur Deutschen Bank.

    Er soll bei der Deutschen Bank den Bereich „Merchant Solutions“ leiten. Dahinter verbirgt sich die Verantwortung für Bezahllösungen für Unternehmen, die Geschäfte direkt mit dem Endkunden abwickeln. Dafür müssen Händler ihren Kunden zum Beispiel unterschiedliche Zahlungsmethoden bereitstellen können.

    „Kilian ist bestens in der Lage einzuschätzen, was für unsere Kunden und Aktionäre am meisten Sinn ergibt“, schreibt Hoops in seinem LinkedIn-Beitrag. Daneben listet Hoops aber noch weitere Optionen auf, die Thalhammer prüfen soll: organisches Wachstum mit mehr Tempo, den Kauf eines Paytechs, also eines jungen Finanztechnologieunternehmens aus dem Zahlungsverkehrsbereich, oder eine Partnerschaft mit einem Paytech.

    Mehr: Paymentgeschäft – der neue Wettlauf im Zahlungsverkehr

    Startseite
    Mehr zu: Insolventer Zahlungsdienstleister - Deutsche Bank pokert um die Wirecard Bank
    0 Kommentare zu "Insolventer Zahlungsdienstleister: Deutsche Bank pokert um die Wirecard Bank"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%