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Interview Barclays-Europachef Ceccato über Brexit-Folgen: „Das Geschäft in Kontinentaleuropa wächst schneller“

Der Banker ist überzeugt: Der Brexit muss für London und die europäischen Finanzplätze kein Nullsummenspiel sein. Er sieht die Situation als Chance.
16.03.2021 - 04:01 Uhr Kommentieren
„London wird auf absehbare Zeit einer der wichtigsten internationalen Finanzplätze bleiben“, meint der Banker. Quelle: Barclays
Francesco Ceccato

„London wird auf absehbare Zeit einer der wichtigsten internationalen Finanzplätze bleiben“, meint der Banker.

(Foto: Barclays)

Frankfurt Francesco Ceccato leitet das Geschäft der britischen Großbank Barclays in Kontinentaleuropa. Er geht davon aus, dass sich durch den Brexit in der europäischen Finanzszene eine neue Arbeitsteilung entwickeln wird.

Herr Ceccato, über die Hälfte der Mitarbeiter von Barclays in Kontinentaleuropa sitzen in Deutschland. Trotzdem haben Sie sich bei den Brexit-Vorbereitungen für Irland als Sitz ihres EU-Hauptquartiers entschieden und nicht für Frankfurt wie viele Konkurrenten, warum?
Ein Vorteil von Dublin für uns ist sicher die englische Sprache. Wir sind eine angelsächsisch geprägte Bank, unsere stärksten Märkte sind die USA und Großbritannien. Da gibt es eine große kulturelle Nähe zu Dublin. Wichtig war außerdem, dass wir in Dublin bereits über eine regulierte Bank verfügten, die hätten wir in Frankfurt erst neu gründen müssen. Im Grunde ist es eine akademische Debatte. Als Barclays Europe verstehen wir uns als europäische Bank.

Wie viele Mitarbeiter hat Barclays denn wegen des Brexits aus London verlagert?
Verglichen mit der gesamten Mitarbeiterzahl in London geht es um eine überschaubare Menge. Wir sprechen hier nicht von Tausenden, sondern von einer niedrigen dreistelligen Zahl.

Durch den Brexit wird auch die Finanzbranche neu geordnet, der Handel mit kontinentaleuropäischen Aktien ist beispielsweise von London nach Amsterdam abgewandert. Werden wir noch mehr solche Entwicklungen sehen?
London wird auf absehbare Zeit einer der wichtigsten internationalen Finanzplätze bleiben. Der Markt ist sehr tief und sehr reif. Das ist das Ergebnis einer jahrhundertelangen Entwicklung. Aber der Brexit ist sicher eine Wachstumschance für die kontinentaleuropäischen Finanzzentren. Ich sehe das nicht als Nullsummenspiel, bei dem der eine Standort das verliert, was der andere gewinnt.

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    Wie könnte so eine Spezialisierung aussehen?
    Da stehen wir noch ganz am Anfang. Viel wird davon abhängen, wie die endgültigen Vereinbarungen zu den Finanzdienstleistungen zwischen der EU und Großbritannien aussehen werden. Eines ist aber klar, wenn sich Kontinentaleuropa wirklich zu einem internationalen Finanzplatz von Rang entwickeln soll, dann muss die EU die Kapitalmarktunion vollenden. Große Deals brauchen tiefe Märkte, und die wird es ohne einen einheitlichen Kapitalmarkt nicht geben.

    Als Hauptpreis im Brexit-Poker zwischen London und Brüssel gilt die Abwicklung von in Euro denominierten Derivategeschäften, das sogenannte Euro-Clearing, das im Moment in London konzentriert ist. Die britische Notenbank warnt vor Risiken für das Finanzsystem, wenn die EU darauf besteht, dieses Geschäft auf den Kontinent zu ziehen. Wie sehen Sie das?
    Harte Barrieren sind nie hilfreich. Ich fände es gut, wenn es beim Euro-Clearing einen fairen Wettbewerb der Finanzplätze gäbe. Für die Marktakteure ist es wichtig, eine Wahl zu haben.

    Wo wächst denn das Geschäft schneller, in Großbritannien oder in Kontinentaleuropa?
    Im Moment in Europa. Das ist zu einem erheblichen Teil eine Art Nachholwachstum, weil Geschäfte, die vorher vor allem in London stattfanden, teilweise verlagert werden. Wir bei Barclays sind von den Wachstumschancen in Kontinentaleuropa überzeugt, das gilt vor allem auch für Deutschland. Wer Europa erobern will, der muss in Deutschland eine starke Rolle spielen. Wir haben unsere Kapitalallokation und unsere Personalplanung so organisiert, dass wir von diesen Wachstumschancen profitieren werden.

    Mehr: Kein großer, aber viele kleine Sieger: Diese Finanzplätze sind Gewinner des Brexits.

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