Interview mit Andrea Orcel: Unicredit-Chef bekundet Interesse an Zukäufen in Deutschland
Der Unicredit-Chef hat sich Finanzkreisen zufolge rund um den Jahreswechsel mit Commerzbank-Chef Manfred Knof ausgetauscht.
Foto: HandelsblattFrankfurt. Vorstandschef Andrea Orcel will das Geschäft von Unicredit in Deutschland ausbauen und liebäugelt dabei mit Zukäufen. Das Institut wachse mit seiner Tochter Hypo-Vereinsbank (HVB) in Deutschland organisch und könne das auch weiterhin tun, sagte Orcel dem Handelsblatt. Fusionen und Übernahmen könnten jedoch „ein Beschleuniger sein und zu den richtigen Bedingungen einen Mehrwert schaffen. Eine signifikante Erhöhung unseres Marktanteils in Deutschland wäre gut für die Unicredit als Ganzes.“
Unicredit sei eine paneuropäische Bank, erziele aber immer noch 40 bis 45 Prozent ihrer Erträge in Italien, erklärte Orcel. „Mein großes Ziel ist es, unsere Ertragsquellen weiter zu diversifizieren, um eine voll entwickelte europäische Bank zu werden.“ Mit Übernahmen würde der langjährige Investmentbanker deshalb am liebsten das Geschäft außerhalb Italiens stärken.
Finanzkreisen zufolge hat sich Orcel rund um den Jahreswechsel mit Commerzbank-Chef Manfred Knof ausgetauscht, Übernahmepläne dann aber wegen des Kriegs in der Ukraine auf Eis gelegt. Weit fortgeschritten waren die Gespräche über einen Kauf der Commerzbank laut Orcel aber nicht. „Es gab hierzu keinen engeren Austausch.“