Interview mit David Lynne: Deutsche Bank nimmt geopolitische Risiken stärker in den Blick
Der neue Firmenkundenchef David Lynne setzt seine Hoffnungen vor allem auf den Zahlungsverkehr.
Foto: dpaFrankfurt. Die Deutsche Bank kündigt eine härtere Gangart gegenüber Kunden an, deren Geschäft besonders abhängig von risikoreichen Staaten ist. „Generell werden wir bei der Risikoanalyse unserer Kunden in Zukunft verstärkt darauf achten, dass sie nicht zu abhängig von einzelnen Ländern sind – da geht es nicht alleine um China“, sagte der neue Firmenkundenchef des Instituts, David Lynne, dem Handelsblatt in seinem ersten Interview.
Die Risikoeinstufung kann sich auf die Kreditkonditionen auswirken, die ein Unternehmen von einer Bank erhält.
Lesen Sie hier das vollständige Interview mit David Lynne:
Herr Lynne, Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing warnte vor Kurzem vor einer zu großen Abhängigkeit deutscher Unternehmen von China. Ist die deutsche Wirtschaft für dieses Thema sensibilisiert?
Wir beobachten schon seit einiger Zeit, dass internationale Unternehmen – das gilt auch für deutsche Konzerne – ihre Lieferketten diversifizieren. Das liegt zum einen an den Lehren aus der Pandemie und an geopolitischen Unsicherheiten, zum anderen an den gestiegenen Produktionskosten in Ländern wie China, die früher als günstig galten. Denn für viele Unternehmen sind diese Länder im globalen Vergleich kein wirklich günstiger Produktionsstandort mehr.