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Investment-Banking „Die Situation ist beängstigend“

Der jüngste Quartalsverlust bei Goldman Sachs war Zeichen für einen großen Einbruch des Investment-Bankings. Immer mehr Kunden scheuen riskante Anlagen. Analysten sehen die Branche bereits im „Krisenmodus“.
19.10.2011 - 16:08 Uhr 8 Kommentare
Ab in den Hintergrund: Die Investmentbanken, einstige Geldmaschinen der Finanzmärkte, stecken nun in der Krise. Quelle: Reuters

Ab in den Hintergrund: Die Investmentbanken, einstige Geldmaschinen der Finanzmärkte, stecken nun in der Krise.

(Foto: Reuters)

New York, London In manchem Handelsraum an der Wall Street, der Londonder City und der Finanzmetropole Frankfurt herrscht beängstigende Stille. „Wir haben immer weniger zu tun. Die Kunden sind einfach ängstlich und machen nichts“, sagt der Händler eines großen US-Instituts in London. „Immer mehr Schreibtische um mich herum werden geräumt, die Leute entlassen. Das ist schon beängstigend“, fügt der Händler hinzu - obwohl er in seinem langen Berufsleben schon einige Krisen erlebt hat.

Neuer Beleg für die Krise des Investment-Bankings ist der Quartalsverlust von Goldman Sachs. Der Handel mit Anleihen etwa - bislang eine Art Gelddruckmaschine des Instituts - ist drastisch eingebrochen, weil die Kunden sich zurückhalten.

Aber nicht nur Goldman, sondern die gesamte Branche kämpft mit schwierigen Problemen - die Kunden plagen düstere Erinnerungen an die Lehman-Pleite im September 2008, die Lust am Risiko ist ihnen vergangen. Die Analysten der Schweizer Großbank UBS sehen die Investmentbanker bereits im „Krisenmodus“. Dafür machen die Experten nicht nur die wegbrechenden Einnahmen verantwortlich, sondern „eine lange Liste von Sorgen“, die von Problemen bei der Refinanzierung über den immer stärkeren Druck der Politik bis zum wachsenden Risiko juristischer Klagen von erbosten Kunden reicht.

Diese Probleme machen nicht nur den großen Wall-Street-Häusern zu schaffen, sondern auch der europäischen Konkurrenz. Wenn die Deutsche Bank am 25. Oktober ihr Ergebnis für das dritte Quartal vorlegt, erwarten die UBS-Analysten einen Einbruch des Vorsteuergewinns im Investment-Banking um fast 90 Prozent. Für die gesamte Bank rechnen die Experten mit einem Rückgang des Ergebnisses um 63 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

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    Ausgesprochen pessimistisch für die gesamte Branche sind auch die Experten von JP Morgan. Sie sagen voraus, dass in diesem Jahr, verglichen mit 2010, der Gewinn der wichtigsten Investmentbanken um 24 Prozent sinken wird. Für 2012 prognostizieren sie einen Rückgang um 13 Prozent.

    Die Branche reagiert mit Massenentlassungen
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    8 Kommentare zu "Investment-Banking: „Die Situation ist beängstigend“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Zerschlagt endlich diese Investment / Zockerbankn in Teile, wo es keinem weh tut, wenn sie auf dem Sondermüll landen.

      Diese Zocker haben es echt geschafft, normales Banking (Spar-Einlagen, Kredite und Geld-Überweisungen) mit ihrem Drogen-Zocken zu vermischen.

      Und so machten sie uns zu ihren Slaven

    • Die Marge der Eigenkapitalrendite gehört den Aktionären. Die Banker bekommen Gehalt und eventuell einen Bonus. Also, es könnte schlimmer sein.

    • Mag sein, aber so deutlich drunter sind sie nicht. Und ein bisschen Marge muss man selbst den "bösen" Bänkern zugestehen.

    • Das Bankenwesen ist aber ganz bestimmt nicht die Branche, die 10% Kapitalskosten hat.

    • Eine Eigenkapitalrendite muss immer mit den Kapitalkosten verglichen werden um zu einer belastbaren Aussage über die Qualität des Gewinns zu kommen. Es gibt nicht wenige Branchen mit Kapitalkosten höher als 10% - da reicht eine EK-Rendite von 9,5% langfristig nicht.
      Aber natürlich ist es für einen demagogischen Politiker leicht in einer Talk-Show in zehn Sekunden den unzulässigen Vergleich der vermeintlich hohen EK-Rendite mit der niedrigen Sparbuchverzinsung von "Tante Erna" zu ziehen.

    • Was soll´s?
      Es trifft doch keine Armen. Und die Aktionäre dürften sich bei 9,5% Rendite auch nicht beschweren. Die Anleger sollten das Risiko gekannt haben, dass man mit riskanten Anlagen auch Geld verlieren kann.

      Also mein Mitleid hält sich in Grenzen.

    • Andere Branchen wären froh, diese Rendite von 9,5% zu erwirtschaften. Die Banker dagegen sind ausgesprochen "pessimistisch". Der Optimismus, der lange herrschte, war irreal. Jetzt ist man auf den Boden zurückgekehrt, endlich.

    • Man sollte doch hoffen das dies erst der Anfang vom Ende des Investment-Bankings ist. Es ist schlichtweg verrucht, was diese Sparte des Bankwesens verursacht hat.
      Völlig losgelöst von Realwirtschaftlichen Tugenden wurde einfach nur Geld mit Geld verdient. Die derzeit noch vorhandenen Gewinne sollten gänzlich von unseren darbenden Staaten abgeschöpft werden und danach sollte dieser Geschäftszweig komplett verschwinden.
      Weiterhin erschrecken ist es doch, wenn eine Eigenkaptial-Rendite von 9,5% als mager bezeichnet wird. Welcher Immobilienbesitzer oder redlicher Kaufmann kann solche Renditen erzielen ohne betrügerisch vorzugehen?

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