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InvestmentbankGoldman kürzt Gehalt von CEO Solomon um 30 Prozent

Es war ein schwieriges Jahr für das US-Finanzinstitut. Investmentbanking-Chef Esposito sieht für dieses Jahr „positive Anzeichen“ fürs Kerngeschäft.Astrid Dörner 27.01.2023 - 19:18 Uhr Artikel anhören

Der Goldman-Chef verdient weniger als im Vorjahr, aber immer noch 25 Millionen Dollar.

Foto: Reuters

New York. Goldman-Sachs-CEO David Solomon verdiente im vergangenen Jahr rund 30 Prozent weniger und zieht somit Konsequenzen aus einem turbulenten Jahr für das renommierte Wall-Street-Haus. Die Bank entließ gut 3000 Mitarbeiter – das war die größte Entlassungswelle seit der Finanzkrise.

Der Nettogewinn lag rund 50 Prozent unter dem aus dem Rekordjahr 2021. Solomons Grundgehalt betrug zwei Millionen Dollar, die variable Vergütung lag bei 23 Millionen Dollar, wie am Freitag aus einer Pflichtmitteilung an die Börsenaufsicht hervorging. 2021 nahm er noch 35 Millionen Dollar mit nach Hause und gehörte zu den bestbezahlten Bankenchefs.

Insgesamt schnitt Goldman in diesem Jahr schlechter ab als die Konkurrenz. Der Vorstoß in das Privatkundengeschäft war deutlich teurer und weniger lukrativ als ursprünglich gedacht und wird nun zurückgefahren, wie Solomon im vergangenen Jahr bereits angekündigt hatte. Dabei geht es im Wesentlichen um die Onlinebank „Marcus“ und um das Kreditkartengeschäft. Daher musste Solomon einen größeren Abschlag hinnehmen als andere Banken-CEOs.

Details zur Strategie für dieses Jahr will die Bank beim Investorentag am 28. Februar bekannt geben. Octavio Marenzi von der Kapitalmarktberatung Opimas geht davon aus, dass weitere Kürzungen bei Goldman anstehen könnten. Die Kosten der Bank seien deutlich gestiegen, „während die Einnahmen eingebrochen sind. Dies deutet stark daraufhin, dass weitere Kostensenkungen und Entlassungen anstehen werden.“

Der Co-Chef von Global Banking and Markets gibt sich im Gespräch mit dem Handelsblatt optimistisch.

Foto: Goldman Sachs

Mögliches Comeback bei Fusionen und Übernahmen

Jim Esposito, Co-Chef der wichtigen Sparte Global Banking and Markets, gab sich im Gespräch mit dem Handelsblatt unterdessen zuversichtlich mit Blick auf das Kerngeschäft der Bank. „Das Fundament von Goldman Sachs ist stark und wir haben eine sehr gute Marktposition für die kommenden Jahre“, betonte Esposito, in dessen Geschäftsbereich das Investmentbanking und das Handelsgeschäft zusammengefasst wurde.

Vor allem der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren lief im vergangenen Jahr gut und verbuchte die zweithöchsten Umsätze überhaupt. Im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen (M&A) lag Goldman auf Platz eins, wie die Bank bei der Vorstellung ihrer Quartalszahlen Mitte Januar bekannt gab.

Hier sieht Esposito trotz des schwierigen Marktumfelds auch für dieses Jahr Wachstumschancen. Der Bereich erlebte im vergangenen Jahr einen Dämpfer. Die rapide gestiegenen Leitzinsen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) sowie die Sorgen um eine Rezession in den USA und die Folgen des Krieges in der Ukraine haben den Boom auf dem M&A-Markt vorerst beendet.

Die Stimmung könnte sich jedoch schon bald wieder drehen, glaubt der Goldman-Manager. Dafür müssten sich allerdings Private-Equity-Häuser wieder stärker engagieren. Angesichts der hohen Zinsen sind fremdkapital-finanzierte Deals unattraktiver geworden. Auch Banken haben sich bei der Finanzierung dieser Deals vermehrt zurückgehalten und konnten Kredite zum Teil nicht wie geplant an Investoren weiterverkaufen.

Doch die Lage sei deutlich besser als zur Finanzkrise 2008. „Es braucht nicht viel, bis die „Risk-on“-Stimmung in diesem Markt zurückkommt. Wir sind noch nicht ganz da, aber ich sehe erste positive Anzeichen“, so Esposito.

Insgesamt schnitt Goldman Sachs in diesem Jahr schlechter ab als die Konkurrenz.

Foto: Reuters

Ein weiteres Indiz könnte es auch in der kommenden Woche nach dem Zinsentscheid der Fed geben. Ökonomen erwarten, dass die Zinsen nur noch um einen viertel Prozentpunkt steigen werden und damit deutlich langsamer als im vergangenen Jahr. Die Fed hatte den Leitzins im Rekordtempo auf die Spanne von 4,25 bis 4,5 Prozent angehoben. In Europa liegt der Leitzins bei 2,5 Prozent.

Börsengänge bleiben aus

Unternehmen hätten unterdessen weiter Interesse an Transaktionen, so Esposito. „Der Konsolidierungsdruck ist hoch. Das gilt für praktisch alle Branchen.“ Viele Firmen sind dabei, ihre Lieferketten neu zu organisieren und dabei weniger abhängig von China zu werden. Auch das würde den Bedarf an Fusionen und Übernahmen verstärken. Weniger zuversichtlich ist Esposito dagegen für ein Comeback von Börsengängen.

Ein großer Teil des IPO-Marktes in den Jahren 2020 und 2021 „wurde von Technologieunternehmen angetrieben, und einige Firmen sind deutlich von dem Wert entfernt, mit dem sie an die Börse gegangen sind“, gab der langjährige Investmentbanker zu bedenken. Daher sei der Enthusiasmus der Anleger gebremst.

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Gerade die einst gehypten Unicorns aus dem Silicon Valley, Tech-Start-ups, die mit über einer Milliarde Dollar bewertet waren, haben für schwere Verluste in den Portfolios der Anleger gesorgt. Die Kryptobörse Coinbase etwa, die 2021 mit Goldmans Hilfe an die Börse ging, hat seitdem 85 Prozent an Wert verloren. Ähnlich sehen die Verluste bei dem Elektroauto-Hersteller Rivian aus. Der Lieferdienst Doordash, der Ende 2020 an die Börse ging, liegt rund 68 Prozent im Minus.

Leuchtende Ausnahme war im vergangenen Jahr der Börsengang des Stuttgarter Autobauers Porsche, bei dem auch Goldman Sachs beteiligt war. Dabei habe es sich jedoch im Gegensatz zu vielen Tech-Firmen „um ein gut geführtes Unternehmen mit einem starken Geschäftsmodell“ gehandelt.

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