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Investmentbanking Geschäft mit Fusionen und Übernahmen mit stärkstem Einbruch seit sieben Jahren

Fusionen und Übernahmen sind in Krisenzeiten Mangelware. Eine schnelle Erholung wie nach dem Sars-Virus wird es wohl nicht geben.
03.04.2020 - 16:39 Uhr Kommentieren
Der Konzern wurde Anfang April übernommen. Für das erste Quartal kam der Deal zu spät. Quelle: dpa
Mannheimer Versorger MVV

Der Konzern wurde Anfang April übernommen. Für das erste Quartal kam der Deal zu spät.

(Foto: dpa)

Frankfurt Es gibt sie noch: Übernahmen, die trotz Corona-Krise durchgezogen werden. Das jüngstes Beispiel kommt aus Deutschland, wo Anfang April der Infrastrukturinvestor First State den Mannheimer Regionalversorger MVV Energie erworben hat. Die Altaktionäre ENBW und Rheinenergie verkaufen ihre Beteiligungen von zusammen 45,1 Prozent und erhalten dafür laut Finanzkreisen rund 750 Millionen Euro.

Der Deal ist damit einer der größten im laufenden Jahr in Deutschland. Als Berater kassieren Perella Weinberg bei den Verkäufern und das Bankhaus Metzler sowie Macquarie vom Käufer Provisionen. First State gehört zu Mitsubishi UFJ, dem Finanzarm des Mitsubishi-Konzerns.

Für das erste Quartal kam der Deal allerdings zu spät. Nach Berechnungen der Anwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer fiel das Volumen von Fusionen und Übernahmen (M&A) im ersten Quartal des laufenden Jahres weltweit um 35,3 Prozent auf 498 Milliarden Dollar im Vergleich zum Vorquartal. Ein derartigen Einbruch hat es seit sieben Jahren nicht mehr gegeben.

Die großen Transaktionen kamen aus Europa. Dazu gehörte etwa die Übernahme des Versicherungsmakler Willis Towers Watson durch den britischen Konkurrenten Aon für 30 Milliarden Dollar. Unter den Mega-Deals war auch die Übernahme des Aufzugsgeschäfts von Thyssen-Krupp durch die Finanzinvestoren Advent und Cinven zu finden.

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    Hoffnung auf schnelle Erholung

    Für Patrick Frowein, Leiter der Investmentbank für den deutschsprachigen Raum bei der Deutschen Bank, verlangsamt sich das Beratungsgeschäft wegen Corona. Neue Transaktionen würden eher verschoben. „Einen Preisfindung fällt schwer, solange das Umfeld unklar ist wie jetzt“, sagt der Experte. Sobald der Nebel sich etwas lichte, erwartet er, dass sich der M&A-Markt sehr schnell erholen wird. „Unternehmen werden ihre Schulden herunterfahren, sich von Geschäftsaktivitäten trennen oder Geschäftsbereiche verkaufen, weil sich das Konsumverhalten verändert hat“, meint Frowein.

    Die Kanzlei Freshfields erwartet künftig eine stärkere vertragliche Absicherung in den Übernahmedokumenten. Als Beispiel nennen die Experten das sogenannte Closing Account. Danach wird ein Schätzpreis vereinbart, der dann zum Abschluss anhand einer Stichtagsbilanz angepasst wird. Damit sollen die Kursschwankungen an den Märkten in den Griff bekommen werden. Üblich sind normalerweise Festpreise, an denen nicht mehr gerüttelt werden kann. Aber auch Garantieversicherungen kommen nach Meinung der Anwälte ins Spiel.

    Insgesamt warnt Freshfields vor den großen Unbekannten, die es derzeit gebe: „Niemand weiß wie sich die Infektion entwickeln kann und wie lange sie anhält“, schreiben die Experten. Als bei der Sars-Epidemie im Jahr 2003 die Infektion unter Kontrolle gebracht worden war, zog M&A innerhalb von Monaten sogar wieder über dem Niveau vor der Krise an.

    Doch diesmal seien die Einschnitte tiefer in vielen Ländern. Zudem seien die Wirtschaften angesichts der Globalisierung enger miteinander verwoben. Doch die positive Entwicklung in China spende etwas Licht, hier kämen die ersten Deals zurück.

    Mehr: Fusionen in der Krise zahlen sich aus – auch für Anleger.

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