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Investmentbanking Wo Frauen nur die Hälfte bekommen

Eigentlich sollte man meinen, dass es Investmentbankern in diesen Tagen allen gleich geht – gleich schlecht. Doch Bankerinnen erhalten deutlich niedrigere Prämien als ihre Kollegen. Ihnen bleibt aber ein Trostpflaster.
15.12.2015 - 08:48 Uhr
Eine neue Studie zeigt die Gehaltsunterschiede von Männern und Frauen im Investmentbanking. Quelle: dapd
Canary Wharf in London

Eine neue Studie zeigt die Gehaltsunterschiede von Männern und Frauen im Investmentbanking.

(Foto: dapd)

Frankfurt So wirklich gut geht es im Moment den wenigsten in der einstigen Glamour-Branche Investmentbanking. Aber Frauen haben in der Londoner City noch deutlich mehr Grund zum Klagen als ihre männlichen Kollegen, zumindest wenn man einer neuen Studie der Personalberatung Astbury Marsden glauben darf. Die Berater haben herausgefunden, dass die Boni, die die Frauen im Investmentbanking kassieren, im Schnitt deutlich niedriger ausfallen als die Prämien ihrer Kollegen.

Der Unterschied liegt bei satten 50 Prozent und das gilt selbst für höherrangige Banker. Der Studie zufolge darf sich ein männlicher Banker im Rang eines Director in diesem Jahr auf eine Prämie von durchschnittlich über 50 000 Pfund freuen, während seine Kollegin nur auf knapp 26 000 Pfund kommt. Nach Einschätzung der Personalberater haben die Banken in der City in den vergangenen Jahren zwar große Anstrengungen unternommen, um für mehr Gleichberechtigung bei den Grundgehältern zu sorgen, bei den Leistungsprämien sei dieser Weg allerdings noch sehr weit.

MBA-Studenten stehen nicht mehr auf Investmentbanking
Platz 9: MIT Sloan
1 von 9

Die MIT Sloan School of Management in Massachusetts ist eine der renommiertesten Wirtschaftsschulen der USA. An den Fakultäten lehrten namhafte Forscher wie die Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Samuelson, Franco Modigliani und Robert M. Solow. Zu den ehemaligen Studenten der Universität zählen Kofi Annan, Benjamin Netanjahu und William C. Ford. Alle drei sind keine Investmentbanker – und das scheint kein Zufall zu sein. Denn seit 2008 nimmt die Popularität des Investmentbanking beim MIT Sloan stark ab.

Popularitätsverlust*: 19.8 Prozent

*Popularitätsverlust des Investmentbankings von 2008 bis 2014, Quelle: FT Research

(Foto: Ian Lamont, flickr.com)
Platz 8: Stanford
2 von 9

60 Kilometer von San Francisco entfernt liegt die Stanford University. Die private Hochschule ist eine der forschungsstärksten der Welt. Rund 30 Nobelpreisträger brachte Stanford hervor. Investmentbanker hingegen kommen immer seltener von der Stanford University.

Popularitätsverlust: 20 Prozent

(Foto: Imago)
Platz 7: Insead
3 von 9

Die Insead Business School wurde 1957 gegründet und bietet interessierten Studenten die Möglichkeiten sich an den Fakultäten in Fontainebleau (Frankreich) und Singapur zu bilden. 2010 wurden in Abu Dhabi ein weiterer Campus eröffnet. Außerdem arbeitet Insead eng mit der Wharton School zusammen. Die MBA-Absolventen aus den drei Standorten meiden jedoch zunehmend das Investmentbanking. Seit 2008 hat sich die Zahl um mehr als ein Drittel verkleinert.

Popularitätsverlust: 31 Prozent

(Foto: Wikimedia / Creative Commons)
Platz 6: Booth University
4 von 9

Die University of Chicago Booth School of Business ist die zweitälteste Business-Schule der USA. Gegründet wurde sie 1898. Aber auch in der Booth School sinkt das Interesse am Investmentbanking. Zahlreiche MBAs suchen immer öfter den Weg in Unternehmen abseits der Finanzbranche. Hoch im Kurs sind Tech-Konzerne wie Google und Amazon. Sie locken vor allem mit arbeitnehmerfreundlichen Arbeitsbedingungen.

Popularitätsverlust: 32 Prozent

(Foto: Wikimedia / Creative Commons)
Platz 5: Wharton University
5 von 9

Der US-Industrielle Joseph Wharton hat mit der Wharton School in Philadelphia 1881 die erste Business School in den USA gegründet. Seitdem hat sich die Universität als einer der führenden Wirtschaftsschulen etabliert. Der altehrwürdige Ruf kann den Interessensschwund am Investmentbanking allerdings nicht kaschieren. Als Gründe dafür werden die hohe regulatorischen Einschränkungen im Investmentbanking, die zu langen Arbeitszeiten, der Sexismus in der Finanzbranche und der mangelnde gesellschaftliche Nutzen der Arbeit als Investmentbanker genannt.

Popularitätsverlust: 43 Prozent

(Foto: Imago)
Platz 4: Haas School of Business
6 von 9

Die Haas School of Business ist die Wirtschaftsfakultät der Berkeley University in Kalifornien. Gegründet wurde sie 1898. Viele der MBAs auf der Haas School und anderen MBA-Schulen schrecken - neben den Arbeitsbedingungen - auch die milliardenschweren Verluste im Investmentbanking, die Skandale und die sinkenden Boni-Zahlung der vergangenen Jahre ab.

Popularitätsverluste: 44 Prozent

(Foto: Wikimedia / Creative Commons)
Platz 3: Columbia Business School
7 von 9

Nicht nur das Investmentbanking ist betroffen. Immer mehr Uni-Absolventen meiden auch andere Bereiche des Finanzwesens. So laufen etwa der Versicherungsbranche, den Fondsmanagements und Unternehmensberatungen die Talente davon. Besonders viele der begabten Studenten, die mit der Finanzbranche auf Kriegsfuß stehen, kommen von der Columbia Business School.

Popularitätsverlust: 45,6 Prozent

(Foto: Imago)

Einen Grund dafür sieht Astbury Marsden, darin, dass die Bereiche, die die höchsten Boni versprechen häufig noch fest in männlicher Hand seien.  „Die Handelssäle haben zum Beispiel noch immer den Ruf, vor allem eine Domäne der Männer zu sein“, erläutert Adam Jackson, Managing Director bei Astbury Marsden. Einige Banken hätten deshalb Probleme,  genügend Frauen für diesen Bereich zu finden und sie auch langfristig zu halten.

Zwar haben sich die Verhältnisse seit Mitte der 80er-Jahre deutlich gebessert, als die damalige Premierministerin Maggie Thatcher mit dem so genannten Big Bang die britische Finanzindustrie von vielen regulatorischen Fesseln befreite. Damals waren unter den 4000 bei der Londoner Börse registrierten Brokern und Händlern  nur 52 Frauen. Aber noch immer ziehen in London Jahr für Jahr Dutzende von Bankerinnen, Anwältinnen und Beraterinnen vor Gericht, weil sie sich von ihrem Arbeitgeber wegen ihres Geschlechts diskriminiert fühlen.

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    Anfang dieses Jahres kam eine Studie der „Financial Times“ (FT) zu dem Schluss, dass der Anteil der Frauen, die es in der City bis ganz an die Spitze schaffen, noch immer erschreckend gering ist. Den höchste Rang und damit auch die höchste Gehaltsstufe, die ein Investmentbanker erreichen kann, ist der Titel eines  Managing Directors. Von diesen Posten sind der FT zufolge nur knapp über 16 Prozent mit Frauen besetzt.

    Den Bankerinnen bleibt zumindest ein Trost. Wenn sie denn befördert werden, dann winken ihnen deutlich höhere Gehaltserhöhungen als ihren männlichen Kollegen. Den Daten von Astbury Marsden zufolge dürfen Frauen bei einem Jobwechsel auf ein Lohnplus von rund 23 Prozent hoffen, während sich Männer mit einem Plus von 17 Prozent begnügen müssen.

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