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Investorenkonferenz Deutsche Bank setzt große Hoffnungen auf das Geschäft mit Anleihen und Devisen

Die Coronakrise sorgt für eine Sonderkonjunktur im Handelsgeschäft. Davon profitiert die Deutsche Bank auch im zweiten Quartal.
26.05.2020 Update: 26.05.2020 - 20:22 Uhr Kommentieren
Die Deutsche-Bank verteidigt ihren Vorstandsvorsitzenden gegen die Vorwürfe. Quelle: imago images/Rainer Unkel
Christian Sewing

Die Deutsche-Bank verteidigt ihren Vorstandsvorsitzenden gegen die Vorwürfe.

(Foto: imago images/Rainer Unkel)

New York, Frankfurt Einmal im Jahr versammelt die Deutsche Bank das Who’s who der Wall Street in New York. In diesem Jahr musste die Investorenkonferenz wegen der Coronakrise virtuell stattfinden, trotzdem meldete sich knapp ein Drittel mehr Teilnehmer an als im Vorjahr. Jamie Dimon, CEO von Amerikas größter Bank JP Morgan Chase gab am Dienstag seinen Ausblick auf die Lage mitten in der Coronakrise. Am Mittwoch diskutiert Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing mit Larry Fink, Chef des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock. Sewing hatte gute Nachrichten zu verkünden: Das größte heimische Geldhaus sieht nach dem überraschenden Ertragssprung im ersten Quartal weiterhin einen schwungvollen Handel mit festverzinslichen Papieren und Währungen.

Die Dynamik in dem Segment habe sich im April und Mai fortgesetzt, berichtete Sewing. „Damit sind wir sehr zufrieden.“ Die Bank habe ihre Marktanteile in bestimmten Segmenten weiter ausbauen können.

Schon in den ersten drei Monaten hatte die Bank im gesamten Investmentbanking die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent auf 2,34 Milliarden Euro gesteigert. Sewing will sich in diesem Bereich auf die klassische Stärke der Deutschen Bank, das Geschäft mit Anleihen und Devisen konzentrieren. Im Handel mit diesen Papieren hatten sich die Erträge von Januar bis Ende März deutlich verbessert, und zwar um 13 Prozent.

Insgesamt war der Vorsteuergewinn der Investmentbank im ersten Quartal um 149 Prozent auf 622 Millionen Euro gestiegen. Damit verdiente der Bereich, den Sewing eigentlich schrumpfen wollte, mit Abstand das meiste Geld und wurde zum entscheidenden Stabilisator. Zum Vergleich: Die Unternehmensbank, die den Kern der neuen Strategie bildet, erzielte im ersten Quartal einen deutlich bescheideneren Vorsteuergewinn von 132 Millionen Euro.

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    Auch Dimon äußerte sich optimistisch mit Blick auf das Investment Banking. Der Handel „läuft in diesem Quartal genauso stark wie im letzten“, stellte er klar. Die Bank profitiert auch von dem großen Kapitalbedarf der Unternehmenskunden. Zu Beginn der Krise im März hätten die Kunden Kreditlinien im Wert von rund 50 Milliarden Dollar in Anspruch genommen, so Dimon. „Und dafür bezahlt.“ Mittlerweile jedoch hätten einige angefangen, die Kredite zurückzuzahlen, da sie sich an den Kapitalmärkten nach großen Hilfsmaßnahmen der US-Notenbank günstiger finanzieren können. Das Geschäft mit Anliehe-Emissionen laufe weiter stark, betonte Dimon – sowohl bei Papieren mit guter Qualität als auch bei Hochrisikoanliehen. „Die Monate März, April und Mai könnten die stärksten aller Zeiten werden.“

    Die Investoren honorierten Sewings neue Aussagen zum Handelsgeschäft: Die Aktie machte nach seiner Rede einen Sprung und legte bis zum Dienstagnachmittag 5,5 Prozent zu. Das Papier von JP Morgan gewann in einem insgesamt starken Marktumfeld mehr als sieben Prozent.

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    Sowohl Sewing als auch Dimon betonten, dass ihre Institute in dieser schweren Rezession für ihre Kunden da sein wollen, auch wenn das für die Banken mit zusätzlichen Risiken verbunden sei. JP Morgan wolle nicht den Eindruck erwecken, „dass wir in schwierigen Zeiten die Hörner einziehen und unsere Kunden Pleite gehen lassen“, versicherte Dimon. Seine Bank war jedoch wie viele andere große US-Institute bei der Vergabe von Hilfskrediten der Regierung in die Kritik geraten, weil sie große Kunden bevorzugt haben soll.

    Sewing fand am Dienstag auch warnende Worte. Die Risikovorsorge für befürchtete Kreditausfälle dürfte im zweiten Quartal steigen, betonte er. Für die Monate Januar bis März hatte die Deutsche Bank 506 Millionen Euro für faule Kredite zurückgelegt, mehr als dreieinhalbmal so viel wie im Vorjahreszeitraum, aber deutlich weniger als viele Wettbewerber in Europa und den USA. Aufseher und Banker fürchten, dass auf die Branche durch die Pandemie ab dem zweiten Quartal eine Welle von Kreditausfällen zurollt.

    Sewing warnte auch vor Rückschlägen am Aktienmarkt: „Die Annahmen, die der Erholung zugrunde liegen, sind etwas zu optimistisch.“ Noch hätten die Investoren nicht alle Folgeeffekte der Krise voll eingepreist. Sewing geht von einer Phase neuer Kursturbulenzen aus. Für die Deutsche Bank könnte das eine gute Nachricht sein. Denn genau diese Volatilität ist es, die den Wertpapierhandel in den ersten fünf Monaten des Jahres beflügelt hat.

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