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IT-Dienstleister Sabotageangriff legt Onlinebanking bei mehr als 820 Banken lahm

Angreifer haben Rechenzentren des IT-Dienstleisters der Volks- und Raiffeisenbanken mit Datenanfragen überflutet. Sensible Daten seien jedoch nicht in Gefahr gewesen.
04.06.2021 Update: 04.06.2021 - 16:35 Uhr Kommentieren
Vom Sabotageangriff „waren alle 820 VR-Banken und weitere Kunden betroffen“, erklärte eine Sprecherin. „Die Kunden waren jedoch nicht gleichzeitig, sondern in Wellen betroffen.“ Quelle: dpa
Volksbank

Vom Sabotageangriff „waren alle 820 VR-Banken und weitere Kunden betroffen“, erklärte eine Sprecherin. „Die Kunden waren jedoch nicht gleichzeitig, sondern in Wellen betroffen.“

(Foto: dpa)

Frankfurt Ein Sabotageangriff auf den IT-Dienstleister der Volks- und Raiffeisenbanken (VR), die Fiducia & GAD, hat das Online-Banking zahlreicher Geldhäuser zeitweise lahmgelegt. Nach Angaben des Unternehmens gab es am Donnerstag eine erste sogenannte Distributed-Denial-of-Service-Attacke (DDoS). Dabei überrollen Angreifer die Server ihrer Opfer mit einer Flut von Datenanfragen, um diese lahmzulegen.

„Vom Ausfall waren alle 820 VR-Banken und weitere Kunden betroffen“, erklärte eine Sprecherin auf Handelsblatt-Anfrage. „Die Kunden waren jedoch nicht gleichzeitig, sondern in Wellen betroffen.“ Die Ausfälle seien jeweils nur zeitweilig aufgetreten.

Die Fiducia hat insgesamt rund 950 Kunden: 820 Volks- und Raiffeisenbanken, einige Sparda-Banken und unter anderem rund 100 Privatbanken. Jedoch setzen nicht alle Kunden alle Lösungen des genossenschaftlichen IT-Dienstleisters ein. Daher waren offenbar auch nicht alle von den Attacken betroffen.

Bankkunden berichteten im Netz von Totalausfällen. Teilweise fiel am Donnerstag nicht nur der Login aus, vielmehr war die komplette Seite der heimischen Volksbank nicht erreichbar. Als erstes hatte das Branchenportal „Finanz-Szene“ über den Ausfall berichtet.

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    Grund für die wellenartigen Ausfälle waren Angriffe auf zwei Rechenzentren der Fiducia. Nach der ersten Attacke auf das Rechenzentrum des IT-Dienstleisters in Karlsruhe erfolgte eine zweite auf das Rechenzentrum in Münster.

    Bei den jeweils dort angeschlossenen Instituten waren die Bank-Webseiten oder das Onlinebanking nicht oder nur sporadisch erreichbar. Kunden konnten den Angaben zufolge weiterhin Geld am Automaten abheben. Bis in die Nacht zum Freitag habe es weitere größere Attacken gegeben, die aber erfolgreich hätten abgewehrt werden können, erklärte Fiducia.

    „Online- und Mobile-Banking laufen stabil“

    Sensible Daten der Bankkunden seien zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen. „Der Krisenstab der Fiducia & GAD beobachtet die Systeme weiter engmaschig, um schnell auf etwaige erneute Attacken reagieren zu können“, hieß es am Freitagmittag.

    „Online- und Mobile-Banking laufen stabil. Vereinzelt kann es, bedingt durch die Maßnahmen zur Abwehr, bei Bankkunden zu kurzzeitigen Einschränkungen kommen“, so die Sprecherin weiter.

    Im vergangenen Jahr waren zahlreiche deutsche Banken Opfer von Hackerangriffen geworden, darunter die Direktbank DKB aus dem Sparkassenlager. Ein Motiv der zum Teil jugendlichen Angreifer war laut ersten Ermittlungsergebnissen Langeweile.

    Mit Material von dpa.

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