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Italien Fusionspläne von Banco BPM und Crédit Agricole Italia konkretisieren sich offenbar

Die Geldhäuser Banco BPM und Crédit Agricole Italia loten nach Medienberichten einen Zusammenschluss aus. Es zirkulieren bereits erstaunlich viele Details. 
20.10.2020 - 18:47 Uhr Kommentieren
Analysten befürworten die Pläne des Instituts. Quelle: Bloomberg/Getty Images
Filiale von Banco BPM in Mailand

Analysten befürworten die Pläne des Instituts.

(Foto: Bloomberg/Getty Images)

Rom Offizielle Verhandlungen gibt es noch nicht, aber die Spekulationen nehmen zu, dass in Italien die nächste große Bankenfusion bevorsteht – nach der Übernahme von Ubi Banca durch Intesa Sanpaolo im Juli.

Nach Medienberichten wollen sich nun die Mailänder Banco BPM und Crédit Agricole Italia zusammenschließen. Banco BPM suchte nach einem Fusionspartner, nachdem ihr Rivale Ubi von Intesa übernommen worden war. Die Fusion soll im Frühjahr stattfinden. In den nächsten Wochen werde dieses Vorhaben offiziell bestätigt, so italienische Zeitungen.

Das neue Institut hätte eine Bilanzsumme von 232 Milliarden Euro und würde damit die Position nach Intesa Sanpaolo einnehmen, der nach Börsenkapitalisierung größten Bank Italiens mit einem Wert von 40 Milliarden Euro. Unicredit ist die drittgrößte Bank des Landes. Der Marktanteil von elf Prozent wäre ebenso hoch wie der der HVB-Mutter Unicredit und betrüge in Norditalien sogar 15 Prozent.

Filialschließungen geplant

Erstaunlich viele Details zirkulieren bereits. So sei die Governance geregelt: Giampiero Maioli, CEO von Crédit Agricole, werde Verwaltungsratsvorsitzender und Giuseppe Castagna von BPM der neue CEO der Bank – gemeinsam hätten beide 32.000 Mitarbeiter, 300 BPM-Filialen würden geschlossen, sodass 2600 blieben.

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    Crédit Agricole ist seit dem Kauf von vier kleinen Banken im Jahr 2017 gut verwurzelt in Italien, mit einer Marktquote von vier Prozent und bisher 920 Filialen in dem Land. Die Einnahmen werden auf sechs Milliarden Euro geschätzt, der Nettogewinn läge bei 1,1 Milliarden Euro.

    Beide Institute betreiben gemeinsam die Konsumentenkreditgesellschaft Agos, an der Crédit Agricole 61 Prozent hält. Positiv bewerten die Analysten des Mailänder Brokerhauses Equita Sim die anstehende Fusion. Zwar gebe es das Risiko, dass die BPM-Aktionäre noch zustimmen müssten, die auf keinen Sonderpreis durch die Aktion hoffen könnten, aber interessant wäre für die Aktionäre der Wertzuwachs durch Agos.

    Nach der erfolgreichen Übernahme von Ubi Banca durch die Großbank Intesa Sanpaolo mit einem Volumen von 4,1 Milliarden Euro setzt sich die Konsolidierung des Bankensektors in Italien fort.

    Experten wie der Ökonom Marcello Messori von der römischen Wirtschaftsuniversität Luiss fordern seit Langem Aggregationen unter den Instituten: „Die Lösung für Italien sind Konsolidierungen; die sind unvermeidbar, denn es gibt zu viele Banken in Italien.“

    Die Augen richten sich jetzt vor allem auf zwei Banken, die HVB-Mutter Unicredit und die vom Staat gemanagte Bank Monte dei Paschi, die zurück auf den Markt muss. Unicredit-CEO Jean-Pierre Mustier, dessen Mandat im kommenden Jahr ausläuft, erklärte vor Kurzem: „Wir haben eine klare Nachricht: keine Fusionen und Übernahmen.“ Er spricht von einer „paneuropäischen Bank“.

    Gerade erst hat jedoch der Verwaltungsrat eine Personalie beschlossen, die Auswirkungen auf den künftigen Kurs der Bank haben kann: Designierter Vorsitzender des Verwaltungsrats ist der ehemalige Wirtschafts- und Finanzminister Pier Carlo Padoan, er soll das Amt im April übernehmen.

    Im Markt halten sich seit Langem Gerüchte, Unicredit wolle seine Auslandstöchter wie die HVB und die Bank Austria in eine eigene Holding auslagern. Mit Padoan kann das Geldhaus in eine andere Richtung gehen. In seine Amtszeit als Wirtschafts- und Finanzminister fiel die Rettung von Monte dei Paschi.

    Der Staat bewahrte die älteste Bank der Welt 2016 nach einer gescheiterten Kapitalerhöhung mit 6,9 Milliarden Euro vor dem Zusammenbruch. Seitdem hält das römische Wirtschafts- und Finanzministerium den Mehrheitsanteil mit 68,5 Prozent.

    Langwierige Verhandlungen

    Die EU-Kommission und die EZB hatten nach langen Verhandlungen einer vorsorglichen Kapitalisierung zugestimmt. 2021 soll die Bank nach einer Übereinkunft mit der EU zurück auf den Markt. Bis vor Kurzem galt BPM als Wunschkäufer der Krisenbank aus Siena. Jetzt wird über Unicredit spekuliert.

    Als Zeitpunkt wird die zweite Hälfte des kommenden Jahres genannt, wenn die neue Führung im Amt ist. Bei der jetzt anstehenden Fusion bleibt ein Problem offen: Crédit Agricole ist französisch, auch wenn bislang nur von dem italienischen Zweig die Rede ist. So sieht Bankenexperte Messori Konsolidierungen über die Landesgrenze hinaus innerhalb von Europa skeptisch.

    Erst im April hat die Regierung in Rom ihre Sonderrechte bei strategisch wichtigen Unternehmen verstärkt, um sie zu schützen. Seitdem gehören auch Banken und Versicherungen dazu.

    Mehr: Coronakrise lässt die Ertragskraft der Banken einbrechen.

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