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Jahreszahlen Auf diese fünf Punkte sollten Deutsche-Bank-Aktionäre achten

Die Deutsche Bank legt am Donnerstag ihre Zahlen für 2019 vor. Vorstandschef Christian Sewing muss beweisen, dass der Umbau funktioniert.
29.01.2020 - 17:58 Uhr Kommentieren
Die Deutsche Bank veröffentlicht am Donnerstag ihre Zahlen. Quelle: imago images / Arnulf Hettrich
Deutsche Bank in Frankfurt

Die Deutsche Bank veröffentlicht am Donnerstag ihre Zahlen.

(Foto: imago images / Arnulf Hettrich)

Frankfurt Wenn ein prominenter deutscher Konzern seine Jahreszahlen vorstellt, dann kommt es normalerweise vor allem darauf an, wie viel er verdient oder verloren hat. Bei der Deutschen Bank ist das in diesem Jahr etwas anders. Denn bereits seit dem vergangenen Sommer ist klar, dass das Sanierungsprogramm, das Vorstandschef Christian Sewing der Bank verordnet hat, zu einem milliardenschweren Verlust führen wird. Eine Konsensschätzung, die die Bank auf ihrer Webseite veröffentlicht hat, zeigte, dass die Analysten im Schnitt ein Minus von rund fünf Milliarden Euro erwarten.

Spannend werden die Zahlen trotzdem werden, weil sie zeigen, ob und wie gut es der Bank gelingt, die selbstgestellten Aufgaben abzuarbeiten. Der Start des Sanierungsprogramms war eher holprig. Sewing hält zwar an seinem Versprechen fest, dass die Bank bis 2022 eine Rendite auf das materielle Eigenkapital von acht Prozent erzielen kann.

Analyst Kian Abouhossein von JP Morgan hält jedoch nur fünf Prozent für realistisch. Der Deutsche-Bank-Chef selbst hat die Renditeprognosen kurz vor Weihnachten beim Investorentag als „ambitionierter“ bezeichnet. Auf diese fünf Punkte sollten Investoren bei Vorlage der Quartalszahlen achten.

1. Wie stark sinken die Kosten?

Bislang hat Sewing die Investoren vor allem mit seinem Sparwillen überzeugt. Deshalb muss es das Minimalziel der Bank sein, die eigenen Vorgaben in dieser Disziplin zu erfüllen. Bis 2022 sollen die bereinigten Kosten um sechs Milliarden Euro auf 17 Milliarden Euro sinken.

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    Dieses Jahr sind 21,5 Milliarden Euro eingeplant, ohne die milliardenschweren Belastungen für den Umbau und den damit verbundenen Abbau von rund 18.000 Stellen. Die Analysten sagen für 2019 im Schnitt allerdings höhere bereinigte Kosten von 22,6 Milliarden Euro voraus.

    2. Wird die Erosion der Erträge gestoppt?

    Die vielleicht wichtigste Kennzahl beim Jahresergebnis. Großinvestoren und Analysten werden genau darauf achten, ob der Konzernumbau die Bank Marktanteile in jenen Geschäftsbereichen kostet, die die Frankfurter weiterbetreiben und ausbauen wollen. Dahinter steckt die Frage, ob es Sewing gelingt, die seit Jahren anhaltende Erosion der Erträge zu stoppen oder zumindest zu bremsen.

    Neue Zweifel kamen auf, weil der Vorstandschef die Ertragsziele schon kurz nach der Verkündung der neuen Strategie im Sommer eingedampft hat. Im Schnitt sagen die Experten für 2019 Erträge von rund 23 Milliarden Euro voraus – etwa acht Prozent weniger als im Vorjahr. Bis 2022 hat der Vorstand Gesamterträge von 24,5 Milliarden Euro als Ziel ausgegeben.

    3. Wie schlagen sich die stabilen Geschäftsbereiche?

    Eine weitere zentrale Frage wird sein, wie die Bank in den stabileren Geschäftsbereichen abgeschnitten hat. Denn Sewing will das Privatkundengeschäft, die Unternehmensbank und das Asset-Management zu Wachstumstreibern machen. Doch zuletzt musste der Vorstandschef die Wachstumsziele für die Privatkundensparte kippen.

    Für 2019 sagen die Analysten im Schnitt einen Minigewinn vor Steuern von sieben Millionen Euro voraus. Im Vorjahr verdiente die Sparte noch 621 Millionen Euro. Im Asset-Management erwarten die Analysten einen Gewinn vor Steuern von 453 Millionen Euro nach 368 Millionen im Vorjahr. Für die Unternehmensbank liegen die Prognosen bei einem Vorsteuerergebnis von 614 Millionen Euro nach 1,4 Milliarden Euro.

    4. Kann das Investmentbanking mit der Konkurrenz mithalten?

    Nun soll ausgerechnet das Investmentbanking die Renditeziele retten, jene Sparte, die in der Vergangenheit der mit Abstand wichtigste Wachstumsmotor war, aber auch für die größten Probleme und Skandale sorgte. Im vierten Quartal 2019 lief der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Devisen und Derivaten bei der Konkurrenz deutlich besser als im Vorjahr. Von diesem Trend dürfte auch die Deutsche Bank profitieren.

    Analyst Kian Abouhossein erwartet für das vierte Quartal ein Plus von 17 Prozent im wichtigen Handelsgeschäft. Allerdings sei das Vergleichsquartal 2018 auch besonders schwach gewesen. Für das Gesamtjahr 2019 prognostizieren die Experten im Wertpapierhandel Einnahmen von 5,4 Milliarden, nach 5,6 Milliarden Euro im Vorjahr. Beim Gewinn vor Steuern der Investmentbank liegen die Schätzungen bei 470 Millionen Euro, nach 872 Millionen Euro.

    5. Wie hoch fallen die Boni aus?

    Die Deutsche Bank steht vor einem heiklen Balanceakt. Wie gut soll sie ihre Mitarbeiter bezahlen? Auf der einen Seite muss sie dringend sparen, auf der anderen Seite muss sie versuchen, die talentiertesten Mitarbeiter zu halten. Beim Vorstand ist bereits klar, wie hoch die Einschnitte ausfallen werden. Am Mittwoch wurde bekannt, dass das Topmanagement auf die Hälfte seines Bonuses verzichtet. Betrug die variable Gesamtvergütung für das Geschäftsjahr 2018 noch 25,8 Millionen Euro, sind es für das abgelaufene Geschäftsjahr etwas mehr als 13 Millionen.

    Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Bank, Detlef Polaschek, lobte als Vertreter der Mitarbeiter den Beitrag des Vorstands zur Konzernsanierung. Insgesamt dürfte der Bonuspool für alle Mitarbeiter um etwa 20 Prozent sinken, in einzelnen Bereichen werden die Einschnitte allerdings voraussichtlich auch härter ausfallen.

    Mehr: Der ehemalige Bundeswirtschafts- und -außenminister Sigmar Gabriel zieht in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank ein. Investoren nehmen die Personalie positiv auf.

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