Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Jahreszahlen Londoner Börse spielt Corona-Sorgen herunter

Der Chef der Londoner Börse will noch keinen Corona-Alarm schlagen. Auch dementierte er, dass der Refinitiv-Deal sich verzögere.
28.02.2020 - 11:14 Uhr Kommentieren
Der LSE-Chef will keine Prognose zum Einfluss des Coronavirus auf die britische Börse abgeben. Quelle: Bloomberg
David Schwimmer

Der LSE-Chef will keine Prognose zum Einfluss des Coronavirus auf die britische Börse abgeben.

(Foto: Bloomberg)

London Wie jedem globalen Unternehmen droht der London Stock Exchange (LSE) an vielen Stellen Gefahr vom Coronavirus. Unter anderem gehört die Mailänder Börse zur Gruppe, und es gibt eine Zusammenarbeit mit der Börse in Schanghai. China und Italien sind beide in besonderem Maße von dem Virus betroffen.

Doch LSE-Chef David Schwimmer wollte am Freitag keinen Alarm schlagen. Es sei zu früh, die Auswirkungen der Pandemie auf das Firmengeschäft zu bewerten, sagte der Amerikaner bei der Vorstellung der Jahreszahlen. Die erhöhte Volatilität an den Märkten führe in einigen Geschäftsbereichen zu weniger Umsatz, in anderen aber auch zu mehr Umsatz.

Man folge den Ratschlägen der Behörden und habe Reiseverbote für Mitarbeiter in einzelne Länder verhängt, sagte Schwimmer. Auch arbeiteten einige Mitarbeiter weltweit von zuhause aus. „Unsere Priorität ist es, die Gesundheit unserer Mitarbeiter zu schützen und das Funktionieren der Märkte sicherzustellen“, sagte er. Details wollte er nicht nennen.

Schwimmer bekräftigte auch den Zeitplan für die Übernahme des Datenanbieters Refinitiv. Sie solle wie geplant in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen werden, sagte der Vorstandschef. Der 27-Milliarden-Pfund-Deal war im August vereinbart worden und muss nun von den Kartellwächtern in Brüssel geprüft werden.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Die „Financial Times“ hatte diese Woche unter Berufung auf Insider berichtet, die Prüfung durch die EU-Kommission könne sich bis ins nächste Jahr hinziehen. Schwimmer wies dies zurück. Am bisherigen Austausch mit Brüssel sei nichts ungewöhnlich, man sei weiterhin auf Kurs. Er rechne damit, dass man den Antrag bei der EU-Kommission im März stellen werde.

    Durch den Zusammenschluss entsteht ein neuer Gigant der Dateninfrastruktur. Der Umsatz der LSE wird sich verdreifachen, der Anteil des Datengeschäfts von 39 auf 70 Prozent steigen. Es ist ein entscheidender Schritt, um den Umbau des Börsenbetreibers zu beschleunigen.

    2019 sei ein starkes Jahr für das Unternehmen gewesen, sagte Schwimmer. Der Umsatz stieg um acht Prozent auf 2,1 Milliarden Pfund, der bereinigte Gewinn vor Steuern und Abschreibungen um 19 Prozent auf 1,3 Milliarden Pfund. Die operativen Kosten allerdings stiegen ebenfalls um sieben Prozent, vor allem aufgrund von IT-Investitionen. Insgesamt waren die Resultate so gut, dass die Firma die Dividende um 16 Prozent auf 70 Pence anhob.

    Wachstumsmotor der Gruppe war erneut die Clearingtochter LCH mit einem Umsatzplus von 13 Prozent. Schwimmer gab sich zuversichtlich, dass das starke Wachstum trotz des Brexits anhalten wird. Den Gewinn von Marktanteilen im Euro-Clearing durch die Deutsche-Börse-Tochter Eurex kommentierte er etwas abfällig mit den Worten, das bewege sich im Milliardenbereich. LCH SwapClear hingegen habe im vergangenen Jahr Swaps in Höhe von 1,2 Billiarden Pfund abgewickelt. Tausend Milliarden seien eine Billion, und tausend Billionen eine Billiarde, sagte er. Die Zahlen sprächen für sich.

    Der LSE-Chef setzt darauf, dass Briten und Europäer sich in den Handelsgesprächen bis zum Sommer auf eine Äquivalenzregelung für Clearing-Häuser verständigen. Sollte dies nicht passieren, hoffe man, dass die Aufseher auf beiden Seiten erneut einer Übergangsregelung zustimmen. Er gehe davon aus, dass der Wechsel zum Drittland-Status im Clearing-Bereich reibungslos vonstatten gehe, sagte er.

    Neben dem Clearing wächst bei der LSE auch die Sparte „Information Services“, in der das Indexgeschäft angesiedelt ist. Hier stieg der Umsatz um sieben Prozent. Man profitiere vom Trend zum passiven Anlegen, sagte Schwimmer.

    Am schwächsten lief das klassische Börsengeschäft. Die Zahl der Börsengänge sank in London um 36 Prozent, die dabei eingesammelte Summe um 31 Prozent. An der Mailänder Börse gab es zwar neun Prozent mehr IPOs, aber das Volumen ging um 34 Prozent zurück. Der Aktienhandel ging ebenfalls in London (minus 18 Prozent) und Mailand (minus zehn Prozent) zurück.

    Der Ausblick für dieses Jahr wird zweifelsohne vom Grad der Ausbreitung des Coronavirus beeinflusst. Doch ließ Schwimmer sich trotz mehrfachen Nachfragens nicht auf eine Prognose ein. 

    Mehr: Das Coronavirus konfrontiert Europas Geldhäuser mit einem neuen und kaum kalkulierbaren Risiko. Die Unsicherheit in der Finanzszene ist groß.

    Startseite
    Mehr zu: Jahreszahlen - Londoner Börse spielt Corona-Sorgen herunter
    0 Kommentare zu "Jahreszahlen: Londoner Börse spielt Corona-Sorgen herunter"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%