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John Varley Barclays Ex-Chef steht wegen seines Verhaltens in der Finanzkrise vor Gericht

John Varley und drei weitere Topbanker müssen sich seit Montag vor Gericht verantworten. Es geht um möglichen Betrug bei der Rettung von Großbanken.
07.01.2019 - 18:00 Uhr Kommentieren
Der Ex-Barclays-Chef plädiert auf „nicht schuldig“. Quelle: Bloomberg
John Varley

Der Ex-Barclays-Chef plädiert auf „nicht schuldig“.

(Foto: Bloomberg)

London Im Sommer 2008 sah es nicht gut aus für Barclays. In der eskalierenden Finanzkrise stellte sich die Frage, ob die britische Großbank vom Staat gerettet werden muss. Der damalige Vorstandschef John Varley präsentierte gerade noch rechtzeitig andere Retter: Private Großanleger investierten insgesamt zwölf Milliarden Pfund in das angeschlagene Geldinstitut.

Allein 6,1 Milliarden kamen von der Staatsholding des Emirats Katar. Die beiden Finanzspritzen im Juni und Oktober bewahrten Barclays vor dem Schicksal der Konkurrenz: Lloyds und Royal Bank of Scotland wurden damals verstaatlicht. Nun, mehr als zehn Jahre später, muss Varley sich wegen der Rettungsaktion vor Gericht verantworten. Am Montag begann vor dem Southwark Crown Court in London der Strafprozess gegen den Ex-Vorstandschef.

Es ist das erste Mal, dass eine Jury über das Verhalten eines CEOs in der Finanzkrise urteilen wird. Ebenfalls angeklagt sind der frühere Chef der Investmentbanksparte, Roger Jenkins, der frühere Chef der Vermögensverwaltung, Tom Kalaris, sowie ein früherer Europa-Bereichsleiter, Richard Boath.

Das Serious Fraud Office (SFO), die britische Behörde für Wirtschaftsverbrechen, wirft den vier Spitzenbankern Verschwörung zum Betrug und Falschdarstellung vor. Sie sollen die Investoren aus dem Mittleren Osten mit gesetzeswidrigen geheimen Absprachen geködert haben. Unter anderem sollen mehr als 300 Millionen Dollar an Gebühren geflossen sein.

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    Verdächtig erscheint dem SFO auch ein Kredit über drei Milliarden Dollar, den Barclays im November 2008 dem katarischen Finanzministerium gewährte. Das Geld soll zum Kauf von Barclays-Aktien genutzt worden sein. Den Angeklagten droht eine Strafe von bis zu zehn Jahren Haft. Alle vier plädieren auf nicht schuldig.

    Ursprünglich hatte das SFO auch die Bank selbst angeklagt. Diese Anklage wurde vom britischen High Court im vergangenen Jahr jedoch nicht zugelassen. Die vier Angeklagten arbeiten inzwischen nicht mehr für Barclays. Jenkins hatte die Bank schon 2009 verlassen, Kalaris folgte 2013. Boath wurde 2016 entlassen, seine arbeitsrechtliche Klage gegen die Entscheidung liegt auf Eis, bis das Urteil im Strafprozess gefallen ist.

    Varley hatte nach der Anklage 2017 einige Aufsichtsratsmandate niedergelegt, darunter auch den Posten beim Vermögensverwalter Blackrock. Der 62-Jährige, der Barclays von 2004 bis 2010 führte, könnte mehrere Wochen lang aussagen. Insgesamt soll der Prozess vier Monate dauern. Zunächst werden die zwölf Geschworenen ausgewählt, das Eingangsplädoyer ist für den 21. Januar geplant.

    Als Zeugen werden etliche bekannte Gesichter der Londoner City auftreten, darunter der frühere Barclays-Chairman Marcus Agius und der frühere Barclays-Banker Stephen Jones, heute Chef des Branchenverbands UK Finance.

    Mit Spannung wird erwartet, ob die Staatsanwaltschaft die Vorwürfe gegen die „Barclays Four“ erhärten kann. Das dürfte zehn Jahre nach den Vorgängen nicht ganz einfach werden. In einem anderen Londoner Prozess, in dem es um die Manipulation des Euro-Referenzzinssatzes Euribor ging, hatte das SFO zuletzt keine gute Figur gemacht. Der Prozess musste neu aufgerollt werden, nachdem die Jury in mehreren Fällen zu keinem Urteil gekommen war.

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