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JP-Morgan-Chef James Dimon Der Unkaputtbare

Er ist wieder obenauf. JP-Morgan-Chef James Dimon geht gestärkt aus der Aktionärsversammlung hervor. Und auch reicher: Die Anteilseigner haben ihm 74 Prozent mehr Gehalt zuerkannt.
20.05.2014 - 23:05 Uhr 4 Kommentare
JP-Morgan-Chef James Dimon: Der Banker sitzt trotz Skandalen und Rechtsstreitigkeiten fest im Sattel. Quelle: AFP

JP-Morgan-Chef James Dimon: Der Banker sitzt trotz Skandalen und Rechtsstreitigkeiten fest im Sattel.

(Foto: AFP)

San Francisco Ob es Absicht war oder Zufall, das wird man wohl nie erfahren. Aber am selben Tag, an dem die Aktionäre von JP Morgan mit einer Mehrheit von 78 Prozent eine Anhebung des Vergütungspakets von CEO James Dimon um 74 Prozent abnickten, eröffnete die EU-Kommission medienwirksam ein neues Verfahren gegen den Bankgiganten von der Wall Street.

Es geht um Zinsmanipulationen in großem Stil. Sechs andere Banken hatten im Dezember 2013 in diesem Zusammenhang einem Vergleich zugestimmt und 1,7 Milliarden Euro Bußgelder gezahlt. Aber Dimon ist sich sicher: Das kriegen wir auch noch vom Tisch.

Selbstbewusstsein hat er mehr als genug. Als Begründung für den rasanten Anstieg des Vergütungspakets auf 20 Millionen Dollar, davon 18,5 Millionen in Aktien mit einer mehrjährigen Sperrfrist, nennt die Bank unter anderem Dimons „Schlüsselrolle“ bei der „Lösung außergewöhnlicher zivilrechtlicher Klagen und Probleme mit privaten Klägern und mit Aufsichtsbehörden“.

Das habe das Geschäft gestärkt, weil sich die Bank wieder auf die Kunden konzentrieren konnte. Dass Dimon auch Teil des Problems war, rückt in den Hintergrund. In seiner Zeit als Chef der größten Bank der USA gab es einige unangenehme Untersuchungen: JP Morgan habe die Energiemärkte manipuliert, bei Geldwäsche nicht so genau hingeschaut, Hausbesitzer bei Zwangsversteigerungen übervorteilt, viel zu lange dem Treiben von Anlagebetrüger Bernie Madoff tatenlos zugeschaut und irreführende Angaben über das Desaster mit den „Whales“ in London gemacht. Eine Gruppe außer Kontrolle geratener Händler hatte für den größten Handelsverlust in der Geschichte des Geldinstituts gesorgt.

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    Das alles spielt keine Rolle mehr. Es sei denn, die EU-Kommission wird die Aktionäre wieder daran erinnern: Unterliegt Dimon im Rechtsstreit um Zinsmanipulation, droht JP Morgan eine Strafe von bis zu zehn Prozent es Umsatzes. Die Rekordsumme an Strafen im Dezember zeigt, dass es den EU-Wettbewerbshütern diesmal ernst ist.

    Immerhin zeigte der Aufsichtsrat unter der Führung von keinem anderen als James Dimon ein gewisses Schamgefühl und beließ das Vergütungspaket leicht unter den 23 Millionen Dollar, die er schon 2010 kurz nach der Finanzkrise kassiert hatte. Immerhin hatten die Probleme, die 2013 so trefflich gelöst wurden, die Bank fast 23 Milliarden Dollar an Strafen und Vergleichszahlungen gekostet. Für 2012 hatte Dimon sogar eine für die Branche ungewöhnlich harte „Strafe“ hinnehmen müssen. Sein Vergütungspaket war auf nur noch 11,5 Millionen Dollar zusammengestrichen worden, weil ihm, so die Begründung, die „ultimative Verantwortung“ für den Skandal um den „London Whale“ zufalle.

    Kritik an der Schere zwischen Gehalt und Geschäftsentwicklung
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    4 Kommentare zu "JP-Morgan-Chef James Dimon: Der Unkaputtbare"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Viel wichtiger als eine Transaktionssteuer wäre, diese Kerle bis an das Ende ihrer Tage gesiebte Luft atmen zu lassen und ihnen vor allem die geraubten Milliarden, Ihre Penthäuser, Flugzeuge und Yachten zu konfiszieren.

    • Tolle Zeiten:

      Kriminelle, die in Ihren Banksterfirmen nichts produzieren außer Betrügereien, Korruption und betrügerische Finanzprodukte, die allen schaden, laufen auf freiem Fuß herum.

      Dann hat dieser Kerl für seine Bank 23 Milliarden!!! Strafzahlungen verursacht und als Lohn für sein kriminelles Treiben erhält er 23 Millionen Dollar Gehalt!

      Damit reiht er sich ein in die Liste der amerikanischen Superganoven vom Schlage eines Herrn Fuld (Lehmann-Brothers), der heute noch Milliardär ist, obwohl er einer der weltweit größten Betrüger war und wahrscheinlich immer noch ist.

      Und dieser Branche mit ihrem kriminellen Geschäftsmodell sollen wir unser Geld anvertrauen?

    • Vielleicht sollten sich die Aufsichtsbehörden mal den Fall der US Sparkasse Washington Mutual genauer ansehen!

      http://de.wikipedia.org/wiki/Washington_Mutual

      Auch hier wurde von JPM offensichtlich eine Straftat begangen. Und zwar der größte Bankraub der Geschichte!



    • Die Banken haben nichts aus der Finanzkrise gelernt. CDS, CDO, Derivate ohne Ende, künstliche Finanzprodukte in denen Schrott versteckt und gewinnbringend an den Mann gebracht, Zinsmanipulationen, Conduits um Risikogeschäfte an der Eigenkapitalquote und Bilanz vorbei zu führen, und vieles mehr. Der Steuerzahler ist den um Hilfe schreienden CEO's in den Jahren 2008 ff. beigesprungen und darf sich jetzt wieder die unendliche Arroganz der Banker bei den maßlosen Gehaltserhöhungen hilflos anschauen. Von der Politik, auch von der deutschen, erwarte ich gar nichts mehr, seitdem man Anwaltskanzleien, deren Klienten wiederum Banken waren, ins Boot geholt hatte, um diese Gesetzesentwürfe zum SOFFIN und andere Rettungspakete schreiben zu lassen. Der Bock bleibt weiterhin Gärtner.
      Mittlerweile bin auch ich für eine Transaktionssteuer. Jeder Gemüsehändler muss Umsatzsteuer zahlen, nur die Bankster nicht. Der Finanzplatz Dtld. ist angesichts der Höhe v. 0,01% in Gefahr?
      Nun, in Shanghai wird auch eine Transaktionssteuer erhoben, und die Geschäfte brummen dort.

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