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Kirch-Prozess der Deutschen Bank Das Tauziehen geht weiter

Der Kampf zwischen der Staatsanwaltschaft und mehreren Ex-Topbankern der Deutschen Bank geht weiter. Aber äußerst zäh: Der geladene Zeuge verspätet sich – und und hat dann beeindruckend große Erinnerungslücken.
22.09.2015 Update: 22.09.2015 - 16:37 Uhr
Die ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Josef Ackermann (l.) und Rolf Breuer (r.), stehen ebenso vor Gericht wie der amtierende Co-Chef Jürgen Fitschen (M., hinten). Quelle: dpa
Prozess gegen Deutsche-Bank-Manager

Die ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Josef Ackermann (l.) und Rolf Breuer (r.), stehen ebenso vor Gericht wie der amtierende Co-Chef Jürgen Fitschen (M., hinten).

(Foto: dpa)

München Die Staatsanwaltschaft ist der Meinung, dass der Ex-Deutsche-Bank-Chef Rolf E. Breuer Hintergedanken hatte, als er am 3. Februar 2002 das folgenschwere Interview mit Bloomberg führte, das nach Einschätzung des Medienunternehmers Leo Kirch zu dem Zusammenbruch seines Konzerns führte.

Ein ehemaliger Investmentbanker der Deutschen Bank namens Christian Juan Graf Thun-Hohenstein, der bis 2004 bei der Deutschen Bank im Investmentbanking als Chef des Medienteams gearbeitet hatte, sollte das am Dienstag als Zeuge bestätigen, hoffte die Anklage.

Das Banken-Chamäleon
Zeugnis der Anfangstage
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Der 10. März 1870 ist der Gründungstag der Deutschen Bank. Standort war damals nicht Frankfurt, sondern Berlin. Gründer waren Privatbankier Adelbert Delbrück und der Politiker Ludwig Bamberger. Erster Vorstandssprecher ist Georg von Siemens. Im Gründungsstatut wird die Bedeutung des Auslandsgeschäfts unterstrichen: „Der Zweck der Gesellschaft ist der Betrieb von Bankgeschäften aller Art, insbesondere Förderung und Erleichterung der Handelsbeziehungen zwischen Deutschland, den übrigen Europäischen Ländern und überseeischen Märkten.“ Eine klare Ausrichtung des jungen Instituts.

(Foto: Deutsche Bank AG Historisches Institut)
Hauptsitz in Berlin
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So sah die Zentrale der Deutschen Bank in Berlin aus, hier auf einer späteren Aufnahme aus dem Jahr 1929. Ab 1880 finanzierte die Bank zunehmend Industrieprojekte. Der Ausbau des Filialnetzes hatte zunächst keine Priorität, die meisten Geschäfte wurden aus Berlin abgewickelt.

(Foto: Deutsche Bank AG Historisches Institut)
Frankfurt kommt erst später
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Weiteres Standbein ist von Beginn an das Einlagengeschäft. Bis 1873 eröffnet die Bank Filialen in Bremen, Hamburg, Yokohama, Schanghai und London. London ist schon damals die wichtigste Auslandsniederlassung. Die Filiale in Frankfurt am Main, heute der Hauptsitz, öffnet erst 1886. Im Bild die Niederlassung an der Frankfurter Kirchnerstraße anno 1914.

Filiale in der Fuggerstadt
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Die Filialen prägten natürlich auch nicht überall das Stadtbild, so wie in Berlin und später in Frankfurt. Diese Aufnahme zeigt die Straßen von Augsburg zur Jahrhundertwende – also 1900.

(Foto: Deutsche Bank AG Historisches Institut)
Geschäftssitze im Wandel der Zeit
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Gegen Ende des ersten Weltkriegs entstand dieses Foto von kaiserlichen Militärs vor der Niederlassung in Bremen. An der Filiale in der Hansestadt lässt sich der Wandel im Stadt- und Bankenbild gut illustrieren.

(Foto: Deutsche Bank AG Historisches Institut)
Bremen 50 Jahre später
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Das historische Gebäude am Domshof blieb der Handelsstadt Bremen erhalten. Das Umfeld hat sich komplett verändert – das gilt auch für Geschäftsfelder. Auf Wandel musste das Institut in seiner Geschichte immer wieder reagieren.

(Foto: Deutsche Bank AG Historisches Institut)
Neuausrichtung nach dem Ersten Weltkrieg
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Mit Ende des Erste Weltkriegs war auch das Auslandsvermögen des Instituts verloren. Die schwierige Wirtschaftslage nebst Inflation in der Weimarer Republik macht es der Deutschen Bank nicht einfach. Im Bild ein Kassenschalter aus dem Jahr 1920.

(Foto: Deutsche Bank AG Historisches Institut)

Schließlich hatte der Banker nur wenige Tage vor dem Interview eine Mail an Breuer geschickt, in der ein Interesse der Deutschen Bank an einem Restrukturierungsmandat deutlich wurde. Man wolle als „Restrukturierungsberater" für die Kirch-Gruppe auftreten, wird die damals intern verschickte Mail im Gericht verlesen, man habe dafür „Unterstützung, Glaubwürdigkeit und Know-how“.

Auch eine Präsentation mit dem Titel „German Media“ machte im Gericht die Runde – erarbeitet vom Medienteam der Deutschen Bank. Zudem hatte der Investmentbanker in einer früheren Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft ausgesagt, der Auftrag für die Restrukturierung Kirchs müsse direkt vom Vorstand oder zumindest seinem Chef gekommen sein.

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    Doch der in London lebende Banker ließ sich zunächst nicht blicken: Er werde sich wegen des schlechten Wetters verspäten, meldete er sich beim Gericht. Und auch als er dann erschien – gekleidet in einem dunkelblauen Nadelstreifenanzug mit Froschkrawatte – brachte der 55-Jährige wenig Licht ins Dunkel.

    Die Erinnerung stockt
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