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Klimawandel Star-Hedgefondsmanager kämpft gegen Kohlekraftwerke

Spätestens seit seiner Attacke auf die Deutsche Börse gehört Chris Hohn zu den prominentesten Hedgefondsmanagern. Jetzt kämpft der Finanzier gegen Kohle.
02.03.2020 - 13:33 Uhr Kommentieren
Hohn will, dass Finanzierungen für Kohlekraftwerke für die Geschäftsbanken so teuer werden, dass sie sich nicht mehr rechnen. Quelle: Getty Images
Chris Hohn

Hohn will, dass Finanzierungen für Kohlekraftwerke für die Geschäftsbanken so teuer werden, dass sie sich nicht mehr rechnen.

(Foto: Getty Images)

Frankfurt Die Klimaaktivisten von Extinction Rebellion sind nicht gerade als Freunde des Finanz-Establishments bekannt. Den Londoner Hedgefondsmanager Chris Hohn und seine wohltätige Stiftung scheint das nicht zu stören. 50.000 Pfund hat Hohn im vergangenen Oktober laut britischen Medien an Extinction Rebellion überwiesen, die größte Einzelspende, die die Gruppe jemals erhalten hat.

Die Anekdote zeigt, wie sehr Hohn das Thema Klimawandel am Herzen liegt. Deshalb hat der Hedgefondsmanager jetzt Briefe an Mark Carney, den Gouverneur der Bank of England (BoE), und an Christine Lagarde, die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), geschrieben. Hohns Ziel: Finanzierungen für Kohlekraftwerke sollen für die Geschäftsbanken so teuer werden, dass sie sich nicht mehr rechnen.

Die Geldhäuser müssen für jeden Kredit je nach Risiko Kapital zurücklegen. Hohn fordert von Carney und Lagarde, dass sie überprüfen, ob die risikogewichteten Aktiva, die die Banken für die Finanzierung von Kohlekraftwerken bereitstellen, angemessen sind. Die Ergebnisse dieser Überprüfung sollen die EZB und die BoE veröffentlichen, sodass den Banken und ihren Anteilseignern klar wird, welch hohes Risiko die Finanzierung von Kohleenergie darstellt.

„Kohle ist die wichtigste Einzelquelle von Treibhausgasen weltweit, und das Risiko der anhaltenden Nutzung im Energiesektor wird von Regulierern und dem Finanzsystem nicht adäquat berücksichtigt“, heißt es in den Briefen, die von Hohns Stiftung Children’s Investment Fund Foundation verschickt wurden.

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    Ähnliche Schreiben hat die Stiftung an die drei britischen Banken Standard Chartered, Barclays und HSBC versandt. Die drei Institute sollen ihre Finanzierungen für Kohlekraftwerke en détail offenlegen und die Darlehen als Hochrisikokredite bewerten. Standard Chartered hat bereits 2018 angekündigt, keine neuen Kohlekraftwerke mehr zu finanzieren.

    Im vergangenen Jahr zog sich die Bank aus drei Projekten in Asien zurück. Barclays hat sich Anfang 2019 ebenfalls verpflichtet, keine neuen Kohlekraftwerke oder deren Erweiterung zu unterstützen. Ähnliche Zusagen hat auch HSBC gemacht. Dabei hat die Großbank aber Vietnam, Bangladesch und Indonesien bis 2023 als Ausnahme zugelassen – und damit die Kritik von Umweltaktivisten auf sich gezogen.

    In Deutschland ist Hohn vor allem wegen der von ihm angezettelten Aktionärsrevolte bei der Deutschen Börse bekannt. Damals, im Jahr 2005, mussten am Ende Vorstandschef Werner Seifert und der Aufsichtsratsvorsitzende und frühere Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer ihre Posten aufgeben. Zuletzt machte Hohn im VW-Skandal von sich reden, als er die üppige Bezahlung des Volkswagen-Vorstands als eine „Schande“ bezeichnete. Der Hedgefondsmanager selbst wird auf der Reichenliste der „Sunday Times“ mit einem Privatvermögen von 1,2 Milliarden Pfund geführt.

    Mehr: Die Finanzaufsicht Bafin drängt die Finanzbranche zu mehr Nachhaltigkeit.

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