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Kommentar Die Deutsche Bank verdient einen Denkzettel der Aktionäre

Der Aktionärsberater ISS rät Investoren, den Vorstand der Deutschen Bank nicht zu entlasten. Tatsächlich hätte die Bank negative Reaktionen der Aktionäre verdient.
08.05.2019 - 11:05 Uhr 1 Kommentar
Die Deutsche Bank verdient einen Denkzettel der Aktionäre Quelle: Reuters
Deutsche-Bank-Chef

Christian Sewing und seine Vorstandskollegen haben es verdient, negatives Feedback von den Investoren zu erhalten, findet Autorin Yasmin Osman.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Hauptversammlungen der Deutschen Bank waren in den vergangenen Jahren selten angenehm für das Spitzenpersonal des Instituts. Doch in diesem Jahr könnte das Aktionärstreffen ganz besonders ungemütlich werden. Der mächtige Aktionärsberater ISS hat Investoren erstmals empfohlen, auf der Hauptversammlung gegen die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat zu stimmen.

Da zuvor auch andere Aktionärsberater dazu geraten hatten, droht dem Vorstand und dem Aufsichtsrat der Bank ein veritabler Aktionärs-Denkzettel bei der Abstimmung über die Entlastung.

Ein schlechtes Abstimmungsergebnis würde die Führungsetage des Instituts - Vorstand wie Aufsichtsrat - verdientermaßen treffen. Die Lage der Deutschen Bank ist prekär, nach wie vor. Dafür trägt allen voran Aufsichtsratschef Paul Achleitner die Verantwortung. Seit sieben Jahren führt er das Kontrollgremium, hat Vorstandschefs ausgewählt und wieder geschasst und kräftig bei der Strategie mitgemischt.

Die Zeit, einen Nachfolger für sich aufzubauen, hat er sich dagegen nicht genommen. Nach so langer Zeit sind die Misserfolge der Vorstandschefs der Bank auch seine Misserfolge.

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    Bei Vorstandschef Christian Sewing ist die Lage etwas anders. Er ist erst seit April Vorstandschef – im Vorstand ist er aber schon länger. Damit trägt auch er einen Teil der Verantwortung für die schleppende Entwicklung der vergangenen Jahre.

    Seit seinem Aufstieg zum Vorstandschef haben sich einige Dinge verbessert, sie mögen sich sogar schneller verbessert haben als in den Jahren zuvor. Doch wie instabil die Deutsche Bank noch immer ist, zeigte der massive Vertrauensverlust und die geschäftlichen Rückschläge, die die Geldwäsche-Razzia im vergangenen November ausgelöst hat.

    Nun hat es sicherlich schlimmere Katastrophenjahre in der Geschichte der Bank gegeben, als das vergangene Jahr. Nur haben sich die Dinge seither nicht so schnell und so stark verändert, wie es die Bank nach jedem Rückschlag in Aussicht gestellt hat.

    Und eine Bank, die schon so oft Verbesserungen vorgeschlagen hat, die so oft Sonderfaktoren für Rückschläge verantwortlich macht, sollte sich auch nicht wundern, wenn die Zuhörer irgendwann abstumpfen. Irgendwas ist schließlich immer.

    Lupenrein ist das vergangene Jahr im Übrigen auch nicht verlaufen: Die Bankenaufsicht Bafin schickte der Deutschen Bank im Herbst einen Sonderaufpasser für Geldwäsche-Themen ins Haus. Das ist nicht nur peinlich, weil es so etwas davor noch nie gegeben hat. Es ist auch entlarvend, denn die Bafin schickte den Sonderaufpasser nicht, weil das Institut bei der Verbesserung seiner Kontrollsysteme so große Fortschritte gemacht hätte. So viel zur Verteidigungslinie der Bank, ISS mache Vorstand und Aufsichtsrat für Vorgänge verantwortlich, die nichts mit dem Jahr 2018 zu tun hätten.

    Nun ist es nicht die Schuld jedes einzelnen Vorstands und jedes einzelnen Aufsichtsrats, dass es bei der Deutschen Bank noch so viele Defizite gibt. Einzelne Vorstände haben sicherlich mehr Probleme gelöst als verursacht. Doch es ist auch nicht Schuld der Aktionäre, dass die Deutsche Bank nicht einzeln über die Vorstände und Aufsichtsräte abstimmen lässt, wie es sich viele Investoren wünschen würden.

    Einige Male hatte es das sogar schon gegeben: etwa bei der Hauptversammlung 2016. Damals wollten die Aktionäre dem Vorstand rund um Anshu Jain und Jürgen Fitschen, die nach einem desaströsen Aktionärstreffen im Vorjahr abgetreten waren, noch einen letzten Denkzettel verpassen – und bekamen ihren Willen.

    Die Abstimmungsergebnisse von damals zeigen, dass die Investoren bereit sind zu differenzieren – wenn man sie lässt. Solange die Führungsspitze das Kollektiv bevorzugt, gilt nun einmal das Motto: Mitgefangen, mitgehangen.

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Die Deutsche Bank verdient einen Denkzettel der Aktionäre"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Achleitner nicht entlasten ist gut. Der Aufsichtsrat sollte komplett ersetzt werden.
      Herr Sewing geht den richtigen Weg, er sollte entlastet werden.

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