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Kommentar Die Wiedergeburt der Deutschen Bank an der Börse

Die Probleme der Deutschen Bank sind noch lange nicht gelöst. Aber für den rasanten Aufschwung an der Börse gibt es dennoch gute Gründe.
13.02.2020 - 16:39 Uhr Kommentieren
Das größte heimische Geldhaus steckt noch mitten in der Sanierung - aber der Aktienkurs steigt seit Wochen rasant. Quelle: Reuters
Deutsche Bank in Frankfurt

Das größte heimische Geldhaus steckt noch mitten in der Sanierung - aber der Aktienkurs steigt seit Wochen rasant.

(Foto: Reuters)

Die Deutsche Bank überrascht positiv. Wie lange ist es her, dass man diesen Satz guten Gewissens schreiben konnte?

Aber es stimmt: Der Jahresauftakt hätte für das leidgeprüfte Geldhaus nicht viel besser aussehen können, und das auch noch pünktlich zum 150. Jubiläum.

Seit Januar konnte die Aktie des größten heimischen Geldhauses um mehr als 40 Prozent zulegen und notiert erstmals seit eineinhalb Jahren wieder zweistellig. Gleichzeitig fielen die Risikoprämien am Anleihemarkt dramatisch.

Für die Renaissance der Deutschen Bank gibt es eine ganze Reihe von Gründen fundamentaler aber auch technischer Art. Das wichtigste Detail dabei ist die höher als erwartet ausgefallene Kernkapitalquote. Das hat die Angst vieler Investoren vor einer weiteren Kapitalerhöhung erst einmal zerstreut.

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    Plötzlich hatte die Aktie wieder positives Momentum und davon wurden viele Skeptiker, die auf weitere Kursverluste gewettet hatten, auf dem falschen Fuß erwischt. Im angelsächsischen Fachjargon nennt man so etwas einen Short Squeeze, und der kann die Aufwärtsdynamik an der Börse noch einmal deutlich beschleunigen.

    Dazu kommt ein psychologisches Phänomen: Viele internationale Investoren hat das Scheitern der Fusionsverhandlungen zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank tief verstört.

    Warum verweigerten sich die beiden Geldhäuser einem Zusammenschluss, der ganz offenbar von der Bundespolitik gewünscht war? Deutete das nicht auf tiefliegende noch unbekannte Probleme? Diese Furcht verfliegt allmählich und wird durch die zarte Hoffnung ersetzt, dass der extrem ehrgeizige Sanierungsplan von Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing doch aufgehen könnte.

    Das Schlüsselwort lautet hier „zart“, denn die Probleme der Deutschen Bank sind noch lange nicht gelöst. Das Topmanagement weiß genau, dass auf dem langen Weg zu zumindest halbwegs auskömmlichen Renditen noch jede Menge schief gehen kann.

    Aber der Rückenwind von den Märkten verschafft Sewing und seinen Kollegen zumindest mehr Zeit, in Ruhe am Umbau zu arbeiten. Und allein das ist Gold wert.

    Mehr: Boni der Deutschen Bank polarisieren die Wirtschaft

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