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Kommentar Für die Finanzbranche ist China das Land der enttäuschten Hoffnungen

Der Finanzplatz Frankfurt sollte sich intensiv um Geschäfte aus London bemühen, statt von einer umfassenden Öffnung des chinesischen Kapitalmarkts zu träumen.
05.06.2021 - 09:24 Uhr Kommentieren

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Nach dem Aktiencrash und den großen Kapitalabflüssen 2015 und 2016 fand die bis dahin vorangetriebene Öffnung der chinesischen Finanzmärkte ein jähes Ende. Quelle: Reuters
Ein Anleger blickt im August 2015 auf fallende Aktienkurse

Nach dem Aktiencrash und den großen Kapitalabflüssen 2015 und 2016 fand die bis dahin vorangetriebene Öffnung der chinesischen Finanzmärkte ein jähes Ende.

(Foto: Reuters)

Für die Automobilindustrie zählt China heute zu den wichtigsten Märkten weltweit. Für die Finanzbranche ist die Volksrepublik dagegen das Land der enttäuschten Hoffnungen.

Seit Jahren bereiten sich Banken und Börsen mit Kooperationen und Gemeinschaftsfirmen darauf vor, dass sich der chinesische Finanzmarkt für westliche Anbieter öffnet und diesen – ähnlich wie den Autobauern – sagenhafte Gewinne beschert. Aufgegangen sind diese Pläne bisher nicht.

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    Nach dem Aktiencrash und der massiven Kapitalflucht aus China in den Jahren 2015 und 2016 ist die Führung in Peking bei der Öffnung ihrer Kapitalmärkte auf die Bremse getreten. Das bekommen auch Joint Ventures wie die deutsch-chinesische Börse Ceinex zu spüren, die seit Jahren vergeblich auf die Freigabe von Derivategeschäften durch chinesische Aufsichtsbehörden wartet. Da die Ceinex ohne zusätzliche Lizenzen keine Profite schreibt, muss sie jetzt Kosten senken und Mitarbeiter entlassen.

    Auch bei der Renminbi-Clearingbank in Frankfurt, über die seit 2014 Zahlungen in der chinesischen Währung abgewickelt werden können, ist die Entwicklung enttäuschend.

    Dass sich an der Situation in naher Zukunft etwas ändert, ist nicht zu erwarten, denn deutsch-chinesische Finanzkooperationen haben immer auch eine politische Komponente. Als die Renminbi-Clearingbank und die Ceinex vor über fünf Jahren gegründet wurden, waren die politischen Beziehungen zwischen Peking und Berlin vergleichsweise gut.

    Angespanntes Verhältnis

    Heute ist das Verhältnis zwischen China, der EU und den USA angespannt – und dürfte es auf absehbare Zeit bleiben. Beispiele dafür sind das auf Eis gelegte Investitionsabkommen zwischen der EU und China sowie das amerikanische Verbot für den Handel mit Wertpapieren von 59 chinesischen Firmen.

    Der Finanzplatz Frankfurt muss seine Beziehungen zu China deshalb nicht einstampfen. Es ist sinnvoll, im Austausch zu bleiben und auszuloten, welche Projekte sich eines Tages vielleicht realisieren lassen. Nach den bisherigen Erfahrungen ist aber ein neuer Realismus gefragt.

    Statt von einer umfassenden Öffnung der chinesischen Finanzmärkte zu träumen, sollten sich die Beteiligten auf die Chancen konzentrieren, die sich für Frankfurt durch den Brexit ergeben. Wenn Banken und Börsen hier möglichst viel Geschäft aus London anziehen, ist dem Finanzplatz mehr geholfen als durch dahinsiechende Kooperationen mit China.

    Mehr: China zwingt Frankfurter Börse Ceinex zum Sparen

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