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Kommentar Geld in den Tresor zu legen, ist eine Trotzreaktion der Banken

Wenn Banken mehr Bargeld horten, ist das ein deutliches Signal, aber ein verzweifeltes.
30.09.2019 - 18:26 Uhr Kommentieren
Geldhäuser verwahren Bargeld in Tresoren, anstatt es bei der EZB zu lagern. Quelle: dpa
Geldscheine

Geldhäuser verwahren Bargeld in Tresoren, anstatt es bei der EZB zu lagern.

(Foto: dpa)

Die deutschen Geldhäuser bunkern immer höhere Beträge in Banknoten. Laut Bundesbank hielten sie im Juli Bargeld im Wert von gut 37 Milliarden Euro. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Jahr 2017 und mehr als doppelt so viel wie 2015. Der Grund für den Zuwachs: Die Kreditinstitute wollen vermeiden, Negativzinsen auf ihre Einlagen im System der Europäischen Zentralbank (EZB) zu zahlen. Schließlich war es lange üblich, dass sie dafür selbst Zinsen kassieren.
Seit knapp zwei Wochen beträgt der Einlagenzins sogar minus 0,5 Prozent – und trotz Freibeträgen wird er die deutschen Banken jährlich Milliarden kosten. Gerade Sparkassen und Volksbanken haben zuletzt zwar sehr gut verdient, doch der EZB-Minuszins und die dauerhafte Niedrigzinspolitik werden die Gewinne mehr und mehr drücken.
Daher erscheint es logisch, dass die Geldhäuser versuchen, sich zu wehren – auch indem sie Bargeld in Tresoren verwahren, statt bei der EZB zu halten. Womöglich setzt sich der Trend sogar noch fort. Das Horten von Bargeld ist zudem ein Zeichen dafür, dass die Geldpolitik nicht so wirkt wie erhofft und gute Finanzierungsbedingungen nicht unbedingt in mehr Wirtschaftswachstum münden.
Dennoch ist die Dagobert-Duck-Methode der Banken eher eine Verzweiflungstat denn eine Strategie. Erstens sind die Kosten für Bargeldhaltung und deren Absicherung höher als der EZB-Minuszins. Dass die Geldhäuser ihre Tresorräume und die Bargeldlogistik in ganz großem Stil aufstocken, ist kaum vorstellbar.
Zweitens ist es mit dem Bunkern von Bargeld nicht getan. Die Null- und Negativzinsen schlagen sich auch in den Konditionen der Kreditvergabe nieder und bei den Eigenanlagen der Banken. Beides drückt auf die Erträge. Die Geldhäuser müssen vielmehr durch Kostensenkungen gegensteuern – und wahrscheinlich vielfach fusionieren. Daneben sind weitere Gebührenerhöhungen zu erwarten. Übrigens auch für private Kunden, die ihrerseits Bargeld in Schließfächern verwahren wollen.

Mehr: Deutsche Kreditinstitute horten rund 37 Milliarden Euro Bargeld. Ihre Tresore werden immer voller. Auch bei Privatkunden steigt die Nachfrage nach Schließfächern.

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