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Kommentar Haltet die Börsen offen

Solange die Märkte reibungslos funktionieren, sollte der Handel weitergehen. Es bringt nichts, die Augen vor dem Crash zu verschließen.
17.03.2020 - 17:00 Uhr Kommentieren
Wegen der Panik an den Märkten fordern die ersten Experten die Börsen zu schließen. Quelle: dpa
Das Parkett der New Yorker Börse

Wegen der Panik an den Märkten fordern die ersten Experten die Börsen zu schließen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Reaktion ist menschlich mehr als verständlich: Nach dem Horrortrip an den Aktienbörsen hat die Diskussion darüber begonnen, ob man die Märkte nicht einfach schließen soll, bis sich die Lage zumindest ein bisschen beruhigt hat. Die Philippinen haben bereits ernst gemacht, in den USA fordern die ersten Experten eine längere Handelspause.

Vorbilder für derart drastische Schritte gibt es: Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 blieben die Aktienmärkte beinahe eine Woche geschlossen. Ähnlich einschneidende Schritte fordert jetzt Peter Atwater, Professor an der William & Mary University im US-Bundesstaat Delaware. „Die Leute sind erschöpft. Es gibt fast den Wunsch nach einer Art Kapitulation, damit dieser extreme Zustand aufhört“, meint der Experte.

Damit hat der Mann zweifelsohne recht – die Sache hat nur einen Haken: Der extreme Zustand hört nicht auf, nur weil die Börsen geschlossen sind. Im Gegenteil, die Lage könnte noch extremer werden.

Der Kurssturz der vergangenen Tage ist keine blinde Panik, der man Einhalt gebieten müsste, sondern eine durchaus rationale Reaktion auf eine Situation, für die es kaum historische Parallelen gibt und die sich deshalb mit den üblichen Instrumenten der Finanzprofis nicht analysieren lässt.

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    Maximale Unsicherheit führt zu maximaler Furcht und zu maximalen Kursverlusten. Anders als beim Terrorangriff vor 19 Jahren bemisst sich diese Unsicherheit nicht in Tagen, sondern eher in Monaten.

    Wertvolle Transparenz

    Deshalb sollte die Devise gelten: Solange die Märkte technisch funktionieren, sollten die Börsen offen bleiben. Eine längere Schließung würde anders als kurzfristige Handelsunterbrechungen während des Tages oder ein Verbot von Leerverkäufen mehr schaden als nutzen.

    Mag der Blick auf die Kurse noch so schmerzhaft sein, er sorgt für Transparenz, er zeigt, wie sich die Investoren fühlen, wie groß ihre Angst oder ihre Hoffnung ist. Das sind wertvolle Informationen für die gesamte Wirtschaft, aber auch für Aufseher, Notenbanken und die Politik.

    Dazu kommt ein weiterer zentraler Punkt: Eine Schließung der Börsen würde den Zugang der Investoren zu ihrem Kapital empfindlich beschränken. Sie könnten ihr Geld nicht aus Anlagen abziehen, die sie als riskant ansehen und in sicherere Investments verschieben. Eine solche Einschränkung würde die Panik an den Märkten weiter schüren.

    Die Coronakrise stellt die Welt vor eine gigantische Herausforderung. Die Folgen mögen schwer auszuhalten sein, aber es bringt nichts, die Augen davor zu verschließen, und genau das würde eine länger als ein paar Stunden anahaltende Schließung der Börsen bedeuten.

    Mehr: Die Rezession ist unausweichlich – die Frage ist, wie schlimm sie wird

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