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Kommentar Nur „Zinshopping“ reicht nicht: Raisin DS muss das Geschäftsmodell erweitern

Der Zusammenschluss macht es dem fusionierten Fintech einfacher, zu wachsen und Investitionen zu stemmen. Die könnten sich auch aus den Folgen der Greensill-Pleite ergeben.
25.06.2021 - 22:54 Uhr Kommentieren
Die Chefs von Raisin und Deposit Solutions führen ihre Unternehmen zu „Raisin DS“ zusammen. Sie versprechen sich von der Fusion bessere Wachstumsaussichten. Quelle: PR
Tamaz Georgadze und Tim Sievers

Die Chefs von Raisin und Deposit Solutions führen ihre Unternehmen zu „Raisin DS“ zusammen. Sie versprechen sich von der Fusion bessere Wachstumsaussichten.

(Foto: PR)

Das hat es in Deutschland noch nicht gegeben: Zwei der größten Finanz-Start-ups, auch Fintechs genannt, schließen sich zusammen. Die Zinsplattformen Deposit Solutions und Raisin verschmelzen zu „Raisin DS“. Bisher waren die Firmen, bekannt für ihre Marken „Zinspilot“ und „Weltsparen“, erbitterte Wettbewerber. Nun wollen sie gemeinsam weltweit wachsen.

Der Schritt bringt Vorteile, die es dem Unternehmen tatsächlich einfacher machen, groß zu werden – und, ganz wichtig, das Geschäftsmodell zu verbreitern. Die Idee von Zinsplattformen: Banken im europäischen Ausland bieten oftmals bessere Zinsen als deutsche Geldhäuser, sind aber für hiesige Anleger schwierig erreichbar. Zinsportale ermöglichen es, über einen Onlineprozess das ausländische Angebot vergleichsweise einfach zu nutzen.

Für Banken, die mehr Einlagen haben wollen, sind Zinsplattformen umso interessanter, je mehr Verbraucher sie nutzen. Für Verbraucher steigt die Attraktivität mit mehr Bankangeboten. Deutschland ist der wichtigste Markt, doch Raisin DS tritt bereits in 30 Ländern auf und will auch in den USA Fuß fassen. Um weiter zu wachsen, muss das fusionierte Fintech künftig nur noch einmal in den Aufbau neuer Märkte investieren.

Zugleich ist wahrscheinlich, dass Raisin DS sich zu einer allgemeinen Anlageplattform hin wandelt und neben dem Zinsportal zunehmend weitere Investmentprodukte anbietet. Potenziell ist der Einlagenmarkt riesig, doch nur ein begrenzter Teil der Verbraucher ist für „Zinshopping“, also der Jagd nach einem kleinen Zinsvorteil, zu gewinnen.

Obendrein sind Deposit Solutions und Raisin in die Kritik geraten, weil beide Einlagen an die Bremer Pleitebank Greensill vermittelt hatten. Die Einlagen der Sparer wurden durch die Einlagensicherung aufgefangen, von der die Zinsplattform also profitiert, ohne selbst etwas beizutragen. Gut möglich, dass Raisin DS angesichts dieser Konstellation früher oder später gezwungen ist, Banken auf der Plattform intensiver zu prüfen, oder das von sich aus tut. Auch das wären Kosten, die das fusionierte Unternehmen besser stemmen kann als ein Zinsportal allein.

Wie überzeugend der Zusammenschluss von Raisin DS insgesamt gelingt, dürfte sich bald messen lassen: daran, wie viel frische Mittel das Unternehmen einsammelt. Angesichts der aktuell guten Finanzierungschancen von Fintechs hält auch Raisin DS eine neue Kapitalrunde für möglich. Schon jetzt dürfte das Start-up über eine Milliarde Euro wert sein.

Die Fusion ist nicht nur wegen ihrer Größe spannend. Sie könnte Vorbild in der Branche sein. Für andere Fintech-Typen, etwa für Smartphone-Banken, gilt die Frage noch mehr, ob am Markt Platz für mehrere Rivalen ist. Manche werden nicht überleben, für andere könnte eine Fusion oder Übernahme die Rettung sein.

Mehr: Trade Republic, Wefox, Scalable, Mambu: Deutsche Fintechs sammeln so viel Geld ein wie noch nie.

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