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Kommentar Warum sich ein Börsenbetreiber für Ebay interessiert

ICE-Chef Jeff Sprecher hat schon mehrere zukunftsweisende Übernahmen gestemmt. Seine Vorstoß bei Ebay sollte der Branche zu denken geben.
05.02.2020 - 17:32 Uhr Kommentieren
Der ICE-Chef hat 2013 die New York Stock Exchange übernommen und 2015 den Datenkonzern IDC. Nun hat er bei Ebay vorgefühlt. Quelle: Reuters
Jeff Sprecher

Der ICE-Chef hat 2013 die New York Stock Exchange übernommen und 2015 den Datenkonzern IDC. Nun hat er bei Ebay vorgefühlt.

(Foto: Reuters)

Der Chef der Intercontinental Exchange (ICE), Jeff Sprecher, genießt in der Finanzbranche einen Ruf wie Donnerhall. Das kommt nicht von ungefähr: Im Jahr 2000 ist er mit einer kleinen Energiehandelsplattform gestartet. 20 Jahre später ist die ICE über 50 Milliarden Dollar wert und damit die Nummer zwei in der weltweiten Börsenbranche.

Sprecher ist in all den Jahren nicht nur durch Mut und Innovationen aufgefallen, sondern auch durch zukunftsweisende Übernahmen. 2015 kaufte er etwa den Datenkonzern IDC und war damit ein Vorreiter in der Börsenbranche. Viele Konkurrenten entdeckten ihre Liebe für das Datengeschäft erst später und zahlten für Zukäufe mehr Geld.

Vor diesem Hintergrund sollte sich niemand darüber lustig machen, dass Sprecher dem Onlinemarktplatz Ebay Avancen gemacht hat und damit zumindest fürs Erste abgeblitzt ist. Vielmehr sollte man sich Gedanken darüber machen, welche Strategie er verfolgt.

Manche Analysten gehen davon aus, dass Sprecher mithilfe von Ebay die eigenen Aktivitäten im Zahlungsverkehr ausbauen wollte. Mit ihrer Tochter Bakkt verfolgt die ICE nämlich schon länger das Ziel, Zahlungen mit digitalen Währungen und Vermögenswerten voranzutreiben.

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    Sprechers Vorstoß zeigt, dass Börsenbetreiber in immer neue Bereiche vorstoßen und so ihre Wertschöpfungskette ergänzen. Die Deutsche Börse hat 2019 den US-Konzern Axioma gekauft, der Softwarelösungen für das Portfolio- und Risikomanagement anbietet. Zudem sind die Frankfurter kürzlich bei der Fondsvertriebsplattform der Großbank UBS eingestiegen. Die Londoner Börse wandelt sich noch radikaler und schluckt für 27 Milliarden Dollar den Finanzdatenanbieter Refinitiv.

    Grundsätzlich ist diese Art der Diversifizierung sinnvoll, schließlich werden die Konzerne damit unabhängiger vom klassischen Börsengeschäft – und somit letztlich vom Auf und Ab an den Märkten. Darüber hinaus sind derartige Transaktionen leichter umzusetzen als Fusionen klassischer Börsen. Diese wären betriebswirtschaftlich zwar häufig sinnvoll, scheitern aber regelmäßig am Widerstand von Politik und Regulatoren.

    Wenn Börsen in neue Segmente vorstoßen, birgt das allerdings auch Risiken, denn sie kennen sich dort nicht so gut aus wie in ihrem Kerngeschäft. Folglich ist die Gefahr größer, die falschen Firmen zu kaufen oder für Übernahmen zu viel zu bezahlen. Darüber hinaus sind die Synergien in der Regel kleiner als bei klassischen Börsenfusionen.

    Auch Sprecher muss deshalb vorsichtig sein. Dass die ICE-Aktien nach dem Bekanntwerden der Ebay-Gespräche eingebrochen sind, ist eine klare Botschaft seiner Aktionäre: Sie wollen keine Abenteuer. Wenn Sprecher zukauft, muss er ihnen einleuchtend erklären, wie das dem Konzern weiterhilft.

    Mehr: Big is beautiful, lautet das Motto in der Börsenlandschaft. Grund sind die hohen Fixkosten der Unternehmen. Doch nicht alle Fusionspläne klappen.

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