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Konsolidierung Sparkassen in Hessen und Thüringen wünschen Helaba-Deka-Fusion

Die Sparkassen in Hessen und Thüringen sind für einen Zusammenschluss der eigenen Landesbank und des Fondsdienstleisters – nur nicht um jeden Preis.
28.02.2020 - 12:41 Uhr Kommentieren
Der Verbandschef des Sparkassen- und Giroverbands Hessen-Thüringen (SGVHT) Gerhard Grandke sieht die Fusion von Helaba und Deka als „eine Präventivmaßnahme im positiven Sinne“. Quelle: dpa
Sparkassen-Schild

Der Verbandschef des Sparkassen- und Giroverbands Hessen-Thüringen (SGVHT) Gerhard Grandke sieht die Fusion von Helaba und Deka als „eine Präventivmaßnahme im positiven Sinne“.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Sparkassen in Hessen und Thüringen stehen hinter einer Fusion der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und dem Fondsdienstleister Dekabank. Der Verbandschef des Sparkassen- und Giroverbands Hessen-Thüringen (SGVHT), Gerhard Grandke, sagte am Freitag: „Wir finden es richtig, wir bringen uns ein.“ Der Verband ist mit knapp 70 Prozent der größte Helaba-Anteilseigner.

Grandke sagte weiter, er würde sich wünschen, dass es zu einem Zusammenschluss von den zwei Instituten komme. „Aus unserer Sicht ergibt es einen wirtschaftlichen Sinn, das zusammenzuführen.“ Beide Geldhäuser seien nicht in einer Notlage. Eine Fusion wäre „eine Präventivmaßnahme im positiven Sinne“.

In der Sparkassen-Organisation wird derzeit intensiv über ein Zusammengehen der beiden Geldhäuser diskutiert. An der Deka sind bundesweit alle regionalen Sparkassenverbände beteiligt. Einige Regionalverbände stehen einer Fusion allerdings skeptisch oder sogar ablehnend gegenüber.

Vor zwei Wochen haben die Deka-Eigentümer beschlossen, dass der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) zunächst das Zielbild für ein Zentralinstitut „verfeinern“ soll. Der DSGV-Präsident Helmut Schleweis will die Konsolidierung der Landesbanken vorantreiben, sodass es letztlich nur noch eine einzige Sparkassenzentralbank gibt.

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    Zudem soll geprüft werden, „wie ein Nukleus für ein Sparkassen-Zentralinstitut durch eine vertiefte Zusammenarbeit bis hin zu einer Zusammenführung von Dekabank und Helaba geschaffen werden könnte“.

    Uneinigkeit bei Deka-Eigentümern

    Doch selbst auf diese relativ weiche Formulierung konnten sich nach Informationen des Handelsblatts nicht alle Deka-Eigentümer einigen. Harald Vogelsang, Vorstandschef der Hamburger Sparkasse und Präsident des Hanseatischen Sparkassenverbandes, stimmte gegen den Beschluss, wie mehrere mit dem Thema vertraute Personen sagten. Die Sparkassen aus Ostdeutschland und Schleswig-Holstein enthielten sich.

    SGVHT-Chef Grandke sagte, es gebe unterschiedliche Interessenlagen in der Sparkassen-Organisation. Dem neuen Zielbild eines Zentralinstituts müssten aber alle zustimmen. Der Verbandschef warnte dabei vor einer langen Diskussion. Es dürfe „keine unendliche Geschichte“ werden. Bis zur Sommerpause muss aus seiner Sicht klar sein, wie ein Zentralinstitut aussehen könnte.

    Derzeit gibt es neben der Helaba noch drei weitere große Landesbanken im öffentlich-rechtlichen Sektor: die LBBW in Stuttgart, die BayernLB in München sowie die NordLB in Hannover. Anders als bei der Helaba halten die jeweiligen regionalen Sparkassenverbände aber nicht die Mehrheit an diesen Instituten.

    Es hat bereits eine Konsolidierung unter Landesbanken gegeben, allerdings nur wenn Banken in schwierigen Situationen oder sogar in Schieflage waren. So wurde die WestLB aus Düsseldorf, die einst größte Landesbank, im Zuge der Finanzkrise zerschlagen. Mit Blick auf eine Sparkassenzentralbank sprach sich Grandke dagegen aus, ein solches Institut „zu verzwergen“.

    Das bedeutet letztlich: Grandke ist dagegen, dass eine fusionierte Bank aus Deka und Helaba im Zuge einer Fusion wieder stark verkleinert würde. Die Helaba verdient im Wesentlichen im Immobiliengeschäft ihr Geld. Er sei für ein Zusammengehen – mit einer Einschränkung: „Ich lasse mir beide Institute nicht kaputtreden.“

    Die Sparkassen in Hessen und Thüringen spüren wie auch andere Kreditinstitute die Folgen der Negativzinsen. „Die Zeiten sind für uns nicht einfach“, sagte Grandke. Die Sparkassen würden mit viel Aufwand versuchen, dem etwas entgegenzusetzen. „Wir werden sehen, dass die Ergebnisse noch ein ganzes Stück nach unten gehen.“

    Obwohl die Sparkassen mehr neue Kredite vergeben haben und ihren Kreditbestand um fast sechs Prozent steigerten, fiel das wichtige Zinsergebnis. Das Betriebsergebnis vor Bewertung, also vor Abschreibungen auf Wertpapiere und Kredite, gab im vergangenen Jahr um sieben Prozent auf gut 900 Millionen Euro nach.

    Eine andere Kennzahl macht noch deutlicher, wie sehr sich die Dauerniedrigzinsen auf die Sparkassen in Hessen und Thüringen niederschlagen. Das Verhältnis von operativem Ergebnis zur durchschnittlichen Bilanzsumme sank im Schnitt auf 0,68 Prozent. Die Sparkassen in einigen Regionalverbänden, die bereits Jahresergebnisse für 2019 vorgelegt haben, sehen besser aus. In Ostdeutschland lag die Kennzahl bei 0,95 Prozent, in Westfalen bei 0,87 Prozent und in Baden-Württemberg bei 0,75 Prozent.

    Mehr: Die Helaba plant bis zu 400 Stellen abzubauen

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