Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kriselnde Veneto-Banken EU-Parlamentarier kritisieren Bankenrettung

Italien hat 17 Milliarden Euro für die Rettung der Institute Veneto Banca und Banca Popolare di Vicenza bereitgestellt. Die EU-Kommission stimmte den Plänen zu – und wird dafür nun von EU-Abgeordneten kritisiert.
26.06.2017 - 11:35 Uhr 3 Kommentare

„Die Zerschlagung ist in Ordnung, widerspricht aber allen Bankenrettungsplänen“

Brüssel Deutsche EU-Abgeordnete aus verschiedenen Parteien haben die Zustimmung der Europäischen Kommission zur staatlichen Rettung zweier italienischer Banken heftig kritisiert. „Mit dieser Entscheidung geleitet die Kommission die Bankenunion zum Sterbebett“, sagte am Montag der CSU-Abgeordnete und stellvertretende Vorsitzende des Wirtschafts- und Währungssauschusses im EU-Parlament, Markus Ferber (CSU).

„Das Versprechen, dass künftig nicht mehr der Steuerzahler für marode Banken in Haftung genommen wird, ist mit dieser Nacht- und Nebel-Aktion ein für alle Mal hinfällig.“ Der EU-Abgeordnete Sven Giegold von den Grünen warf EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager per Twitter vor, mit ihrer Entscheidung dem fairen Wettbewerb und dem Vertrauen in die Regeln der Bankenunion einen schweren Schlag versetzt zu haben.

So gefährlich sind die größten Banken der Welt
Klasse 1 – UBS, Santander, Royal Bank of Scotland
1 von 14

Der Finanzstabilitätsrat teilt die Banken in fünf Klassen ein. In der ersten Klasse befinden sich laut der vorgesellten Liste 17 Banken, die nicht als besonders systemrelevant gelten – das ist eine weniger als im Vorjahr. Diese Banken müssen ein Prozent mehr Kapital zusätzlich zu der erforderlichen Eigenkapitalquote vorhalten. Unter diesen für das System vergleichsweise nicht besonders gefährlichen Banken befinden sich zum Beispiel die Schweizer Großbank UBS, die Société Générale, die Santander, ING Bank, die Royal Bank of Scotland und Bank Morgan Stanley.

(Foto: ap)
Klasse 1 – Standard Chartered
2 von 14

Welche Konsequenzen der Brexit für die britische Standard Chartered haben wird, ist noch nicht absehbar. Die Bank belegt wie im Vorjahr einen Platz in Klasse 1, die einen Kapitalaufschlag von einem Prozent voraussetzt.

(Foto: Reuters)
Neu in Klasse 1: Die Credit Suisse.
3 von 14

Neu in der Klasse 1 ist die US-Bank Credit Suisse, die im Vorjahr noch mehr Kapital vorhalten musste. Jetzt beträgt dieser Zuschlag für das Schweizer Geldhaus nur noch ein Prozent. Sie hat aus Sicht der Regulierer an Relevanz verloren.

(Foto: Reuters)
Klasse 2 – Barclays
4 von 14

James Staley, seit Dezember 2015 Chef der britischen Bank Barclays, konnte die Risikoeinstufung des Geldhauses reduzieren. Barclays gehört, wie auch 2016 schon, nur noch der Klasse zwei an. Dort ist ein Kapitalzuschlag von 1,5 Prozent erforderlich.

(Foto: AFP)
Klasse 2 – Wells Fargo
5 von 14

Wells Fargo spielt mit Barclays in einer Liga. Beide gehörten Klasse 2 an, was einen Kapitalzuschlag von 1,5 Prozent bedeutet.

(Foto: AFP)
Klasse 2 – Goldman Sachs
6 von 14

Auch die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs wird als „systemisch“ eingestuft, sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten.

(Foto: ap)
Klasse 2 – Industrial and Commercial Bank of China
7 von 14

Für genauso systemrelevant halten die Regulierer die Industrial and Commercial Bank of China. Aufschlag auch hier: 1,5 Prozent.

(Foto: Reuters)

Italien stellte am Wochenende insgesamt bis zu 17 Milliarden Euro für die Institute Veneto Banca und Banca Popolare di Vicenza bereit, die zuletzt von der EZB-Bankenaufsicht als wahrscheinlich nicht mehr überlebensfähig eingestuft wurden. Sie sollen so abgewickelt werden, dass Kunden, Gläubiger und Beschäftigte so wenig wie möglich bluten müssen. Die Zweigstellen der Institute samt Beschäftigten werden von der italienischen Großbank Intesa Sanpaolo übernommen. Die EU-Kommission stimmte den Plänen zu, die EU-Bankenabwicklungsbehörde SRB erklärte sich für nicht zuständig.

„Staatliche Bankenrettung trifft letztlich Steuerzahler“

Als Lehre aus der Finanzkrise sollte eigentlich ein seit Anfang 2016 greifender einheitlicher Abwicklungsmechanismus (SRM) verhindern, dass Geldhäuser in der EU erneut mit Steuermilliarden gerettet werden. Vestager wies indes darauf hin, dass Aktionäre und Besitzer nachrangiger Anleihen der Banken voll an den Abwicklungskosten beteiligt und Sparer zugleich geschützt würden. Zudem werde die italienische Bankenbranche damit von 18 Milliarden Euro fauler Kredite befreit. Die Nettokosten für den italienischen Staat würden voraussichtlich sehr viel niedriger ausfallen als die veranschlagten 17 Milliarden Euro.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Ferber drohte angesichts der Brüsseler Entscheidung dennoch mit einer Blockade bei anderen Gesetzesvorhaben bei der Bankenunion: „Wenn europäische Regeln bei der Bankenabwicklung so offenkundig umgangen werden, brauchen wir über ein vergemeinschaftetes Einlagensicherungssystem gar nicht erst zu reden.“ Die EU-Kommission will die gemeinsame Einlagensicherung (EDIS) als noch fehlende Säule der Bankenunion aufbauen, stößt damit aber bei deutschen Banken und dem Bundesfinanzministerium auf Widerstand.

    • rtr
    Startseite
    Mehr zu: Kriselnde Veneto-Banken - EU-Parlamentarier kritisieren Bankenrettung
    3 Kommentare zu "Kriselnde Veneto-Banken: EU-Parlamentarier kritisieren Bankenrettung"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • 18 Mrd für die Banken als Ausgleich für die faulen Kredite. Wer hat nur die 18 Mrd abgegriffen, wer
      hat die Kredite an wen vergeben? Sie wurden wohl großzügig gewährt, nach welchen Richtlinien? Ob da nicht einige Mafiosi darunter waren, die gute Bekannten bei der Bank sitzen hatten? Wer prüft das nach?
      Auf den ersten Blick sind es nicht die deutschen Steuerzahler, die die Misere bezahlen. Da jedoch die EZB Italien weiterhin permanent mit Geldflüssen über Wasser hält, wird es am Ende doch der deutsche Steuerzahler sein, der bluten muss.

    • Gewinne werden privatisiert, Verluste verstaatlicht.
      Gilt doch schon seit Jahrzehnten.

    • Diese EU-Parlamentarier meinen also, der italienische Staat hätte nichts machen sollen, damit nachher wenn es richtig kritisch wird lieber der ESM mit Steuermitteln der anderen - wie immer hauptsächlich Deutschen Steuergeldern - eingreifen kann, anstatt dass die Italiener es selbst zahlen müssen. Prima, immer weiter so!

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%