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Kritik an Kontrollsystemen US-Aufpasser monieren Russlandgeschäft der Deutschen Bank

Die Entsandten einer US-Behörde zweifeln daran, dass die Deutsche Bank den Risiken in Russland begegnen kann. Das Institut will dieses Geschäft aber nur ungern aufgeben.
26.11.2020 - 17:53 Uhr Kommentieren
Sonderaufpasser in den USA sehen die Russlandgeschäfte der Deutschen Bank sehr kritisch. Quelle: dpa
Logo der Deutschen Bank an der Wall Street

Sonderaufpasser in den USA sehen die Russlandgeschäfte der Deutschen Bank sehr kritisch.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Russlandgeschäfte der Deutschen Bank sorgen für Ärger in den USA. Zwei von der wichtigen New Yorker Finanzaufsicht Department of Financial Services (DFS) entsandte unabhängige Aufseher haben der Bank empfohlen, sich gänzlich aus dem Russlandgeschäft zurückzuziehen. Mehrere Insider bestätigten einen entsprechenden Bericht des „Wall Street Journals“.

Die beiden unabhängigen Sonderbeobachter der DFS – zwei Anwälte der amerikanischen Kanzlei Jenner & Block – seien unzufrieden über die Fortschritte der Bank bei den Geldwäschekontrollsystemen, so zwei Insider. Die US-Aufpasser hätten der Bank daraufhin im Oktober nahegelegt, das Russlandgeschäft aufzugeben. Die Risiken aus diesen Aktivitäten seien zu groß angesichts der unzureichenden Fortschritte im Geldwäschebereich.

Ein Sprecher der Bank betonte, das Institut schätze „den Dialog mit unseren Aufsichtsbehörden und Sonderbeobachtern“. Zu Details dieses Austauschs dürfe sich das Institut aber nicht äußern. „Derzeit analysieren wir das Risikoprofil verschiedener Länder, Russland eingeschlossen. Wir arbeiten daran, unsere Kontrollen im Kampf gegen Finanzkriminalität weiter zu verbessern, und unser Risikoappetit muss natürlich in Einklang mit diesen Kontrollen stehen“, so der Sprecher weiter.

In der Vergangenheit hatten die Aktivitäten in dem Land dem Institut viel Ärger und hohe Strafen eingebrockt. Mithilfe krummer, parallel laufender Aktiengeschäfte in Russland und London konnten reiche Russen zwischen 2011 und 2015 Rubel-Schwarzgeld im Wert von rund zehn Milliarden Dollar waschen. Weil der Dollar betroffen war, schalteten sich auch die US-Behörden ein. 

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    Das Institut hatte die Verfehlungen eines kriminellen und flüchtigen Mitarbeiters zwar selbst gemeldet, es hatte wegen seiner unzureichenden Kontrollen aber auch erst sehr spät etwas gemerkt. Dafür kassierte die Bank von Aufsichtsbehörden in New York und London Strafen von insgesamt knapp 600 Millionen Euro. Offen ist, ob das US-Justizministerium noch eine Strafe verhängt.

    Deutsche Bank will Russlandgeschäft nur ungern aufgeben

    Zu der Einigung zwischen der Bank und der New Yorker DFS im russischen Geldwäscheskandal zählte seinerzeit auch die Einsetzung der beiden Sonderbeobachter, die der Bank nun das Russlandgeschäft ausreden wollen.

    Formal können solche US-Aufpasser dem Institut zwar keine Vorschriften erteilen, doch sie schreiben an die Aufsichtsbehörde, die sie eingesetzt hat, Berichte und können so die Sicht der Aufseher auf das Institut beeinflussen.

    Seither hat das Institut viel in seine Kontrollsysteme investiert und sich aus vielen Geschäftsfeldern in Russland wie dem Investmentbanking oder dem Wealthmanagement zurückgezogen. Im Wesentlichen betreibt die Bank noch Firmenkundengeschäft in Russland, etwa die Betreuung russischer Niederlassungen deutscher Firmen.

    Dieses Geschäft würde das Institut allerdings ungern verlieren. Zum einen ist die Begleitung der deutschen Wirtschaft ins Ausland ein wichtiger Markt. Und außerdem sei Russland für das Institut bei allen Risiken ein wichtiger, ertragreicher Markt, so ein Insider.

    Auslöser für den Vorstoß der US-Monitore sollen dem „Wall Street Journal“ zufolge Expansionsgelüste des Instituts in Russland gewesen sein. Die Zeitung berichtet über Ideen einer Arbeitsgruppe Russland des Instituts. Dem Vernehmen nach gab es allerdings keine entscheidungsreifen Diskussionen über eine Ausweitung des Russlandgeschäfts – zumal auch im Aufsichtsrat der Bank mehrere Amerikaner sitzen, die solche Pläne wohl sehr kritisch beurteilen würden.

    Mehr: Die Deutsche Bank überrascht positiv – Fünf Lehren aus den Quartalszahlen

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