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Kryptowährungen Start-up Bit4coin steigt mit Sutor Bank ins Kryptogeschäft ein

Ab Mittwoch können Kunden des Fintechs Bit4coin auf einer neuen Plattform Bitcoin kaufen. Doch wieder verkaufen können sie die Kryptowährung nicht.
15.09.2020 - 20:17 Uhr Kommentieren
Durch die Kooperation der Hamburger Sutor Bank mit dem Start-up Bit4coin können Kunden ab Mittwoch über die Privatbank Bitcoin kaufen. Quelle: Reuters
Das Bitcoin-Symbol

Durch die Kooperation der Hamburger Sutor Bank mit dem Start-up Bit4coin können Kunden ab Mittwoch über die Privatbank Bitcoin kaufen.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Wer in Kryptowährungen investieren will, tut das gewöhnlich über spezielle Krypto-Börsen – zumindest bisher. Nun können Kunden der Privatbank Sutor über eine neue Plattform Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, Litecoin oder Ripple kaufen. Das Angebot mit dem Namen „bit4coin – ein Service der Sutor Bank“ basiert auf einer Kooperation der Hamburger Bank mit dem niederländischen Start-up Bit4coin und soll ab diesem Mittwoch auch für Kunden in Deutschland zur Verfügung stehen.

Das Versprechen: Auch Einsteiger sollen Kryptowährungen schnell und unkompliziert kaufen können. Durch die Regulierung in Deutschland und die Bankenlizenz der Sutor Bank sei das Angebot zudem zuverlässig. Nur: Wieder verkaufen können Kunden die Kryptowährungen momentan noch nicht. Im Netz üben einige Nutzer auch Kritik an dem Unternehmen.

Das Geschäftsmodell erinnert an etabliertere Anbieter wie Bitwala, doch Bit4coin setzt einzig auf Kryptowährungen. „Unser Angebot ist eher aufgebaut wie eine E-Commerce-Bestellung als eine klassische Bankkontoeröffnung – auch wenn wir die gleichen Schritte durchlaufen“, erklärt Dolf Diederichsen, Mitgründer von Bit4coin.

Bei Bit4coin läuft das Konto der Sutor Bank nur im Hintergrund. Wer die Anwendung nutzt, wählt auf der Website einen Wunschbetrag in Euro und bezahlt seine Coins per Lastschrift. Erst dann verifiziert die Bank die Identität des Kunden per Videoverfahren, mit Personalausweis und Smartphone oder in einer Postfiliale. Innerhalb von einer Stunde – so verspricht es Bit4coin – erhält der Kunde seine Coins.

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    Ein ähnliches Konzept verfolgt in Deutschland bisher beispielsweise der Anbieter Bitwala, der mit der Berliner Solarisbank zusammenarbeitet und sich so deren Banklizenz zunutze macht. Laut eigenen Angaben hat Bitwala mittlerweile 80.000 Kunden in 32 europäischen Ländern. Der Unterschied zu Bitwala: Anders als bei Bit4coin läuft das Konto nicht im Hintergrund. Bitwala setzt auf ein reguläres Girokonto mit einer Krypto-Tauschmöglichkeit. Innerhalb einer Stunde können die Bitwala-Kunden so Euro in Bitcoin wechseln, aber auch Bargeld an herkömmlichen Geldautomaten abheben.

    „Wir sehen uns als Trading-Partner für Banken“

    Den Bitwala-Konkurrenten Bit4coin gründete Diederichsen 2013 gemeinsam mit Chris Demetrius, beide früher Berater, in den Niederlanden. Auch heute befindet sich der Hauptsitz noch immer in Amsterdam. Schon früher nutzten auch deutsche Kunden das Portal, ab Oktober 2018 war es für sie aber plötzlich nicht mehr erreichbar. Auf Anfrage des Handelsblatts erklärt Bit4coin das so: „Um regulatorische Compliance in allen Märkten zu gewährleisten, hat sich Bit4coin 2018 freiwillig dazu entschlossen, keine deutschen Kunden mehr anzunehmen, und gemeinsam mit der Sutor Bank ein spezifisches Angebot für den deutschen Markt entwickelt.“

    Wohl auch, um das zu ändern und den deutschen Markt wieder zu erschließen, geht Bit4coin nun die Partnerschaft mit der Sutor Bank für die neue Plattform ein. Künftig möchte das Start-up weitere Banken als Partner gewinnen, erklärt Diederichsen: „Wir sehen uns in Zukunft als Trading-Partner für Banken, deren Kunden in Krypto-Währungen investieren wollen“, sagte. Der Verkauf von Bitcoin ist über Bit4coin bisher allerding noch nicht möglich.

    Frühere Kunden kritisieren das Unternehmen jedoch auch aus anderen Gründen. Zwar schmückt sich Bit4coin auf seiner Internetseite mit einem Siegel und guten Auszeichnungen von Online-Bewertungsplattformen. Doch die Bewertungen auf den einzelnen Websites gehen weit auseinander: Wer auf trustpilot.com beispielsweise selbst die aktuelle Kundenzufriedenheit abfragt, erhält lediglich eine 3,0, also ein „Akzeptabel“ für Bit4coin. Vor allem seit Jahresbeginn häufen sich dort Bewertungen mit Niedrigstnoten.

    So begründet beispielsweise ein Nutzer im August 2019 seine Bewertung mit „sehr schlecht“: Bit4coin habe leider Mühe, Geld zurückzuüberweisen, „welches nicht ihnen gehört“. Ein anderer User warnt: „Finger weg! Betrug! Geld überwiesen, aber nie Bitcoins erhalten!“ Wer genau hinter den Nutzerbewertungen steckt, ist öffentlich nicht nachvollziehbar.

    Die Bit4coin-Gründer begründen den Unmut mit regulatorischen Anforderungen: Man sei „leider gezwungen, Kunden abzulehnen, die zum Beispiel eine Identifikation verweigern oder ein erhöhtes Risikoprofil aufweisen“. Zuletzt stand auch die Sutor Bank in der Kritik, weil Finanzmakler, von denen auch die Privatbank profitierte, sich nicht immer an geltende Regeln hielten.

    Seit einiger Zeit unterstützt die Bank Fintech- und Krypto-Unternehmen bei der Umsetzung ihrer Geschäftsmodelle. Mit Bit4coin kooperiert die Sutor Bank schon seit 2017: Der Zahlungsdienst Kable, der aus der Kooperation entstand, verspricht, durch die Nutzung von Bitcoin Zahlungsprozesse zwischen Importeuren und Exporteuren von Waren zu optimieren.

    Mehr: Krypto-Bank Bitwala lockt mit 4,3 Prozent Rendite für Bitcoin-Anleger

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